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Kleines Neubauprojekt am Singerberg erhitzt die Gemüter

Dass aus Grünland Bauland wird, ist an der Tagesordnung. Der umgekehrte Vorgang ist zwar nicht unmöglich, aber äußerst selten. „Das geht nicht“, stellte in der Sitzung der Bezirksvertretung Lüttringhausen gestern gar Bezirksvorsteher Philipp Veit (CDU) fest. Damit war ein 2.236 großes Grundstück an der kleinen Stichstraße „Am Singerberg“ im Ortsteil Goldenberg gemeint, dessen wechselvolle Geschichte jetzt um ein weiteres Kapitel fortgeschrieben werden soll – sehr zum Unwillen von Anwohnern, die das Waldstück mit seinen bis zu 160 Jahren alten Bäumen als „Naturdenkmal“ erhalten wissen wollen. Andere ärgern sich, mit ihren Bauplänen nicht selbst zum Zuge gekommen zu sein. Sie hatten bei der Stadt Remscheid schon vor geraumer Zeit Kaufinteresse angemeldet, um ihre eigenen Grundstücke zu arrondieren – den Bau von Einfamilienhäusern nicht ausgeschlossen. Seit Aufstellung des  Bebauungsplanes Nr. 382 in den 90-er Jahren ist das Gelände Bauland. Nun interessiert sich ein auswärtiger Unternehmer dafür, der dort an einer noch zu erschließenden Stichstraße mit Wendehammer sieben zweistöckige Häuser bauen möchte. Dagegen protestieren die Anwohner nun unisono in einem Brief an die Bezirksvertretung: „Das kleine Waldgrundstück … hat sich …zu einem Biotop entwickelt, in dem die Natur seit über 24 Jahren völlig unberührt sich selbst überlassen war, wo Flora und Fauna eine mannigfaltige Artenzahl hervorbringen konnte. (…) Hat die Stadt Remscheid nicht zahlreiche, teilweise sogar bereits erschlossene Flächen, die zu einer Bebauung geradezu auffordern?“

Die Argumente gegen Neubauprojekte vor der eigenen Haustüre sind im Rathaus längst bekannt: Rückläufige Einwohnerzahl, leerstehende Wohnungen, problematischer Wohnungsneubau auf belasteten Böden. Das eine spielte kürzlich in der Diskussion um den Sonnenhof eine Rolle, das andere bei den Planungen auf einem ehemaligen Gelände der Firma Strasmann in Ehringhausen. Von Altlasten sprechen auch die Anwohner. „Bereits im Jahr 1996 stand das Thema „Bebauung am Singerberg" schon einmal an. Damals kam der begründete Verdacht auf, dass das Grundstück durch industriellen Abfall belastet ist. Es wurden Bodenproben entnommen und eine mittelschwere Belastung wurde attestiert. Diese Belastungen sind ungefährlich, solange man das Grundstück in seinem Zustand belässt. Wer trägt aber Sorge dafür, dass bei einer Bebauung keine Gefahr von diesen Abfällen ausgeht?“, heißt es in ihrem Brief. Wie das geregelt wird (Bau-Auflagen wie Abtransport von Bodenschichten bzw. deren Abdeckung) zeigt die Bauverwaltung gerade in Ehringhausen. Am Singerberg stelle sich diese Frage derzeit aber gar nicht, betonte Philipp Veit. Das bleibe dem späteren Bebauungsplan vorbehalten. Derzeit existiere nur eine Bauvoranfrage. Im Übrigen könne die Bezirksvertretung nur eine Empfehlung aussprechen. Entschieden werde im Bauausschuss. Dem gehört Peter Otto Haarhaus (CDU). Er sagte in der Bezirksvertretung zu, der Bauausschuss werde die Planungen schon in dieser frühen Phase aufmerksam begleiten und gegebenenfalls eingreifen.

Warum denn eigentlich der erste Bebauungsplan niemals rechtgültig geworden sei, wollte Stephan Jasper von den Grünen wissen. Andreas Huth, Abteilungsleiter für die Stadtbezirksplanung, musste passen. Doch Veit erinnerte sich: Der Plan  sei „eingeschlafen“, nachdem damals der Investor wieder abgesprungen sei. Alteingesessene Goldenberger können sich noch gut daran erinnern: Ein Remscheider Wohnungsbauunternehmen habe damals oberhalb des Singerberges „einen Wohnklotz hinstellen wollen“. Da sei man Sturm gelaufen – „bis nach Düsseldorf“. Lange Zeit sei damals die Tatsache von offizieller Seite bestritten worden, dass die „Villa Goldenberg“ denkmalgeschützt ist; sie hätte damals abgerissen werden sollen.

Das steht heute nicht mehr zur Diskussion. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass auch dieses Bauvorhaben wieder im Sande verläuft. Denn die Erschließung des Geländes ist aus verschiedenen Gründen problematisch. Die Anwohner: „Wie soll ein Grundstück mit den Abwässern von sieben zweistöckigen Häusern und noch weiteren vom Nachbargrundstück (Flurstück 489), plus Garagen, plus bodenversiegelter Straße entwässert werden?“ Eine Kanalisation gibt es in diesem Gebiet noch nicht, lediglich Sickergruben. „Die kleine Straße Am Singerberg wird nach Auskunft der Entsorgungsbetriebe REB auch in Zukunft keine Kanalisation erhalten“, vermuten die Anlieger. Das hörte sich in der Sitzung der Bezirksvertretung aber anders an: Die REB habe vor, innerhalb der nächsten sechs Jahre dort zu buddeln.

Doch die Anwohner können noch mehr ins Feld führen: „Die kleine Anliegerstraße ist sehr eng, unübersichtlich und nur zugelassen für Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Die Straße ist außerdem die Zufahrt zum Kindergarten Goldenberg und verfügt über keinen Gehweg. Vom Baustellenverkehr würde also über längere Zeit eine erhöhte Gefährdung für Fußgänger und vor allem spielende Kinder ausgehen!“ Das ergänzte in der Sitzung Annemarie Blum durch den Hinweis, auch die Evangelische Kirchengemeinde werde gegen das Projekt noch Bedenken anmelden.

Es handele sich folglich um einen „sehr sensiblen Bereich“, wo man sehr genau hinsehen müsse, meinte Stephan Jasper und erinnerte an das nun schon mehrere Jahrzehnte andauernde Gezerre um das Gelände der „Villa Goldenberg“ (Am Singerberg 6). Die hatte die Stadt 1964 gekauft, dann mehrfach verpachtet, später verkauft. Das Gelände wurde parzelliert, teilweise als Gartenland verpachtet, die jetzt zur Diskussion stehenden 2.236 Quadratmeter führt die Stadt seit dem „eingeschlafenen Bebauungsplan“ als Bauland in ihren Akten. Der Besitzer eines angrenzenden Grundstücks würde ebenfalls gerne bauen.

Für Kaufinteressenten rollt die finanzschwache Stadt gerne auch mal den roten Teppich aus. Dabei findet sich in ihren Akten auch eine Stellungnahme des Landeskonservators aus dem Jahre 1981. Er kam damals zu dem Schluss, dass es sich bei der denkmalgeschützten Villa und dem „parkähnlichen alten Baumbestand“ um ein erhaltenswertes Ensemble handele. Jasper: „Es wäre ein Jammer, müssten die Bäume weichen!“

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Waterbölles am : „Waterbölles“ taucht im Vorwort eines neuen Romans auf

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Wenn das nicht ungewöhnlich ist: Der Waterbölles gab die Initialzündung zu einem Roman. Sein Titel: „Villa Goldenberg“. Erschienen ist er Anfang dieses Jahres, und geschrieben hat ihn Bernd Kleuser. Der Name der Familie, deren Stammbaum bis ins Jahr 1487

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