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Freiwilliges Engagement anerkennen!

Die ehrenamtlichen Tätigkeiten einer/eines Engagierten sind in besonderer Weise mit der individuellen Biografie der/des Einzelnen verbunden. Sie folgen der persönlichen und beruflichen Entwicklung und werden selten über ein ganzes Leben hinweg konstant aufrechterhalten. Vielfach beginnt die ehrenamtliche Karriere mit ersten kleineren Tätigkeiten in der Jugend, sei es die Betreuung von Jugendgruppen, die Durchführung des Trainings in einem Sportverein oder eine Tätigkeit im Zivilschutz (THW, Jugendfeuerwehr, Sanitätsdienst u. v. m.).

Mit dem Übergang ins Erwachsenenalter kann sich der Schwerpunkt der Tätigkeiten laufend wandeln, z. B. in Richtung von parteipolitischem oder ökologischem Engagement in lokal oder bundesweit agierenden Organisationen. Durch die häufig anschließende Fokussierung auf das eigene Ausbildungs-, Berufs- und Familienleben sind in der folgenden Lebensphase die zeitlichen Kapazitäten für ein aus-geprägtes ehrenamtliches Engagement knapp, und vielfach wandelt sich das Engagement in dieser Zeit vom aktiven zum passiven – statt Zeit wird hier verstärkt Geld für den guten Zweck zur Verfügung gestellt. Oft beschränkt sich aber auch das aktive Engagement auf das persönliche Umfeld wie z. B. den Kindergarten, Schulpflegschaften, Nachbarschaftsvereine und religiöse Gemeinschaften.

Spätestens mit dem Austritt aus dem Berufsleben steht wieder viel Zeit zur Verfügung, sich durch eine aktive Tätigkeit gesellschaftlich zu engagieren. Besonders ältere Menschen sind ehrenamtlich tätig, weil sie Anschluss an andere suchen, z. B. weil „die Kinder aus dem Haus sind“ und/oder der Kontakt zu Kollegen und die beruflichen Anerkennung jetzt fehlen. Die Pflicht oder Aufgabe der Gesellschaft als Nutznießer dieser unentgeltlich erbrachten Arbeitsleistung ist es, dieses Bedürfnis nach gemeinschaftlichem Handeln und persönlicher Anerkennung zu begreifen und in angemessener Form zu befriedigen. Besonders jene Institutionen, die im direkten Kontakt zum Ehrenamtlichen stehen, sollten daher Wert auf eine persönliche Beziehung legen und ihre Wertschätzung durch kleine persönliche Gesten wie z. B. eine Glückwunschkarte zum Geburts- oder Jahrestag, gemeinsame Aus-flüge und Feiern zum Ausdruck bringen. Dabei ist die Anerkennung im kleinen persönlichen Kreis ebenso wichtig wie die gesamtgesellschaftliche Würdigung des Engagements von kommunaler und politischer Seite.

Hierzu gehört, neben jährlich stattfindenden Dankesveranstaltungen und Vergünstigungen, auch im offiziellen Rahmen und nicht nur bei spezifischen Anlässen, das ehrenamtliche Engagement von Remscheider Bürgerinnen und Bürgern anzuerkennen und seinen Wert zu betonen. Gerade für das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe ist es von großer Bedeutung, dass die Freiwilligen eine wiederkehrende, gesamtgesellschaftliche positive Rückmeldung zu ihrer Tätigkeit erhalten, da sie in besonderer Weise durch das heute wahrnehmbare Erstarken von nationalistischen (bürgerlichen) Bewegungen im Fokus von Kritik, Spott und sogar öffentlichen Anfeindungen stehen.

Das Bewusstsein, mit seinem Engagement einer von Vielen zu sein und auch von der politischen Stadtführung wahr- und ernstgenommen zu werden, sollte integraler Bestandteil unserer Remscheider Anerkennungskultur sein bzw. werden.

Nicht nur bei Äußerungen gegenüber den Medien, sondern auch im eigenen und internen Sprachgebrauch sollte eine Aufmerksamkeit für sogenannte ‚framing‘-Effekte bestehen und jede/r Mitarbeiter/in und öffentlicher Vertreter auf eine positive Sprache achten. Dies unter-stützt einerseits die Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements und sorgt andererseits auch für eine breitere Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Auch sollte in den lokalen Medien verstärkt über den Erfolg von Maßnahmen bzw. Angeboten und positive Beispiele z. B. Auswirkungen einer Patenschaft für Familien mit Fluchterfahrung berichtet werden.

Kritik und Lob von Ehrenamtlichen z. B. an Strukturen und Abläufen sollte darüber hinaus als wertvolle Informationsquelle gesehen und in einem wechselseitigen Dialog aufgenommen werden. Als „einfachen Bürgerinnen und Bürgern“ fehlt den freiwillig Engagierten zwar das Hintergrundwissen zu komplexen Prozessen, allerdings können sie dabei doch helfen, die Wirksamkeit und Transparenz von Routinen zu überprüfen.

(Seit der Ratssitzung vom 30. November 2017 ist das neue „Ehrenamtskonzept für die Flüchtlingsarbeit der Stadt Remscheid“ beschlossene Sache. Der Waterbölles veröffentlicht es in einzelnen Kapiteln. Teil 7)

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