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Uni Kirsehir strebt "Erasmus+"-Programme an

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hieß gestern eine Besuchergruppe der Universität Ahi Evran aus der Partnerstadt Kırşehir willkommen: Prof. Dr. Vatan Karakaya (Rektor), Prof. Dr. Ahmet Gokbel (stellv. Rektor), Dr. Rustu Yesil (Generalsekretär), Dr. Huseyin Simsek (persönlicher Referent, der einen Teil seiner Kindheit in Remscheid verbracht hat) und Dr. Erman Akilli (Auslandskoordinator, Erasmus-Projektleiter). Begleitet wurden die türkischen Gäste, die sich ins Goldene Buch der Stadt eintrugen, von zwei Mitgliedern des Freundeskreises Remscheid-Kırşehir, Erden Ankay-Nachtwein und Ramazan Dalgali.

Für den OB war es nicht der erste „internationale Termin“ an diesem Tag; zuvor hatte er mit französischen Austauschschülern gesprochen. Und schon bei dieser Gelegenheit die Bedeutung der Städtepartnerschaft zwischen Remscheid und Kırşehir hervorgehoben, gerade für die türkischen Mitbürger/innen, „die zu beiden Städten ‚Das ist meine Heimat‘ sagen könnten“, so Mast-Weisz bei der Begrüßung der Delegation. Miteinander in Kontakt zu bleiben sei gerade in schwierigen Zeiten wichtig. Nicht zum ersten Mal betonte der OB, dass er „gelegentlich Fragen habe im Zusammenhang mit der politischen Entwicklung in der Türkei“. Auf Nachfrage des Waterbölles, ob auch an der Universität von Kırşehir Lehrende ihre Stelle verloren hätten, berichtete Rektor Prof. Dr. Vatan Karakaya von zehn ehemaligen Professoren und Lehrern, denen Volksverrat vorgeworfen werde. Im Ausland würden die Maßnahmen des türkischen Staates (Verhaftungen, Entlassungen) oft falsch verstanden. Sie ergäben sich aus dem gescheiterten Putschversuch mit mehr als 240 Toten.

Im anschließenden Arbeitsgespräch im Remscheider Rathaus, an dem auch Andrea Bieck, die Leiterin des  Akademischen  Auslandsamtes der Universität Wuppertal teilnahm, stand „Erasmus +“ im Mittelpunkt. An diesem EU-Programm, ausgestattet mit einem Budget von rund 14,8 Milliarden Euro, möchte die Universität Ahi Evran mit ihren 19.026 Studierenden (zum Vergleich: die Uni Wuppertal hat 21.000) und 700 akademischen Mitarbeitern gerne teilhaben. Das bis 2020 ausgelegte Programm bietet im Austausch bewährter Praktiken im Bildungs- und Jugendbereich zwischen Universitäten in Deutschland und anderen europäischen Ländern Auszubildenden, Berufsschüler/innen, Studierenden, Doktoranden, Lehrkräften und Jugendbetreuer/innen die Möglichkeit von Praktika, Freiwilligendiensten, Fortbildungen und Studien bis hin zu einem Masterstudiengang im anderen Land.

Die Universität von Kırşehir ging 1982 aus einer zweijährigen Höheren Lehrerausbildungsschule hervor, die 1988 zu einer vierjährigen Oberschule ausgebaut wurde. Die Fakultät für Bildungswissenschaften war 1992 die erste der jungen Universität, die am 17. Mai 2006 nach Ahi Evran benannt wurde, einem im Jahr 1171 geborenen muslimischen Gelehrten, der in Kırşehir begraben liegt. Die Universität besteht heute aus acht Fakultäten, drei Instituten, fünf Höheren Schulen, sieben Höheren Berufsfachschulen sowie 13 Forschungs- und Anwendungszentren. Sie unterhält nach Angaben ihres Rektors internationale Beziehungen zu 15 Universitäten weltweit. Dies sei wichtig für die wissenschaftliche Arbeit, so Karakaya. Andrea Bieck hatte für die türkischen Gäste Vertragsentwürfe mitgebracht und stellte ihnen Erasmus-Austauschprogramme (z.B. für Doktoranden) in Aussicht für die Bereiche Wirtschaftswissenschaften und Lehrerausbildung.

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Chronist am :

„Die Äußerungen des Rektors mögen auf manchen verstörend wirken. So kritisierte Professor Karakaya laut Medienberichterstattung, dass der Westen falsch auf den Putsch in der Türkei reagiert habe und die zehn Mitarbeiter, die nach dem Umsturzversuch von der Universität entfernt worden sind, allesamt ‚Landesverräter‘ gewesen seien. Diese Ansicht teilen wir ausdrücklich nicht. Allerdings mag man dem Gast zubilligen, dass er aufgrund der derzeitigen politischen Verhältnisse in der Türkei vielleicht gar nicht anders sprechen konnte. Was aber absolut nicht akzeptabel ist, ist die Reaktion des Remscheider Oberbürgermeisters. Unser Rathaus ist ein Ort der freien Rede. Es ist geradezu zynisch, dass der Oberbürgermeister sich lediglich zu der Aussage hinreißen ließ, dass er gelegentlich ‚hinter die Politik in der Türkei ein Fragezeichen setze‘. Ein Fragezeichen hinter die Unterdrückung der Meinungsfreiheit? Ein Fragezeichen hinter Massenentlassungen? Ein Fragezeichen hinter die Verfolgung von Minderheiten? Ein Fragezeichen hinter einen immer nationalistischeren und autoritäreren Kurs der türkischen Regierung? Dies kann nicht der Ernst des Oberbürgermeisters der Stadt Remscheid sein“, kritisiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Nettekoven. „Wenn die Reaktion des demokratisch gewählten Stadtoberhaupts so lasch und auf viele Menschen, denen Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit wichtig sind, verstörend ausfällt, dann lässt man die Politik lieber ganz außen vor. Dieser verbale Fehltritt hätte nicht passieren dürfen. Der Oberbürgermeister muss sich unserer Auffassung nach in Kürze erklären, wann die abgesagte Delegation nach Kirsehir stattfinden soll. Er muss sagen, welche Themen in Kirsehir seiner Meinung nach angesprochen werden sollen. Und er muss auch endlich konkret werden, welchen wirtschaftlichen Nutzen beide Seiten von einer Kooperation haben. Bei der Absage der letzten Fahrt wurde so getan, als sei sie an mangelndem Interesse unserer heimischen Wirtschaft gescheitert. Dieser Eindruck darf nicht noch einmal erweckt werden. Es wird Zeit, dass die Stadtspitze ein überzeugendes Konzept für einen auf demokratischen Werten basierenden Dialog mit Kirsehir und die beiderseitige wirtschaftliche Zusammenarbeit vorlegt“, fordert der CDU-Fraktionschef. (aus: Pressemitteilung der CDU-Fraktion)

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