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Rückblick: Remscheid im März 2007

„Gemeinsam handeln für einen zukunftsfähigen Stadtteil“ hieß es vor zehn Jahren im Waterbölles. Damals nahm der „Stadtumbau West“ für Honsberg Gestalt an: Mit städtebaulichen Entwicklungskonzepten wurde das Essener „Büro für Kommunal- und Regionalplanung“ (BKR) beauftragt. Und im „Lindenhof“ forderte Stadtplaner Michael Happe rund hundert Anwohner auf, Vorschlägen zum Umbau des Honsbergs zu machen. Missfällig äußerten sich diese damals zu der Bahnunterführung und wünschten sich einen neuen „Eingang zum Stadtteil". Der zentrale Platz Honsberger Str. / Lobachstr. müsse städtebaulich aufgewertet werden. Auch müsse sich die Stadt um die „vielen dunklen Ecken entlang der Alexanderstraße“ kümmern. In dieser Beziehung bleibt bis heute viel zu tun. Die Highlights aber sind unstrittig: Das alte Möbelhaus wich einer Grünanlage, und das „Neue Lindenhof“ wird als neues Stadtteilzentrum gut angenommen.

Im März 2007 warf die Mitgliederversammlung des Remscheider Sportbund der Stadtverwaltung den Fehdehandschuh hin, indem sie beschloss, die Hallen-Nutzungsgebühren künftig nicht auf ein städtisches Konto, sondern auf ein Sperrkonto zu überweisen. Auf diese Weise wollten die Vertreter der Remscheider Sportvereine erreichen, dass ihre Gelder nicht im städtischen Haushalt „versickern“, sondern wieder in die Sportstätten zurückfließen. Damals suchte die Stadt mit Hilfe externer Berater nach Einsparmöglichkeiten, weil sie ihren Schuldenberg kaum mehr überblicken konnte. Und dabei wollte sie sich keine „Heiligen Kühe“ leisten; auch nicht im Sport.

Zur Einweihung kam auch Minister Oliver Wittke: Mit Prominenten und „Otto Normalbürgern“ feierte die Stadt Remscheid vor zehn Jahren die Fertigstellung des 1. Bauabschnitts des Lenneper Röntgen-Museums (Eingangshalle, die 1. Etage, das Röntgen-Labor und der Filmvorführraum im Keller sowie der dortige "Zeittunnel", der zu Haus II führt). Dafür kam von der Regionale 2006 mit 1,19 Millionen Euro der größten Batzen, gefolgt von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in Essen mit 500.000 Euro, der Gesellschaft der Freunde und Förderer (245.227 Euro), dem Landschaftsverband Rheinland (182.176 Euro), der EWR Remscheid und der Anton-Betz-Stiftung in Düsseldorf (je 2.000 Euro) sowie zwei Sachspenden zu 50.000 und 30.000 Euro (Röntgengerät bzw. Nebelkammer) von Smiths-Heimann in Wiesbaden und EON Hannover.

Als „strategischen Partner“ für die beiden städtischen Altenheime wünschte sich die Verwaltung vor zehn Jahren die Bergische Diakonie Aprath. Die hatte bereits im Januar ihr Interesse signalisiert an einer gemeinsamen gemeinnützigen Gesellschaft bekundet, an der die Diakonie die Mehrheit der Gesellschafteranteile hält. Gebäude und Grundstücke werden über Erbbaurecht zur Verfügung gestellt. Die stiftungsrechtlichen Besonderheiten der Stockder-Stiftung werden berücksichtigt. Das städtische Personal wird per Überlassungsvertrag gestellt; ausscheidendes Personal wird durch die gGmbH ersetzt.

Unter dem Motto „Bunt statt Beton“ riefen die Remscheider Grünen vor zehn Jahren die Bürgerinnen und Bürger auf, Flächen zu benennen, die Farbe vertragen können. „Immerhin haben sich die Remscheider in einer Umfrage mit überwältigender Mehrheit für mehr Farbe in der Stadt ausgesprochen, das ignoriert die Verwaltung völlig “, sagte David Schichel damals, der junge „Vater“ der grünen Initiative. Einige wenige Graffitis im Stadtbild (z. B. an der Haddenbrocker Straße) erinnern daran heute noch.

Auf die Befragung „Wünsche für ein Leben und Wohnen im Alter" folgte am 5. März 2007 im Rathaus die Gründung des „Runden Tisch 50+“ durch 35 Vertreter von Verbänden, Initiativen, Vereinen, Religionsgemeinschaften, Wohnungsgesellschaften, Polizei, DGB, Parteien, Seniorenbeirat und Behindertenbeirat. Bekräftigt wurde das Ziel, die Seniorenagenda als Querschnittsaufgabe quer durch alle Handlungsfelder kommunalen Handelns zu verankern. Bei der Auftaktveranstaltung wurden sechs Handlungsfelder herausgearbeitet, zu denen jeweils Arbeitsgruppen gebildet werden sollten, um konkrete Projekte zu entwickeln.

Vor zehn Jahren beschrieb im städtischen Schulausschuss Oberstudiendirektor Michael Birker, Rektor des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums, das „März-Fieber“ in den Schulen der Stadt: „Da wird dann im März noch schnell Geld ausgegeben nach dem Motto `Bevor ein anderer Anspruch darauf erhebt’.“ Denn dass der städtische Etat im März nicht realistisch sei und später gekürzt  werde, habe sich unter den Schulleitern herumgesprochen. Als erschreckend bezeichnete Birker die Kürzung der Schulmittel um 28 Prozent innerhalb von vier Jahren.

Bei der Einbringung des Etatentwurfs in der Ratssitzung am 13. November 2006 hatte Stadtkämmerer Jürgen Müller es angekündigt, und im März 2007 machte es sich in den Ausschüssen des Rates erstmals schwarz auf weiß in Stapeln von Papier bemerkbar - das neue kommunale Finanzmanagement (NKF), mit dessen Hilfe damals der bis dahin nach dem Prinzip der Kameralistik geführte Finanzhaushalt der Stadt auf das Prinzip der Doppik umgestellt wurde.  Dabei komme dem  Controlling eine größere Aufgabe zu als bisher. Und daran haperte es dann in den Folgejahren an vielen Stellen.

Oberbürgermeisterin Beate Wilding war im März 2007 noch zuversichtlich: Ein Arbeitskreis Remscheider Unternehmer habe den Entwurf eines Finanzierungsplanes für das „Schaufenster der Wirtschaft“ fertig gestellt, abgestimmt mit der Verwaltung. Der werde jetzt noch allen übrigen, an diesem Projekt interessierten Geschäftsleuten vorgestellt und danach dann in den Ausschüssen der Politik. Wilding: Es war das Pfeifen im Walde, wie sich später herausstellte.

Vor zehn Jahren machte wieder das Gerücht die Runde, ein auswärtiger Investor würde gerne in Remscheid ein Designer Outlet Center errichtet. Diesmal nicht am Hauptbahnhof, sondern in Endringhausen. Die Wählergemeinschaft W.I.R. lüftete damals in einer Pressemitteilung das Mäntelchen des Schweigens: „Es gibt die Chance, direkt gegenüber dem geplanten Gewerbegebiet Blume ein großflächiges DOC zu errichten“, hießt es da. Die W.I.R. frohlockt: „Remscheid ist attraktiv. Die Bergischen Städte sind auch für Großinvestoren äußerst attraktiv. Das geplante Designer Outlet Center (DOC) an der A1-Auffahrt Lüttringhausen / Lennep im Bereich Endringhausen ist ein Beweis dafür.“ Das geplante?! Auch dies blieb eine Luftnummer.

Am 29. März 2007 wurde der neue Spielplatz auf dem Hohenhagen mit einem großen Spielfest eingeweiht. Seitdem hat man vom Turm der Rutsche eine wunderschöne Aussicht über Remscheid.

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