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Remscheider für das Ehrenamt gewinnen!

Ebenso vielfältig wie die Tätigkeiten im Bereich der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe sind auch die Motive derjenigen, die sich in ihrer Freizeit freiwillig für hilfsbedürftige Personen engagieren.

  1. Viele der Ehrenamtlichen sind bereits seit Jahren in Gemeinden und Vereinen aktiv und sehen das Engagement für Geflüchtete als Selbstverständlichkeit ihres alltäglichen Lebens in einer multikulturellen Gesellschaft an.
  2. Ein weiterer großer Teil der Helfenden wird angetrieben von einer großen Anteilnahme, die sie für die geflüchteten Menschen empfinden, die sich unter den Augen von Foto- und Fernsehkameras aus den Kriegs- und Hungergebieten über Land- und Seewege ihren Weg in eine fremde – vermeintlich bessere – Zukunft gebahnt haben.
  3. Nicht zu vergessen sind jene, die ihre Hilfe und ihr Engagement selbst nicht als Ehrenamt bezeichnen würden – Mitbürger, die Bedürfnisse ihres Nächsten erkennen und diesen ein-fach „nur“ helfen. Dies geschieht vielfach von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt, hat aber einen großen Einfluss auf die positive Wahrnehmung der Remscheider Bürgerinnen und Bürger als offene, hilfsbereite und tolerante „Aufnahmegesellschaft“.

Wie eingangs geschildert, mag es noch viele weitere subjektive Motivationen für ein freiwilliges Engagement für Geflüchtete geben, die ebenso wichtig sind wie die drei obigen Gruppen. Für die Stadtverwaltung ist es daher wichtig, zu verstehen, dass wir bei Ehrenamtlichen nicht von einer homogenen Gruppe ausgehen können, sondern in der Arbeit mit Freiwilligen auf individuelle Bedürfnisse reagieren und diese auch akzeptieren müssen.

Geschätzt arbeiten in Remscheid derzeitig etwa 150 Personen freiwillig im Bereich der Flüchtlingshilfe. Die Tätigkeiten reichen von Angeboten der Sprachvermittlung bzw. -förderung für Erwachsene ohne Zugang zu BAMF-Integrationskursen über Hausaufgabenhilfe und Betreuung von Kindern bis hin zur intensiven Einzelbetreuung einer Person oder ganzen Familie als ehrenamtlicher Pate bzw. ehrenamtliche Patin. Genaue Zahlenwerte in diesem Bereich zu ermitteln, gestaltet sich schwierig, wenn nicht gar unmöglich, da zahlreiche Frei-willige nicht direkt an Vereine oder Träger der Wohlfahrtspflege angebunden sind. Besonders die wachsende Gruppe an Helfern aus dem direkten sozialen Umfeld der Geflüchteten stellt für die städtische Betreuung des Ehrenamtes in der Flüchtlingshilfe eine nicht zu unterschätzende Ressource, aber auch Herausforderung dar.

Für jene Remscheider/innen, die sich über Möglichkeiten des freiwilligen Engagements in der Flüchtlingshilfe informieren wollen und die bislang keinen Zugang zu einem Träger gefunden haben, ist es schwierig, grundlegende Informationen zu Ansprechpartnern, Aufgabengebieten und dem städtischen Angebot eigenständig zu recherchieren. Hier wird ein dringender Handlungsbedarf deutlich. Es fehlt eine offizielle Zusammenstellung von Informationen zu Angeboten und dem ehrenamtlichen Engagement in der Flüchtlingshilfe der Stadt, die interessierten Bürgerinnen und Bürgern den Einstieg in dieses Betätigungsfeld erleichtert.

Solch eine Zusammenstellung sollte in verschiedenen Formaten – angepasst an die jeweilige Zielgruppe – erhältlich sein. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Verbreitung von Informationen im Internet oftmals außerhalb des Zugangs besonders von älteren Menschen liegt, da diese nicht zwingend über einen (permanenten) Zugang zu modernen „sozialen Netzwerken“ wie Facebook™ oder WhatsApp™ verfügen. Gerade für diese Personengruppe zeigt sich die gezielte persönliche Ansprache, ggf. unterstützt durch einen „klassischen“ Informationsflyer, am wirkungsvollsten. Demnach sollten solche Flyer und informierende Plakate an Orten des öffentlichen Lebens (Banken, Arztpraxen, öffentlichen Verkehrsmitteln u. Ä.) ausgelegt bzw. angebracht werden. Auch um zu zeigen, dass das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe nach wie vor dringend gebraucht wird.

Zusätzlich sollte über den offiziellen Internetauftritt der Stadt Remscheid im Unterpunkt Ehrenamt auf das Thema „Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe“ und zuständige Ansprechpartner/innen verwiesen werden. Auch wenn sich diese Ehrenamtlichen nicht direkt für die Stadtverwaltung engagieren, so leisten sie mit ihrer Arbeit einen Bei-trag zum Gemeinwohl der Stadt Remscheid.

Da die innerstädtischen Verwaltungsstrukturen für Bürger/innen nicht immer differenziert zu erkennen sind, muss auch innerhalb der Stadt-verwaltung bekannt sein, wer interessierte Bürgerinnen und Bürger informiert, betreut und ggf. an Träger der freien Wohlfahrtspflege vermitteln kann. Eine Vernetzung möglicher Anlaufstellen z. B. der gesamtstädtischen Ehrenamtskoordination am Kommunalen Bildungszentrum, der Bildungskoordination für Neuzugewanderte im Regionalen Bildungsbüro und dem Stadtmarketing kann helfen, dass sich kein/e potentiell Interessierte/r aufgrund unzureichender Informationen schließlich doch gegen eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Flüchtlingshilfe entscheidet.

(Seit der Ratssitzung vom 30. November 2017 ist das neue „Ehrenamtskonzept für die Flüchtlingsarbeit der Stadt Remscheid“ beschlossene Sache. Der Waterbölles veröffentlicht es in einzelnen Kapiteln. Teil 1)

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