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Entsetzt über leichtfertigen Umgang mit Statik

Haus Cleff: Viel Lehm hinter dünnem Putz“, titelte der Waterbölles am 30. März nach einem Video-Rundgang durch das entkernte Patrizierhaus, zu dem Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann und Dr. Andreas Wallbrecht, der Leiter des Historischen Zentrums, eingeladen hatten. Anhand der Bauspuren zeigten damals beide auf, was seit 1883 in dem Gebäude durch unüberlegte bauliche Veränderungen bis hin zu gefährlichen Eingriffen in die Statik / Fachwerkkonstruktion alles falsch gemacht worden ist. Das muss jetzt mit viel Geld korrigiert werden, um die Existenz des Rokokobaus zu sichern.

Nach dem Krieg war das Haus als Heimatmuseum weiter ausgebaut worden. Inzwischen ist es weitgehend entkernt, und zur Sanierung stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung (100.000 Euro von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, 495.000 Euro an Bundes-Fördermittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und 600.000 Euro an städtischen Rücklagen für Haus Cleff. Dass die Summe zur kompletten Wiederherstellung des Gebäudes nicht ausreichen wird, sagte Dr. Wallbracht am Dienstag in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Er hofft auf Drittmittel der heimischen Industrie. Die konnte die Stadt dann wie Eigenmittel einsetzen, um so an weitere Öffentliche Gelder zu gelangen. Aber: „Das wird noch viel Klinkenputzen bedeuten“, betonte der Museumsleiter. Da die bislang zugesagten Fördergelder von 595.000 Euro an keine Fristen gebunden seien, könne man das Geld für die statische Ertüchtigung der Holzkonstruktion auch noch 2019 einsetzen. Denn mit der Genehmigung des zum Jahresbeginn einzureichenden Bauantrages sei nicht vor Sommer 2018 zu rechnen.

Mittels zahlreicher Detailaufnahmen aus dem Inneren des Hauses zeigte Wallbrecht den Mitgliedern der Bezirksvertretung die Schäden auf, die es dringend zu reparieren gilt. Reaktion von Rosemarie Stippekohl (CDFU): „Ich bin entsetzt, wie leichtfertig man früher mit den tragenden Holzpfeilern umgegangen sind und so die Statik des Hauses geschwächt hat!“

 

  • Da wurde in früheren Zeiten für Abwasserrohre einfach seitlich ein Loch in das Deckengewölbe des Kellers geschlagen, ohne an die Traglasten zu denken.
  • Da wurden in Wänden beim Einbau von Türen wichtige Querbalken in der Holzkonstruktion einfach weggesägt mit dem Ergebnis, dass sich buchstäblich „die Wände bogen“.
  • Das wurden unter einem schweren und wichtigen Deckenbalken gleich drei Ständerbalken weggenommen, was – unter einer Putzschicht – den Bruch des Deckenbalkens zur Folge hatte.
  • Da wurde vor einem Fenster ein anderer Ständerbalken entfernt, was „die ganze Sachkonstruktion instabil“ gemacht habe, so Wallbrecht.

Von Beatrice Schlieper, der Vorsitzenden des Fördervereins von Haus Cleff, kam die Bitte an den Museumsleiter, die Bezirksvertretung künftig zwei- bis dreimal im Jahr über den Fortgang der Sanierungsarbeiten zu informieren. Bei diesen würden nur solche Handwerker in der Ausschreibung Chancen haben, die gute Fachkenntnisse in der Restaurierung historischer Bauten vorweisen können, erfuhr die BV abschließend.

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