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Fässchen Bier zur Förderung der Nachbarschaft

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Nüdelshalbach

Der Bebauungsplan 472 am Ende der Nüdelshalbach brachte 1991 die Bürger der Nüdelshalbach zusammen, um im Rahmen einer Bürgerinitiative gegen dieses Bauvorhaben zu argumentieren. In einer Bürgerversammlung in Haus Goldenberg wurden Rainer Hasenclever, Sigrid Klenner, Gabriele Lipka und Armin Zache, von allen Anwohnern der Hofschaft beauftragt, die Aktivitäten einer Bürgerinitiative zu koordinieren. Horst Braun, Bergischer Naturschutz Verein, referierte über die Folgen für die Natur, wenn die Pufferzone zum angrenzenden Naturschutzgebiet Diepmannsbachtal wegfallen würde. Zusätzlicher  Autoverkehr sei in der Straße nicht möglich, so einstimmige Überzeugung der Bürger. Feuerwehr, Krankenwagen oder Anlieferungen per LKW würden schon jetzt zwischen den parkenden Autos stecken bleiben.

Durch umfangreiche Aktivitäten versuchten die Akteure zu überzeugen: Plakate geklebt, Unterschriften gesammelt, die politischen Gremien einbezogen, Leserbriefe geschrieben, Teilnahme an verschiedenen Umweltfesten in der Stadt. Die Argumente schienen jedoch Politik und Verwaltung nicht zu überzeugen. So wurden Spenden gesammelt, um anwaltliche Unterstützung finanzieren zu können. Die Nüdelshalbacher bastelten, stickten, backten Weihnachtsgebäck, um es auf dem Lüttringhauser Weihnachtsmarkt zu verkaufen. Sogar Erlöse aus eigenen Blutspenden kamen in den Topf. 847 Unterschriften wurden Oberbürgermeister Reinhard Ulbrich im Sommer 1993 übergegeben . Die meisten stammten wohl von Erholungsuchenden des Diepmannsbachtals, denn die Hofschaft dürfte damals etwa 350 Anwohner gezählt haben.

In der entscheidenden Ratssitzung konnten die Ratsmitglieder frei entscheiden und stimmten mehrheitlich gegen die Bebauung. Der BP 472 wurde eingestellt. Für das nun nicht mehr benötigte Geld wurde ein Apfelbäumchen im Klauser Bachtal gepflanzt, 2 Ruhebänke mit Blick auf die Wiese finanziert, der RBN erhielt einen Betrag um eine Fläche im Naturschutzgebiet Diepmannsbachtal ankaufen zu können. Die freiwillige Feuerwehr wurde an ihrem 1.Sommerfest an der Haddenbacher Straße unterstützt. (Es ist gut, dass die  Feuerwehrleute die Straße auch heute im Blick haben, der Autoverkehr ist nicht geringer geworden, die Straße ist, wie damals dokumentiert, oftmals durch die vielen Autos blockiert).Am 24. SAugust 1996 wurde ein großes Sommerfest für die Nüdelshalbacher als Dankeschön für ihren Einsatz organisiert.

Nach nunmehr weiteren 20 Jahren ist der Generationswechsel gelungen. Die Nüdelshalbach hat einen guten Ruf. Junge Menschen haben alte Häuser gekauft und auf zeitgerechten Wohnstandard gebracht.  Auch die Wiese hat einen altersbedingten Eigentümerwechsel erlebt und wird weiter extensiv bewirtschaftet und naturnah entwickelt. Nun soll das Konto aufgelöst werden. Der Rest von 500 Euro soll Kindern der Ärztlichen Kinderschutzambulanz Bergisch Land e.V. zur Verfügung gestellt werden. Ein Fässchen Bier bleibt dann noch für die jungen Neubürger der Straße für ein  Kennenlerntreffen, um die gute Nachbarschaft zu fördern. (Erika Hasenclever (für Rainer Hasenclever), Sigrid Klenner, Gabriele Lipka, Armin Zache)

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