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Für Besucher immer ein freundliches Lächeln

Natürlich hatte er in der Pförtnerloge des Remscheider Rathauses nicht immer Spätdienst, wenn ich am späten Nachmittag zu einer Ausschuss- oder Ratssitzung kam, die mich als Journalist interessierte. Aber mit den Jahren war es Bernhard Werth mit seinem freundlichen Lächeln, den ich in der Pförtnerloge, im Flur oder auf dem Podest vor der Rathaustreppe erwartete für einen kurzen Plausch. Wie viele Menschen mag „die gute Seele des Hauses“ in den vergangenen 22 Jahren dort Kommen und Gehen gesehen haben. So hatte ihn einmal Oberbürgermeisterin Beate Wilding einer prominenten Besucherin vorgestellt, der nordrhein-.westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Und das ist hängegeblieben. Zu Recht. Auch wegen seiner Hilfsbereitschaft. Denn den „kurzen Dienstweg“ hatte er verinnerlicht, verstand sich als „dienstleistender Angestellter der Bürger“, etwa wenn es galt, bei Veranstaltungen auf dem Rathausplatz beim Auf- und Abbau mit Hand anzulegen. Und nach Feierabend? Als Ehrenamtler zum Deutschen Roten Kreuz, angefangen vor 46 Jahren.

Bernhard Werth fragt nicht lange, wenn es gilt zuzupacken. Der Mann kommt eben aus der Praxis, hatte zunächst Elektriker werden wollen. Erste Arbeitgeber waren Mannesmann, Hazet und Thyssen. Zur Stadtverwaltung, genauer: zur Müllabfuhr, kam Bernhard Werth dann im März 1983. Zwölf Jahre später streikte der Rücken. Da fand sich eine Stelle als Pförtner beim Fuhrpark. Von dort ging es 1995 ins Rathaus, zunächst in Vertretung eines erkrankten Kollegen, dann auf fester Stelle, meist im  Spätdienst. Bernhard Werth war es zumeist, der abends als letzter kontrollierend über die Flure ging. Der Dienstschluss richtete sich nach der Dauer der Sitzungen. Die längsten habe er unter Oberbürgermeister Fred Schulz erlebt, erinnert sich der 63-jährige. Kaum eine Sitzung sei damals vor 23 Uhr zu Ende gegangen.

Die letzten Jahre in der Pförtnerloge waren ruhiger. Auch weil der Telefondienst weggefallen war. Einen Wechsel in das neue Service-Center nach Wuppertal war nicht sein Ding gewesen. 20 Telefonisten und Telefonistinnen in einem Raum?! Da doch lieber weiter ratssuchenden Rathausbesuchern den Weg weisen. Praktischer Kundendienst! Damit hatte Bernhard Werth schon früh angefangen. In der Pförtnerloge musste er sich anfangs eines großen Telefonbuchs bedienen, wenn Bürger Namen oder Telefonnummern von Sachbearbeitern der Verwaltung wissen wollten. Das war lästig und manchmal – als Information – auch dürftig. Also tippte Werth das komplette Teefonverzeichnis in eine Datei auf Diskette und setzte zu vielen Einträgen noch ergänzende Informationen zu den jeweiligen Aufgabengebieten der Mitarbeiter hinzu. Ein Mann, der sich zu helfen wusste.

Am Freitag war nun „Dienstschluss“. Bernhard Werth ging mit 63 Jahren in den Ruhestand („zeitweilige Rückkehr als Aushilfe nicht ausgeschlossen“) Und befindet sich heute schon auf dreitägigen Bustour mit seiner Ehefrau Roswitha zu Weihnachtsmärkten in Ost- und Süddeutschland. Ich wünsche den einen oder anderen Glühwein und freue mich schon auf das nächste zufällige Treffen – vielleicht auf der Rathaustreppe.

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