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Dezember 2007: Der Waterbölles blättert zurück

Eigentlich hätte der Stadtteil Hackenberg vor zehn Jahren ein Stadtteilcafè erhalten sollen, nachdem sich in Leserbriefen in der Lokalpresse Bürger durch junge Spätaussiedler verunsichert und angegriffen gefühlt hatten. Ab Januar hatte der Internationale Bund (IB) daraufhin die leerstehende Eisdiele neben den Hochhäusern am Henkelshof gemietet, damit sich dort auch Russlanddeutsche und „Einheimische“ näher kommen sollten, die vielfach noch ihre gegenseitigen Ressentiments pflegten. Der unerwartete Rückschlag für das Projekt kam dann im Dezember.

Angesichts der Tatsache, dass inzwischen rund die Hälfte der Grundschüler in Remscheid einen Migrationshintergrund habe, sei für den Förderverein für Interkulturelle Erziehung e.V. (IKE) die Integration eine wichtige Aufgabe, sagte Hans Peter Meinecke, damals Vorsitzender des städtischen Schulausschusses, vor zehn Jahren zum 15-jährigen Bestehen des IKE. Und Oberbürgermeisterin Wilding betonte: „Integration hat mit Menschlichkeit, Achtung und Respekt zu tun, heißt, miteinander, voneinander zu lernen. Integration ist keine Einbahnstraße. Von ein wenig südländischer Mentalität könnten auch manche Deutsche profitieren!“ (Der Waterbölles berichtete damals unter „IKE, der Glücksbringer für Migrantenkinder in Remscheid“).

Im März 2007 starteten in Remscheid Caritas, Diakonisches Werk, Kinderschutzbund und „Die Schlawiner“. die Aktion "Notbremse". Bis Dezember 2007 hatten die neuen „Hilfen für Kinder in Remscheid“ bereits 110 Jungen und Mädchen erreicht, deren Eltern in finanziellen Nöten steckten. Wie Ralf Barsties (Diakonisches Werk), Werner Fußwinkel (Caritas) und Richard Ulrich („Schlawiner“) damals berichteten, konnten in den ersten zehn Monaten 11.000 Euro verteilt werden. Als Zuschuss zum Teilnehmerbeitrag an einer Schulfreizeit, als Taschengeldzuschuss für eine Klassenfahrt, als Finanzierung von Freizeitaktivitäten (Sport, Musik), für Schulbücher, Bekleidung, Schuhe, Möbel oder Medikamenten. Von 2007 bis Juli 2017 standen der Aktion durch Spenden insgesamt 189.088, 43 € zur Verfügung. Und die Aktion geht weiter. Weil es in Remscheid zunehmend „verschämte Armut“ gibt.

Eine neue Energiequelle nahm vor zehn Jahren die evangelische Stiftung Tannenhof in Betrieb: Ein Holzhackschnitzelwerk. Mit der 2,6 Millionen Euro teuren Anlage setzte die Stiftung auf ein neues energiesparendes, klima- und finanzfreundliches Gesamtkonzept. „Von der Dampferzeugung haben wir uns ganz verabschiedet, die Warmwasserbereitung geschieht zukünftig dezentral, also direkt dort, wo es gebraucht wird“, sagte damals Rainer Frey als Technischer Leiter.

„Verstößt das Altenheim-Projekt auf dem Hohenhagen gegen geltendes EU-Recht?“, fragte der Waterbölles am 27. November 2007. Die Antwort gab Stadtdirektor Jürgen Müller einen Monat später im Bauausschuss: „Ja, so ist es. Deshalb muss nun europaweit nach einem Investor gesucht werden. Vor Mitte nächsten Jahres dürfte das Ausschreibungsverfahren nicht abgeschlossen sein!“ Also könne frühestens Mitte 2008  mit dem Bau des Altenheims am Otto-Lilienthal-Weg auf dem Hohenhagen begonnen werden. „Katastrophal“ nannte das damals Elke Rühl (CDU), die Vorsitzende des Bauausschusses. Doch weil das EU-Recht in nationales Recht übernommen und durch Oberlandesgerichte weiter spezifiziert worden war, kommt die Stadt Remscheid bei größeren Bauprojekten an einer europaweiten Ausschreibung in der Regel nicht mehr herum.

Bahnhof Güldenwerth erhält in 2008 107 P&R-Parkplätze“, berichtete der Waterbölles am 5. Dezember 2007. Der Beschluss des Bauausschusses war einstimmig ausgefallen. Die P&R-Anlage mit vier Behindertenplätzen, 28 Plätzen auf der Ostseite und 79 Plätze auf der Westseite war mit 522.000 € veranschlagt.

Erstmals berichtete der Waterbölles im Dezember 2007 über den „Schleichweg“, seitdem noch einige weitere Male. Immer dann, wenn das Thema in der Bezirksvertretung Süd oder einem anderen politischen Gremium wieder einmal hochkochte: Die Rede ist von der eigentlich nur für Busse geplanten Verbindung aus dem Neubaugebiet Hohenhagen über die Eschen- und Metzerstraße zur Neuenkamper Straße. Das erspart die Ampel am Neuenhaus, birgt für Autofahrer aber das Risiko eines Knöllchens. Denn für sie ist die Straße „Am Alten Flugplatz“ eigentlich eine Sackgasse ('Durchfahrt verboten'). Aber Schranke, die lediglich den Bussen der Stadtwerke den Weg zur Eschenstraße freimachen soll, war schon vor zehn Jahren ständig geöffnet. Und inzwischen scheint sich niemand mehr über die „Falschfahrer“ aufzuregen...

 

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Jens Neumann am :

Die "Falschfahrer" am Alten Flugplatz werden immer mehr. Es wird mit Vorsatz da durchgefahren. Der Lärm und die Abgase werden mehr. Das Risiko vom "Falschfahrer" angefahren zu werden steigt, da sich diese Leute auch nicht an die 30 Zone halten. Die Lebensqualität der direkten Anwohner der Straße sinkt. Für mich steht dieser Zustand stellvertretend für eine ohnmächtige Politik, die sich von den Anstandslosen im Straßenverkehr auf der Nase herumtanzen lässt. Diese Probleme auf die Polizei abzuschieben, damit diese dann ihre Zeit für ein mickriges Verwarngeldchen opfern muss, ist ebenfalls anstandslos. Da die Stadt Remscheid hoffnungslos pleite ist und es im Stadtrat keine Ideen gibt, wie man ein geregeltes und gesundes Miteinander schafft, müssen wir das aushalten. Dieses Benehmen sei Lebensrealität, wie man von den Obersten der Stadt hört.

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