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Noch genug Geld für einen niedrigeren und schmaleren Steg?

„Mit dem Steg Nord wird die … Verbindung von Innenstadt, Hauptbahnhof und Südbezirk hergestellt. Der Steg Nord ist Bestandteil der Städtebauförderung“, beginnt „wenig spannend“ eine Miteilungsvorlage der Verwaltung, die der Bauausschuss gestern zur Kenntnis nahm. Erläutert hatte Günter Breidbach von der städtischen Bauverwaltung den aktuellen Plan schon im Juli in der in der Lokalpresse und bei einem Termin mit Mietern der angrenzenden GEWAG-Hochhäuser, da sogar mittels einer inzwischen erstellten Computeranimation in 3D. Die bekamen gestern auch die Mitglieder des Bauausschusses zu sehen.

Im Entwurf des städtebaulichen Wettbewerbes begann der Nordsteg fast auf Höhe des oberen Parkplatzes am ADAC-Gebäude an der Bismarckstraße. Bereits der Antrag auf Landesmittel vom 20.12.2004 enthält, wie gestern zu erfahren war, eine etwas verkürzte Variante. Darin ist das obere Widerlager auf dem als Fußweg und Ausfahrspur genutzte Weg zwischen dem ADAC-Gebäude und dem Grundstück Freiheitstraße Nr. 4 vorgesehen. Dadurch könnte der Weg als Ausfahrspur nicht mehr genutzt werden. Deswegen wird nunmehr überlegt, die Brücke noch etwas weiter unterhalb beginnen zu lassen. Das hätte den Vorteil, dass Fußgänger von der dann niedrigeren Brücke in weniger Fenster der Hochhäuser blicken könnten; Anwohner (Freiheitstraße Nr. 4) hatten bereits von einer „Spanner-Brücke“ gesprochen. Ein Planungsbüro hat inzwischen den Auftrag erhalten, die mit den Bürgern diskutierten Planvarianten weiter auszuarbeiten. Dies betrifft neben der Verkürzung auch „eine mögliche Verschmälerung des Steges“ (Zitat aus der Vorlage).

Aus topografischen Gründen wird der Nordsteg für Rollstuhlfahrer nur schwer zu befahren sein, gab Günter Breidbach gestern Auskunft. Das liege an einer Steigung von 7,7 Prozent im unteren Bereich. Wunderte sich Hilmar Somborn (CDU), dass beim Bau vor Mehrfamilienhäusern die Rampe zum Eingang keine größere Steigung als sechs Prozent haben dürfe. Bauordnungsamtsleiter Klaus-Udo Quadflieg dazu: „Baurechtliche Vorschriften gelten im Bereich von Stra0en und Brücken nicht.“

Insgesamt werde die Brücke eine Länge von 136 Metern haben (Südsteg 95 Meter) und wegen der größeren Länge eine statische Innenhöhe der Stahlkonstruktion von 80 Zentimetern gegenüber 70 Zentimetern beim Südsteg. führte Günter Breidbach weiter aus. Die nutzbare Breite liege bei 4,50 Metern. Während der Südsteg auf für Rettungsfahrzeuge befahrbar sein müsse, sei dies beim Nordsteg nicht erforderlich.

Auch die „Spanner-Frage“ wurde gestern im Bauausschuss kurz diskutiert. Nach Angaben von Breidbach führt der Nordsteg in einer Entfernung von zwölf Metern am nächstgelegenen Hochhaus vorbei. Mietern, die sich dadurch gestört fühlen, empfahl er Sichtschutzfenster, die zwar ohne Beeinträchtigungen den Blick nach draußen zuließen, aber nicht nach innen. „Und was ist nachts, wenn in den Wohnungen Licht brennt?“, wollten Ausschussmitglieder wissen. Thomas Judt, der Chef des Gebäudemanagements: „Die Technik funktioniert auch nachts!“

Was gestern nicht zur Sprache kam waren die weitaus spannendere Frage nach den Finanzen. Derzeit geht die Verwaltung offenbar der Frage nach, ob überhaupt noch genügend Geld für den Nordsteg zur Verfügung steht. Denn für den Teilbereich der Städtebauförderung im Gesamtkomplex „Hauptbahnhof“ existiert anscheinend im Gegensatz zum Südteil, wo Drees & Sommer die Finanzen im Auge hat, kein Controlling. Die Sorge: Kennepohl könnte zweckgebundene Gelder für andere Projekte verwendet werden. Dazu heute morgen die Bauausschussvorsitzende Elke Rühl auf Anfrage: „Ich gehe davon aus, dass das Geld für den Nordsteg vorhanden ist. Wenn er jetzt etwas schmaler wird, kostet er auch weniger.“

Waterbölles-Kurzkommentar: Dass die Möglichkeit der Zweckentfremdung von städtischen Geldern und/oder Landesmitteln im Rathaus überhaupt ernsthaft in Betracht gezogen wird, ist schon ein „Knaller“. Denn das unterstellt, dass ein Leitender Mitarbeiter schalten und walten kann, wie er will. Und ohne dass dies anderen bekannt wird. Und wenn andere doch davon gewusst haben sollten, warum haben sie dann geschwiegen?

Trackbacks

waterboelles.de am : Statt "Schaufenster der Wirtschaft" Picknick in der City?

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Waterbölles-Kommentar Der Countdown läuft, und alles deutet darauf hin, dass die Seifenblase endet, wie alle Seifenblasen enden – mit einem Knall. Fraglich scheint nur: Wird es ein leises „Plop“ werden oder ein deutlicher Kracher? Die Rede ist – mal wiede

Kommentare

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Wieland Gühne am :

Die Fragen aus dem Kommentar des Waterbölles gingen mir heute Morgen beim Lesen des RGA auch durch den Kopf. Wenn es wirklich so wäre, dass ein Leitender Mitarbeiter Gelder zweckentfremden kann, ohne dass dies der Kämmerer merkt, wäre das der nächste Skandal in Remscheid.

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