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Aus den Anfänge der Lenneper Feuerwehr

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Ende April bzw. Anfang Mai feierte die Freiwillige Feuerwehr Lennep ihr 150jähriges Jubiläum. Wie eine dafür erstellte umfängliche Publikation ausweist, ist die verlässlichste Quelle für die Vorgeschichte und Gründung der Lenneper Feuerwehr die historische Festschrift zum 60jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Lennep aus dem Jahre 1927. Was dieses Heft so authentisch macht, ist nicht nur die darin enthaltene Menge an Informationen, sondern auch die Tatsache, dass der Hauptverfasser der Kapitän a.D. der Handelsmarine Paul Windgassen (1888-1965) war. Durch die Folgen des Ersten Weltkriegs sozusagen arbeitslos geworden, versah Windgassen zeitweise Aufgaben des Lenneper Stadtarchivs und verfasste zahlreiche historische Arbeiten, sehr oft auch auf der Grundlage der handschriftlichen Aufzeichnungen des Lenneper Baumeisters Albert Schmidt (1841-1932), der 1867 zu den Gründungsvätern der Wehr zählte und in den Jahren 1874 bis 1876 das nebenberufliche Oberkommando innehatte.

Bezüglich der Feuerwehrgeschichte saß Paul Windgassen im Lenneper Stadtarchiv sicherlich an einer guten Quelle. Hinzu kam, dass er ein Sohn des legendären Hermann Windgassen war, der als Wirt des später so genannten Kölner Hofs am Kölner Tor in Lennep auch Mitbegründer mehrerer Lenneper Vereine im letzten Drittel des 19. Jahrhundeets war. U.a. war Hermann Windgassen auch Begründer einer über Jahrzehnte existenten Feuerwehrkapelle, denn er war auch ein begnadeter Musiker, dessen Nachfahren übrigens europaweit als Opern- und Kammersänger glänzten. Sohn Paul konnte also für die erste Lenneper Feuerwehrgeschichte auf familiäre Erinnerungen zurückgreifen. Er nahm dabei nicht nur Bezug auf den bekannten Lenneper Stadtbrand von 1746, sondern brachte in der Festschrift auch die Stadtbrände von 1325 und 1563 zur Sprache, die die früheren historischen Dokumente gänzlich vernichtet hatten. Weiterhin fügte er einige veranschaulichende Dokumente aus dem Stadtarchiv durch Faksimiles bei. Bei seiner weiteren Darstellung der Entwicklung bis 1848 stützte sich Windgassen auch auf mehrere um 1900 veröffentlichte Arbeiten des Lenneper Heimatforschers Carl vom Berg. Dabei heißt es für die Zeit vor 1800: Von einer organisierten Feuerwehr war damals in Lennep noch keine Rede. Es musste sich eben jeder Bürger bei einem ausbrechenden Brande am Löschwerk beteiligen.

Am 13. Juli 1867 wurde im Lokal der Witwe Daniel Frielinghaus in der Lenneper Pastoratstraße aus ca. 50 Mitgliedern der Lenneper Turngemeinde eine Lenneper Feuerwehr  gegründet. Sie wurde folglich damals auch als Turnerfeuerwehr bezeichnet. (Ab dem Revolutionsjahr 1848 hatten sich allerdings zusätzlich auch die Lenneper Bürgerwehr und ab 1850 der daraus neu entstandene Bürgerverein um das Brandwesen gekümmert.) Die Mitgliederzahl wuchs stetig. 1869 gab es bereits 155 Mitglieder, und unter der Leitung des ersten Kapellmeisters Maurice Chemin-Petit wurde eine vorläufige Musikkappelle gegründet. Aus der genannten Zeit stammt übrigens auch einer der ersten baulich für die Feuerwehr speziell eingefassten Lenneper Feuerlöschteiche, auf dem später auch ein Schuppen errichtet wurde, um die Feuerlöschgerätschaften aufzunehmen. Das kleine Gebäude an der Ecke Poststraße / Sackgasse ist auf vielen Straßenansichten der vorletzten Jahrhundertwende zu erblicken.

Die 1870er Jahre brachten Lennep einen enormen Aufschwung, und allgemein wurde eine Reorganisation der Feuerwehr als notwendig empfunden. Auf Veranlassung mehrerer Mitglieder der Turner- und Bürger-Feuerwehr wurde 1876 durch Bürgermeister Sauerbronn eine gemeinsame Feuerwehr unter dem neuen  Namen Lenneper Freiwillige Feuerwehr gegründet. Dem ebenfalls neu gegründeten Brandrat gehörten außer dem Bürgermeister Sauerbronn die Herren Fritz Hardt, Fritz Haas, Ludwig Dürholt und Albert Schmidt an. Im Jahre 1878 gründete Hermann Windgassen dann eine Feuerwehrmusikkapelle, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Bestand hatte. Windgassen lieh sich damals vom Lenneper Fabrikanten Emil Schröder 300 Mark zur Anschaffung neuer Instrumente. Eine schöne Geschichte erzählt, dass nach einem Jahr die Kapelle dem Darlehensgeber zum Geburtstag eine Morgenmusik gab, worüber dieser so erfreut war, dass er den Schuldschein zerriss.

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