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Tor zum Kirchgarten zeigt die „Lutherrose“

von Hans Kadereit

In diesen Tagen ist ein halbes Jahrtausend vergangen, seit am 31. Oktober 1517 Martin Luther „eigenhändig die 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt hat“. Historisch ist das „eigenhändige“ umstritten, denn er kann es auch dem dortigen Hausmeister überlassen haben. Jedoch hat er sie „als Auffassung in einem Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg sowie Albrecht von Brandenburg in Umlauf gebracht“. So ist es in alten Schriften nachzulesen.

Ab dem Jahr 1530 verwendete Luther für seinen persönlichen Briefverkehr ein Siegel, das später „Lutherrose“ genannt und zum Symbol der evangelisch-lutherischen Kirchen wurde. Maß genommen hierfür hat Luther beim „Löwen- und Papageien-Fenster“ in der Kirche des Augustinerklosters in Erfurt (dort auch heute noch zu besichtigen), wo Martin Luther in den Jahren 1505 bis 1512 als Augustinermönch lebte. Solche Siegel für Briefe sind übrigens schon 300 Jahre früher verwendet worden.

Dieses spezielle Siegel „wurde 1530 im Auftrag des Prinzen und späteren Kurfürsten von Sachsen, Johann Friedrich des Großmütigen, für Luther erstellt, als dieser sich während des Reichstags zu Augsburg 1530 in der Veste Coburg aufhielt. Lazarus Spengler schickte Luther eine Zeichnung des späteren Siegels zu. Luther betrachtete es als Ausdruck bzw. Zusammenfassung seiner Theologie und seines Glaubens, “ heißt es in Wikipedia.

In Lüttringhausen hatte Martin Luther schon früh große Bedeutung. Nach dem Bau der Goldenberger Kirche 1954 erhielt die Pforte zum Kirchgarten ein schmiedeeisernes Tor, gefertigt von einem Kunstschmied. Darauf die „Lutherrose“ als Erinnerung an den großen Reformator. Ein Foto dieses Gartentor ist übrigens auch in Wikipedia unter „Lutherrose“ zu sehen.

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Kommentare

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Dr. Wilhelm R. Schmidt am :

Als ich den Beitrag zur “Lutherrose“ las, da fiel mir ein, dass ich in meinen Archivbeständen ja auch eine einschlägige Brosche habe, die im Jahre 1933 zum damaligen „Deutschen Luthertag“ am 10. November herausgegeben wurde. In einer Kupferlegierung und manchmal versilbert zeigt sie die Lutherrose. In der Tat eine schöne Brosche, die sich viele Christen an die Brust hefteten. Der damalige Luthertag wurde mit kirchlichem Segen der nationalsozialistischen Idee mit der baldigen Gewaltherrschaft dienstbar gemacht. Wir wollen das hier nicht vertiefen, aber natürlich ist immer Vorsicht angesagt, wenn Embleme in der Historie tradiert und später für weitere religiöse und gesellschaftspolitische Anliegen instrumentalisiert werden. Dazu kann uns der „Deutsche Luthertag“ 1933 zum 450. Geburtstag des Reformators als warnendes Beispiel dienen, umso mehr, als von der damaligen Jugend Luthers Vereinnahmung den Berichten zufolge meist nicht bemerkt wurde. Eine schöne Brosche ist geblieben, lange hatte ich sie nicht mehr angeschaut, sie ist ja auch viel kleiner als die Lutherlinden und Luthereichen, die z.T. prächtig die Zeiten überdauert haben, und die der Brosche seinerzeit zugedachte Identitätspräsentationsfunktion wirkt heute anachronistisch und überholt.

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