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"Experimente wagen bei Quartieren für Wohnen und Arbeit!"

Die die quasi über Nacht in Deutschland hereingebrochene Flüchtlingswelle aus Bürgerkriegs- und Armutsgebieten sei in den vergangenen zwei Jahren für die Wohnungswirtschaft in Deutschland eines der bestimmenden Themen gewesen, schreibt Hans-Jürgen Behrendt, der Vorstand der GEWAG Wohnungsaktiengesellschaft Remscheid im Vorwort zum Geschäftsbericht 2016. Der liegt zur Stunde in der ordentlichen Hauptversammlung der stadteigenen AG vor. Zwar könne man auch heute noch von Normalität in der Wohnungsversorgung nicht sprechen. Doch es habe sich „wieder einmal erwiesen, dass gerade kommunale Wohnungsunternehmen bereit waren, soziale Verantwortung zu übernehmen, sich stark zu engagieren und in kurzer Zeit auf die große Herausforderung einzustellen, um die Kommunen und anderen Akteure zu unterstützen“. Deshalb hätten zwischenzeitlich zahlreiche Flüchtlinge die Wohnunterkünfte verlassen und selbst eigenverantwortlich Wohnraum anmieten können.

„Durch die vielfältigen Diskussionen zur Bewältigung der gestiegenen Nachfrage am Wohnungsmarkt ist das Gut ‚Wohnung‘ verstärkt in den Fokus getreten“, heißt es im Vorwort von Behrendt weiter. Die Forderung nach konstanten Mieten zu bezahlbaren Preisen bei guter Qualität sei dabei immer lauter geworden. „Aber es geht nicht nur um Wohnraum, sondern auch um die funktionale Durchmischung.“ Das Leitbild der räumlichen Trennung von Funktionen sei veraltet, demzufolge auch die traditionellen Baugebietskategorien. „Die Menschen schätzen das Nebeneinander von Wohnen, Wirtschaft und Wohlfühlbereichen!“ Es sei deshalb notwendig, durch Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen, auch mit experimentellem Ansatz, um einzelne Gebäude oder ganze Quartiere neu entwickeln zu können, die den Bedürfnissen verschiedenster Wohn-, Arbeits- und Lebenskonzepte entsprechen. Nicht nur im Neubau, sondern gerade im Immobilienbestand seien „neue Wege vielseitiger, paralleler Nutzung“ angebracht, so der GEWAG-Vorstand.

„Mit einer Durchschnittsmiete in Höhe von 5,16 € je qm Wohn-/Nutzfläche bietet die Gesellschaft Wohnraum mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis“, teilt die GEWAG anlässlich der heutigen Hauptversammlung mit. „Wohnungen, die zum Schutz des Klimas, zur Schonung der Ressourcen und zur Reduzierung der Kosten für Heizenergie eine starke Wärmedämmung und neue Fenster haben, sind bereits deutlich unter sechs € je Quadratmeter Wohnfläche zu erhalten. Durch den nachträglichen Einbau von Aufzügen wurde der Bestand an barrierearmen Wohnungen in den letzten Jahren deutlich vergrößert. Bodenebene Duschen sowie helle Fliesen und pflegeleichte, moderne Bodenbeläge in den Wohnräumen gehören zu den Ausstattungsmerkmalen zahlreicher renovierter Wohnungen.“ Wo bei vereinzelten Haushalten finanzielle Engpässe zum wohnungswirtschaftlichen Alltag gehören, will die GEWAG mit ihrer vor zehn Jahren eingerichteten  gesellschaftseigene Mieter- und Mietschuldenberatung auch weiterhin dazu beitragen, dass durch Prävention und Unterstützung die endgültige Zahlungsunfähigkeit vermieden werden kann.

In bevorzugter und zentraler Lage (Struck) bot die Gesellschaft an der Auguststraße auf einer Fläche von rund 9.500 Quadratmetern Grundstücke für zweigeschossige Ein- und Zweifamilienhäuser an. „Wo sich ehemals Mehrfamilien-Geschosswohnungsbau befand, entstehen heute individuell geplante Gebäude, die sich in die seit Jahrzehnten gewachsene Umgebung einfügen. Seit dem Verkaufsstart im Jahr 2014 wurden 28 Grundstücke veräußert, davon 20 im Jahr 2016. Mittlerweile wurden auch die restlichen vier Parzellen veräußert“, heißt es in der Pressemitteilung der Wohnungsbaugesellschaft. Sie konnte das Geschäftsjahr 2016 mit einem gegenüber dem Vorjahr deutlich höheren Jahresüberschuss in Höhe von 3,3 Millionen € abschließen, im Wesentlichem bedingt durch den zusätzlichen Verkauf von Bestandsimmobilien mit Umsatzerlösen von insgesamt 33,4 Millionen €.

Die GEWAG Remscheid bewirtschaftete am 31.12.2016 insgesamt 6.252 eigene Wohnungen, 86 gewerbliche Einheiten und 1.911 Garagen bzw. Stellplätze mit einer Wohn-und Nutzfläche von 433.069 qm. Rund ein Viertel (1.484 Wohnungen) des Wohnungsbestandes ist preisgebunden.

Die Zahl der Kündigungen war im fünften Jahr rückläufig. Zu 95 Prozent wurden sie von Mietern ausgesprochen. Rund ein Drittel der Haushalte sind wegen eines Todesfalls, zukünftiger Heimunterkunft, Arbeitsplatzwechsel oder Immobilienkauf aufgelöst worden. Die Gesellschaft wird sich weiterhin als verantwortungsvoll handelnder Partner der Stadt den einkommensschwachen Haushalten widmen, damit sich diese am Markt angemessen mit Wohnraum versorgen können und damit die Stadtentwicklung durch soziales Wohnen gestärkt wird. Neben dem Neubau von Wohnungen und Sozialbauten wird das Unternehmen mit der Kombination aus Modernisierungs-, Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen den Substanzwert der Bestandsimmobilien optimieren und somit zum positiven Erscheinungsbild der Quartiere beitragen.

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