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Störenfriede bei Kunstprojekt im Lobachtal

Lobach-Renaturierung wertet Naherholungsgebiet auf“, titelte der Waterbölles am 6. April 2016 nach der öffentlichen Abschlussfeier zur erfolgreichen Renaturierung des Lobach. Er fließt jetzt wieder „über Tage“ in einem neuen Gewässerbett durch das stille Tal. Wegen einer kommunalen Kläranlage, die von 1903 bis 1962 betrieben wurde und Platz in der Aue benötigte, war der Bach zuvor auf einer Strecke von 500 Metern in eine Betonröhre verbannt worden. Aus Teilen dieser alten Leitung wird derzeit ein Kunstobjekt – unter Leitung der Remscheider Kunstpädagogin Ute Lennartz-Lembeck und mit Unterstützung von Honsberger Jungen und Mädchen, die sie in ihrer „Kunstschule Heimat“ mit den unterschiedlichsten Werkstoffen an Kunst im weitesten Sinne heranführt. An den alten Betonröhren im Tal spielt beispielsweise auch Moos eine Rolle. Es ist der Grundstoff für das Graffiti „freedom cannot wait“ (Foto oben). Die Künstlerin: „Ökologisch einwandfreies Moos-Graffiti benötigt in den ersten Wochen eine ständige Befeuchtung, damit es anwächst.“

Doch die erste Arbeit war leider vergeblich. Gestern musste das Graffiti erneuert werden. Denn in der Nacht zuvor hatten Unbekannte die Eisenschranke auf dem Weg zum Tal gewaltsam aufgehebelt und an dem noch unfertigen Werk sinnlos ihr Mütchen gekühlt. Ute Lennartz-Lembeck: „Das Graffiti war zerstört. Und das Moos, das wir auf einer Paste aus Joghurt ausgelegt hatten, war verschwunden. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Der Schriftzug ist ja definiert, und Moos-Massen habe ich noch genug! Das Mosaik ist zum Glück unbeschadet geblieben!“ Ärgerlich: Herausgerissen hatten die Unbekannten auch vier frisch gepflanzte Bäumchen. Ute Lennartz-Lembeck: „Ich hoffe, die wieder eingepflanzten Bäumchen stehen noch immer!“ heute Vormittag auch noch.

Von Dagmar Jaspers, Biologin im Fachdienst Umwelt der Stadt Remscheid, hatte Ute Lennartz-Lembeck Einzelheiten des Renaturierungsprojekts erfahren. Sie sagt dazu heute: „Ich begann zu recherchieren, und meine Bewunderung und mein Interesse für dieses wertvolle Stück Natur in meiner Heimatstadt wuchsen stetig!“ Anfang dieses Monats fing sie an, zwei Röhrenstücke, Fragmente der ehemaligen Rohrführung, zu bearbeiten und entwarf ein Glasmosaik für das Innere der Röhren. Dafür mussten zunächst mit einer Betonmasse der Röhrenboden etwas begradigt und Tiefgrund aufgetragen werden. Gemeinsam mit Fotograf Hans-Georg Müller hatte sie zuvor die unteren Innenseiten der Rohre mit Stahl-Bürsten gesäubert. All dies war zeitaufwendig und manchmal auch sachweißtreibend. Umso ärgerlich ist für beide jetzt die nächtliche Störaktion, ungeachtet der auf einem kleinen Plakat (Foto Mitte unten) unübersehbaren Bitte, das noch unfertige Kunstprojekt in Ruhe zu lassen.

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