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Bergische Talentscouts wollen Mut machen

Pressemitteilung der Universität Wuppertal

Seit den Sommerferien besuchen die Talentscouts der Bergischen Universität Wuppertal regelmäßig weiterführende Schulen in der Region. Sie fördern dort talentierte Jugendliche, die aus weniger privilegierten Verhältnissen ohne Bildungsvorbilder stammen und sich ihrer beruflichen Zukunft unsicher sind. In sieben Schulen sind die vier Scouts bereits aktiv, sieben weitere sollen in naher Zukunft folgen.  Wenn Anna-Sophia Keiper, Matthias Hilzendeger, Henrik Sie und Maurice Lorenz sich mit Schülerinnen und Schülern unterhalten, steht vor allem eines für sie im Vordergrund: Sie wollen Mut machen und unterstützen – auch bei Fehlschlägen. „Zu Beginn geht es natürlich immer um ein erstes Kennenlernen, darum Vertrauen zu schaffen“, sagt Projektkoordinatorin Anna-Sophia Keiper, „wir erklären, warum wir da sind und versuchen herauszufinden, wofür das Herz der Schüler schlägt und was sie brauchen, um ihre Ziele zu erreichen.“

Die vier Talentscouts sehen sich als Coaches, die die Entwicklung der beruflichen Zukunft der Schülerinnen und Schüler unterstützen. Sie zeigen bislang unbekannte Wege auf, beantworten konkrete Fragen zum Studienalltag und geben Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten. Auch in der Schulabschlussphase begleiten sie die Talente bis zum Abitur und bei Bedarf darüber hinaus. Jede Schule besuchen Anna-Sophia Keiper und ihr Team einmal im Monat. Zu den dortigen Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufs- und Studienorientierung haben sie engen Kontakt und sprechen regelmäßig über mögliche Teilnehmer für das Programm. „Wir suchen Schülerinnen und Schüler, in denen Potenziale schlummern, die ausgehend vom Lebenskontext nicht ganz zur Entfaltung kommen. Dabei muss es sich nicht um klassische Einserschüler handeln“, erklärt Keiper.

Die Zusammenarbeit mit rund 20 Schulen – Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs – in Wuppertal, Solingen, Remscheid sowie im Kreis Mettmann haben sich die Talentscouts zum Ziel gesetzt. Derzeit sind sie in sieben Schulen unterwegs. Mit sieben weiteren werden gerade intensive Gespräche geführt. „Uns ist wichtig, den Schulen zu vermitteln, dass die Teilnahme am Programm ihren Schülerinnen und Schüler großen Mehrwert bei geringem Mehraufwand bringt“, so die Projektkoordinatorin. „Es gibt in jeder Schule Schüler, die unsere Hilfe brauchen; die nicht ausreichende Unterstützung durch ihre Familie und ihren Freundeskreis erfahren können.“

Neben den Schulbesuchen nehmen die Talentscouts derzeit noch an einer berufsbegleitenden Weiterbildung im Zentrum für Talentförderung in Gelsenkirchen teil. Darin werden Inhalte wie Biografiearbeit, Gesprächsführung und kultursensibles Arbeiten vermittelt. Ihr Zertifikat bekommen Anna-Sophia Keiper und ihre Kollegen im März 2018.

Das Talentscouting, entwickelt an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, soll zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit führen. Im Herbst 2016 wurde das erfolgreiche Projekt auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 14 NRW-Fachhochschulen und Universitäten an dem Programm. Die Talentscouts der Bergischen Universität Wuppertal werden in Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in der gesamten Region „Rhein-Berg“ eingesetzt. Die Wuppertaler Hochschule wird vom Land NRW für das Projekt von 2017 bis 2020 mit insgesamt 1,2 Mio. Euro gefördert.

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