Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Das sind die drei schönsten Bäume Remscheids

Welcher ist der schönste Baum im Stadtgebiet?“, fragte das Umweltamt der Stadt Remscheid am 17. September 2015 im Waterbölles die heimischen Naturfreunde und startete ein Baum-Casting. Gesucht: der schönste und prägendste Baum Remscheids. Eingereicht werden konnten max. zwei Farbbilder je Teilnehmer/in sowie eine schriftliche Begründung des jeweiligen Vorschlags, gerne nebst der Geschichte des Baumes.

Einsendeschluss war der 31. August dieses  Jahres. Doch die Urkunden an die vier Remscheider/innen, die mit ihren Baum-Vorschlägen den Wettbewerb gewonnen hatten, verteilte die Beigeordnete Barbara Reul-Nocke  erst in der gestrigen Sitzung des Landschaftsbeirates. „Ein Baum schöner als der andere“, kommentierte die Beiratsvorsitzende Gabriele Lippka, als  Markus Beyer vom Umweltamt die   eingereichten Baum-Fotos an die Rückwand des kleinen Sitzungssaales im Rathaus projezierte. Die Jury habe aus je drei Mitgliedern des Beirates und der Verwaltung bestanden, so Lipka. Sie hätten sich unter 30 Einsendungen entscheiden müssen. Ronald Paas, der Vorsitzende des Remscheider Forstverbandes, überraschte die Preisträger mit einer Einladung zum Besuch eines Waldlehrpfades in NRW.

3. Preis: Die Eiche Bücheler Straße 49
Pfarrer Siegfried Landau:
„Die Eiche vor der Pauluskirche ist für mich der schönste und zugleich auch der bedeutsamste Baum in Remscheid. Sie wurde unmittelbar nach dem deutsch-französischen Krieg 1870-71 als Friedenseiche (und nicht als Siegeseiche!) vom Bücheler Landwehrverein gepflanzt. In gewisser Weise nimmt sie damit schon die deutsch-französische Freundschaft anstelle der alten Erbfeindschaft vorweg. Sie ist also zugleich so etwas wie ein Europa-Baum, ein Mahnmal für Frieden und Völkerverständigung. Sie ist in ihren Dimensionen so imposant (145 Jahre alt!), dass man sie kaum aufs Bild bekommt bzw., wie ich es hier versucht habe, nur als Panorama.“ (Foto Mitte)

2. Preis: Die Rotbuche Borner Straße 36
Jürgen Bahr (liest Text einer verstorbenen Bergisch Borner Bürgerin):
„Es war so um 1954 herum, als mein Sohn mit einem strahlenden Gesichtsausdruck vom Spielen mit einem Freund nach Hause kam und berichtete, dass von einem Lastwagen in einer Kurve ein paar Setzlinge heruntergefallen seien und sie es nicht geschafft hätten, den Fahrer auf das Missgeschick hinzuweisen. Mein Mann und ich suchten für die Setzlinge einen guten Platz zum Einpflanzen aus. Dieser Platz war schnell gefunden, neben unserem Haus hatten wir noch ein Obstgrundstück, dort pflanzten wir das schönste der kleinen Bäumchen vor einem Hang ein. Es entpuppte sich schließlich als eine Rotbuche; sie entwickelte sich prächtig. Die Jahre gingen ins Land, und aus dem kleinen Setzling wurde ein riesiger und stattlicher, schön anzuschauender Baum. Jedem, der vor diesem Baum stehenblieb, berichtete ich stolz seine Geschichte. Ich verlor meinen Mann, der mit uns das Bäumchen gepflanzt hatte, meinen zu früh verstorbenen verheirateten Sohn, der dieses Bäumchen mit nach Hause gebracht hatte, bis dann auch ich von der Welt abgerufen wurde. Meine Schwiegertochter und meine verheiratete Enkelin sind heute noch stolz und erzählen jedem, der es hören möchte, die Geschichte des Baumes.“ (Foto links) (Ein weiterer zweiter Preis ging an Werner Schimmel; er erschien nicht zur Urkundenübergabe).

1. Preis: Die Amerikanische Eiche, Adlerstraße 17a
Sandra und Markus Brüggemann (der Baum erzählt): „Da, wo ich stehe, vermutet man mich nicht. Ich gehöre nicht zu irgendeinem Park, Feld oder Wald. Nein, ich stehe auf einem Privatgrundstück inmitten eines alten Remscheider Arbeiterviertels. Ich bin wahrscheinlich der einzige meiner Sorte, der in Remscheid existiert, und das seit nunmehr 200 Jahren. Als ich noch jung, also wenige Jahre alt war, sah es in Remscheid noch ganz anders aus. Auch um mich herum standen weniger Häuser, und in Remscheid lebten weniger als 10.000 Einwohner, die entweder zu Fuß oder mit Kutschen unterwegs waren. Ruhig war es überall. Autos gab es noch nicht. Ich glaube, dass ich, wie kein anderer Baum in Remscheid, die junge Stadt während der Industrialisierung habe wachsen sehen. Das war unglaublich spannend, da es so schnell ging. Ich erinnere ich mich ganz besonders an den Bau des heutigen Rathauses im Jahr 1906. Von meinem Platz aus hat man nämlich einen unvergleichlichen Blick auf das Stadtzentrum von Remscheid. Auch wenn heute einige Häuser mehr versuchen, den Blick zu verdecken, gelingt es mir dank meiner Größe dennoch, das Rathaus zu betrachten. Gerade abends ist es ein wunderschöner Anblick. Anders herum ist es auch vom Rathaus aus möglich, meine prächtige Krone inmitten der Hausdächer vom Rosenhügel zu sehen. Ab und zu kommt mich ein Eichhörnchen besuchen, aber auch unzähligen Vögeln darf ich Schutz und ein Zuhause geben. Manchmal bleiben sogar Menschen während ihres Spaziergangs am Straßenrand stehen, um meine stattliche Größe zu bewundern. Im Winter sehe ich, wie Kinder Schlitten fahren, im Sommer darf ich sie beim Planschen im Becken beobachten. Das sind Momente, für die es sich lohnt, alt zu werden, aber das bin ich ja noch nicht!“ (Foto rechts)

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Chronist am :

Der Forstverband Remscheid veranstaltet im Herbst eines jeden Jahres für seine Mitglieder eine Exkursion in unterschiedliche Regionen verschiedenster Waldgebiete. Dort werden den Mitgliedern dann unter Führung von Geschäftsführer Markus Wolff und des jeweiligen Eigentümers der Waldgebiete aktuelle Waldbauthemen nähergebracht. In den vergangenen Jahren wurden Fahrten u.a. zum Stadtforstamt Brilon, Regionalforstamt Gelsenkirchen, Privatwald des Schloss Ehreshoven in Engelskirchen und zum Hatzfeldschen Privatwald in Wissen unternommen. Themen waren zum Beispiel Wiederbewaldung nach Kyrill, Wald-Wild-Konflikt und Naturverjüngung. Im vergangenen September ging die Forstverbandsfahrt ins „Panarbora“ in Waldbröl.

Chronist am :

Wie die städtische Pressestelle heute ergänzend mitgeteilt hat, bezog sich der Vorschlag von Werner Schimmel auf einen Baum an der Borner Straße. Dazu hatte er geschrieben: „Zum Zeitpunkt der noch gepflasterten Borner Str. wurde wohl dieser Baum gepflanzt, also ich denke vor mehr als 85 bis 100 Jahren. Ich sehe dieses Prachtexemplar jeden Tag und ich denke, der Baum spricht auch jeden Tag mit den mehr als 1.000 Lkw und 5.000 Pkw, die dort vorbeifahren. Vielleicht ist er glücklich, dass er jeden Tag die vielen Stickoxyde und Abgase in Sauerstoff verwandeln kann, und deshalb liebe ich diesen alten Baum.“

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!