Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Personal- & Sachkosten sprechen gegen mobiles Büro

Am  8. Juli 2010 beschloss der Rat der Stadt aus Kostengründen die Auflösung der drei Bürgerbüros Süd, Lennep und Lüttringhausen und die Konzentration des Angebots im Ämterhaus am Ebertplatz (Foto). Das ging einher mit einer Reduzierung von Planstellen in der Verwaltung. Dazu jetzt die Stadt rückschauend in einer Vorlage zur heutigen Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung: „Das bedeutete eine erhebliche logistische Anforderung und konnte nur realisiert werden, wenn die Mitarbeiter/innen optimal eingesetzt werden können und eine möglichst gleichmäßige Kundenfrequenz erreicht werden kann.“ Und dies sei nur möglich in einem zentralen Bürgerservice mit einem technisch und personell gut strukturierten Konzept. Allen Remscheidern werde seither ein gleichmäßiges und verlässliches Angebot an zentraler Stelle auf gleichem Niveau geboten. Durch die Bündelung des Personals und des Angebotes könnten die Öffnungszeiten erhalten und flexibler gestaltet werden. Weiterhin sei die Zentralisierung eine wirksame Möglichkeit, Kundenströme zu beeinflussen und gleichzeitig der Nachfrage mit dem maximalen Personalangebot zu begegnen. Bei den aktuell verbleibenden äußerst knappen Ressourcen könne nicht vorausplanend agiert, sondern nur auf die auftretenden Engpässe reagiert werden, so die Verwaltung.

Die Vorlage kommt nicht von ungefähr. Mit Email vom 19. Januar hatte die CDU-Fraktion nach der Einrichtung eines mobilen Bürgerbüros gefragt. Hierfür bietet die Bundesdruckerei einen so genannten Bürgerkoffer an für Leistungen im Bereich von Melde- und Passwesen (ohne Leistungen im Bereich des Kfz-Zulassungswesens). Dieser Bürgerkoffer  könnte samt der zusätzlichen Ausstattung (Vordrucke, Barkasse, Formulare etc.) aus einem Fahrzeug heraus genutzt werden,  aber auch in speziell dafür angemieteten/zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten (z.B. einer Bankfiliale o.ä.), sofern eine gesicherte Datenverbindung besteht. Wegen der hohen Belastung im Bürgerservice und der Durchführung von zwei Wahlen in diesem Jahr sei die Realisierung eines mobilen Bürgerbüros in diesem Jahr nicht möglich, betont die Verwaltung. Gegen ein mobiles Bürgerbüro sprechen aus ihrer Sicht die Personal- und die Kostensituation aber auch grundsätzlich.

Zum Personal: Das Sachgebiet „Bürgerservice“ ist Bestandteil der Abteilung 3.32.1 – Straßenverkehrsangelegenheiten und Bürgerservice, der wiederum in den Fachdienst 3.32 – Bürger, Sicherheit und Ordnung eingegliedert ist. Aktuell ist der Bürgerservice im Bereich des Melde-, Zulassungs- und Passwesens in der unmittelbaren Kundenbetreuung (Schalter) mit 17 Personen und 1 Auszubildenden besetzt, 14 Mitarbeiter im Frontoffice (darunter zehn Mitarbeiter in Vollzeit und vier in Teilzeit) und drei Mitarbeiter im Bereich Passwesen (darunter eine Mitarbeiterin in Vollzeit und zwei in Teilzeit). Drei Mitarbeiter (zwei nur aus dem Bereich Frontoffice und eine aus dem Bereich Passwesen) werden aus Altersgründen dieses Jahr aus dem Dienst der Stadt Remscheid ausscheiden.

Um ein mobiles Bürgerbüro anbieten zu können, müssten mindestens zwei Personen (mit Fahrerlaubnisklasse B) aus dem Dienstbetrieb herausgenommen werden. Das aber sei „nicht realisierbar“. Begründung: „Seit Mitte 2016 wird im Bürgerservice aufgrund der teilweisen immensen Wartezeiten (bis zu sechs Stunden) und des erhöhten Bürgeraufkommens (insbesondere zu Beginn von Ferienzeiten) ausschließlich mit Terminen und nicht mehr mit der Ausgabe von Wartenummern gearbeitet.“ Alle Mitarbeiter/innen würden benötigt, „um weiterhin geringe Vorlaufzeiten für eine Terminvereinbarung vorhalten und Urlaubs- und Krankheitszeiten auffangen zu können“. Ein flexibler Austausch zwischen dem zentralen Bürgerservice und dem mobilen Bürgerbüro bei Urlaub oder längerer Krankheit sei ausschließlich mit einer ausreichenden Personaldecke vorstellbar, sprich: Sollte ein mobiles Bürgerbüro als zusätzliche Serviceleistung angeboten werden, müssten zwei Stellen eingerichtet werden, Personalkosten pro Jahr: 105.400 €.

Zu den Sachkosten: Ein geeignetes Kraftfahrzeug (mindestens in der Größe eines VW-Busses) schlüge mit ca. 35.000 € zu Buche bzw. monatlichen Leasingkosten von ca. 500 €, zwei Bürgerkoffern (einer als Ersatz) mit insgesamt ca. 10.000 €, die Hardware für eine gesicherte Internetverbindung (Modem o.ä.) mit ca. 300 €. Gesamtkosten: ca. 46.400 €.

Im Übrigen: Remscheid sei die kleinste kreisfreie Stadt in NRW. Wenn der Gesetzgeber eine ortsnahe Verwaltung fordere, so meine er damit  in erster Linie größere Gemeinden. Das Ämterhaus in Remscheid sei von den vier am weitesten entfernten Punkte (Lüttringhausen Linde, Lennep Hackenberg, Bergisch Born und Westhausen) aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln in längstens 45 Minuten erreichbar. Die Beibehaltung des zentralen Bürgerbüros sei deshalb zumutbar.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!