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Eingemeindung sicherte den künftigen Bauflächenbedarf

Remscheid wird 1173 und 1189 erstmalig in Urkunden als Kirchort erwähnt. Die spätere Stadt erwuchs aus vielen einzelnen, in weitem Abstand zum Kirchhof gelegenen Höfen. In den Tälern siedelten sich seit dem 15. Jahrhundert Wasserhämmer und Schleifkotten an. 20O Jahre später bestand dort schon eine dichte Folge von Wasserkraftanlagen zur Bearbeitung von Werkzeugprodukten. Die starke industrielle Entwicklung ging bereits in dieser Zeit einher mit erfolgreichen Handelsbeziehungen der Remscheider Wirtschaft mit Übersee. Den Mittelpunkt der Höfe bildeten im 18. Jahrhundert prächtige bergische Bürgerhäuser der ansässigen Kaufleute. Erst 1808 wurde das Kirchspiel unter französischer Verwaltung zur „Munizipalität", zur Stadt erhoben. Im 19. Jahrhundert wuchsen dann im Zuge der sich verdichtenden Besiedlung des Raumes die Einzelhöfe mit dem Kirchort zu bandartig bebauten Straßenzügen zusammen. Seit Einführung der Dampfkraft um 1850 verlagerten sich die Standorte der Industrie wegen ihres Flächenbedarfes aus den engen Tälern auf die Hochebene. Der Remscheider Kegel, der Holscheidsberg, wurde erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besiedelt.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte im Gebiet der heutigen Stadt Remscheid ein einschneidender Strukturwandel ein, der von einer Bevölkerungszuwanderung zu den neuen gewerblichen Standorten sowie dem Ausbau des Verkehrsnetzes begleitet war. Die mit der eintretenden Industrialisierung um 1850 beginnende starke Aufwärtsbewegung der Einwohnerzahl in Remscheid belegt den relativen Bedeutungszuwachs Remscheids gegenüber Lennep und Lüttringhausen in dieser Zeit. Äußeres Zeichen des Strukturwandels war 1888 der Austritt der Stadt Remscheid aus dem Landkreis Lennep. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die Siedlungsflächen der alten Ortskerne im Wesentlichen durch bandartige Strukturen, in Alt-Remscheid durch Außenrandbebauung auf dem Höhenrücken zwischen dem ehemaligen Kirchhof und den näher gelegenen Höfen. Vorrangig unter dem Gesichtspunkt einer Vorsorge für den künftigen Bauflächenbedarf der wachsenden Industriestadt Remscheid wurden die Stadtgemeinden Lennep und Lüttringhausen im Zuge der Gebietsreform 1929 eingemeindet.

Die weitere Auffüllung und Ergänzung der vorhandenen bandartigen Strukturen und Arrondierung von Flächen auf den Höhenrücken kennzeichnet die Siedlungsentwicklung in Alt-Remscheid bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Beispiele der großräumigen Besiedlung der Höhenrücken sind die Wohngebiete Honsberg und Kremenholl. In Lennep entwickelten sich neue Wohnbauflächen wie die Neustadt weitgehend konzentrisch um den alten Siedlungskern. Die Standorte der gewerblichen Betriebe blieben in dieser Zeit stadtnah, die typische Gemengelagensituation in der Stadt verfestigte sich. Nach dem 2. Weltkrieg, der in Alt-Remscheid (besonders stark u. a. in Stachelhausen) zu erheblichen Zerstörungen geführt hatte, wuchs die Einwohnerzahl Remscheids nochmals und damit der Wohnungsbedarf. Bis zum Ende dar 70er Jahre lag das Schwergewicht des Wohnungsbaues auf der Schaffung von Geschosswohnungen in Großsiedlungen wie Vöpelswiese/Mixsiepen, Hohenhagen, Kremenholl, Hasenberg und Klausen. Seit den 80er Jahren hat der Bau von Familienheimen an Bedeutung gewonnen. Dafür wurde großflächig Wohnbauland in Lennep an der Ringstraße und an der Christhauser Straße sowie in Alt-Remscheid am Hohenhagen bereitgestellt. Zu der schnellen Veränderung des Stadtbildes in dieser Zeit trug auch die Entflechtung der innerstädtischen Gemengelagen bei. Vielen gewerblichen Betrieben ohne Entwicklungsmöglichkeiten an den Altstandorten wurden neue Standorte in verkehrsgünstiger Lage und mit besserer Flächenausstattung in Großhülsberg, Ueberfeld, Jägerwald und Bergisch-Born geschaffen (Aus dem Bericht des Essener Büros für Kommunal- und Regionalplanung von 2007 zum städtebaulichen Entwicklungskonzept für Stachelhausen, Blumental, Honsberg und Kremenholl)

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