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Beratung rund um das Thema „Versetzung“

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Sitzenbleiben und dann? – Wiederholung als Chance? Am Montag, 3. Juli, bietet die Psychologische Beratungsstelle in ihren Räumlichkeiten Hastener Straße 15 von 8 bis 11 Uhr und 15 bis 17 Uhr die Möglichkeit, mit Schulpsychologen auszuloten, welche schulischen Chancen sich beim drohenden Sitzenbleiben bieten und wie in der Familie nun mit der Situation umgegangen werden kann. Eine Anmeldung für weitere Gespräche kann dann aufgenommen werden.

In wenigen Wochen ist es wieder so weit: Schüler mit zwei oder mehr Fünfen in den Quartalsnoten droht eine Ehrenrunde in ihrer Klassenstufe, es sei denn, es gelingt ein Leistungsanstieg oder ein Notenausgleich in anderen Fächern. Nach dem Sitzenbleiber-Atlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sind dabei im Schuljahr 2014/15 von bundesweit 2,7 Millionen Schülern knapp 53.000 Schüler hängen geblieben, die Mehrzahl in den Gymnasien, aber auch mehr als 5.000 Mädchen und Jungen in den Grundschulen. Im Ländervergleich liegt NRW dabei im Mittelfeld. In der politischen Diskussion darüber, ob denn ein Sitzenbleiben überhaupt sinnvoll ist, wird oft ins Feld geführt, das koste dem Steuerzahler in Deutschland laut einer Bertelsmann-Studie von 2009 pro Jahr 930 Millionen Euro – brächte bei leistungsschwächeren Schülern aber laut internationaler Studien zu wenig. Und so gibt es in unserem föderalen Bildungssystem Länder wie Hamburg, wo es gar kein Sitzenbleiben mehr gibt, Schulformen wie die Gesamtschule in NRW, wo die Klassenwiederholung ebenso nicht vorgesehen ist und anderseits Länder wie Bayern, wo es als wichtiges pädagogisches Instrument gilt. Hier wird die Wiederholung als Chance gesehen, den Stoff zu vertiefen; die Tatsache, dass es ein Sitzenbleiben gibt wird als Antrieb für Lernvermeider gesehen.

Aber was ist das Sitzenbleiben nun? Sinnlose Zeitverschwendung? Schreckgespenst? Motivationsquelle? In der Psychologischen Beratungsstelle der Stadt Remscheid kümmern sich Schulpsychologen um die Frage, was getan werden kann, um ein Lernversagen zu verhindern. Denn als solches wird das Sitzenbleiben oft verstanden. Rechtzeitig zu analysieren, warum es in der Schule hakt, ist ein Schlüssel, um zu wissen, wo Unterstützung nötig ist: So entpuppt sich die Faulheit eines Schülers vielleicht als fehlende Kompetenz, Verantwortung für seinen Lernerfolg zu übernehmen. Eine solche Verantwortung ist nicht einfach da, sondern muss gelernt und erfahren werden. Oder das geringe Leistungspensum liegt an mangelnder Lesekompetenz des Kindes. Oder die mündliche Mitarbeit erlahmt aus Sorge um hämische Kommentare der Mitschüler. Gründe sind viele denkbar und die Schulpsychologie beleuchtet genau dies, um die geeigneten Gegenmaßnahmen zu finden und mit der Schule zu besprechen. Dann wird das Sitzenbleiben vielleicht eine Komponente der Förderung, wenn sie erwarten lässt, dass die Maßnahmen in Gänze Fortschritte bringen. Manchmal geht es auch darum, Zeit zu gewinnen, um mit einem gezielten Förderplan wieder Erfolge vermitteln zu können.

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