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Es bleibt dabei: Kein Karneval in der Sporthalle

„Einer Nutzungsänderung der Sporthalle Hackenberg in Remscheid-Lennep in eine Mehrzweckhalle wird nicht zugestimmt.“ – Mit dieser Beschlussvorlage ging die Verwaltung in die heutige Sitzung des Sportausschusses. Doch das Thema kam gar nicht erst auf die Tagesordnung, weil es, wie Waltraud Bodenstedt (W.i.R.) monierte, nicht wie verabredet am Montag vorgelegen habe. Also heißt es abwarten bis zur nächsten Sitzung. Begründet hatte die Verwaltung ihren Beschlussvorschlag wie folgt: Sie vertrete die Meinung, „dass die verbindlich zugesagten Hallennutzungszeiten für die Sportvereine im Rahmen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Sport und Verwaltung bindend sind.“ Sie habe für den Schulsport „die gesetzlich geregelte Pflichtaufgabe, die benötigten Zeiten für den Sportunterricht in der Sporthalle bereitzustellen“.

Im vergangenen Jahr hatte die Lenneper Karnevalsgesellschaft e.V. (LKG) angekündigt, die Sporthalle Hackenberg in für Veranstaltungen außerhalb des Sports nutzen zu wollen, konkret: für ihre jährlichen Karnevalsveranstaltungen im Februar. Da aber lediglich die Sporthalle West in Remscheid-Reinshagen per Ratsbeschluss als Mehrzweckhalle in Remscheid ausgewiesen ist (genehmigt für 980 Personen), wäre die Realisierung von Veranstaltungen außerhalb des Sports in der Halle Hackenberg nur möglich, wenn eine Nutzungsänderung im Rahmen eines baurechtlichen Genehmigungsverfahrens erfolgen würde, so die Verwaltung. Und diese Erweiterung der Nutzung als zusätzliche Mehrzweckhalle müsse der Haupt,- Finanz- und Beteiligungsausschuss beschließt. Der folgt zwar nicht auf das Anliegen der LKG, gleichwohl ließ der Verwaltungsvorstand es intern prüfen. Ergebnis und Entscheidung: „Dem Antrag der LKG auf Nutzung der Sporthalle Hackenberg im Zeitraum 7.2. – 14.2.2018 zur Durchführung von Großveranstaltungen wird nicht zugestimmt“. Die Prüfung hatte ergeben dass

  • die die Sporthalle nutzenden Schulen dem Ausfall der Nutzungszeiten für den Sport in dem betreffenden Zeitraum nicht zustimmen. Dies trifft ebenfalls für die Sportvereine IGR und RTV zu.
  • die Nutzungszeiten in der Halle Hackenberg in dem betreffenden Zeitraum nicht durch Ausweichangebote in anderen Sporthallen verlagert werden können.
  • bei einer Nutzungsänderung (vorbehaltlich zu erwartender Auflagen im Baugenehmigungsverfahren) der Sporthalle im Bestand ohne Umbauten Veranstaltungen mit maximal 882 Personen genehmigungsfähig werden würden.
  • der Stadt erhebliche Kosten entstünden (alleine für die Verbreiterung der Türen ca. 25.000 €).

Doch die Bezirksvertretung Remscheid-Lennep schoss am 14. Juni 2017 quer und erklärte sich mit einer generellen Ablehnung der Großveranstaltungen der LKG nicht einverstanden und forderte die Verwaltung auf, die Gespräche mit dem Verein fortzuführen und für diese Veranstaltungen für 2019 eine für die LKG positive Lösung herbeizuführen. Denn dann stehe ja die neue Dreifach-Sporthalle am Röntgen-Gymnasium zur Verfügung. Tatsächlich stellte sich heraus, so die Verwaltung gestern, dass sich die Hallenkapazitäten im Stadtteil Remscheid-Lennep durch den Neubau der Rögy-Sporthalle nicht erweitern und sich somit „keine zusätzlichen Flexibilitäten (ergeben), die Einfluss auf eine mögliche Nutzung von Veranstaltungen außerhalb des Sports hätten. “Für den Rollsport könnten, selbst wenn freie Hallenzeiten in Remscheid-Lennep zur Verfügung stünden, auch in der gesamten Stadt keine Alternativen Nutzungszeiten angeboten werden."

Beigefügt sind der jüngsten Mitteilung Belegungsplänen, wonach in der Zeit zwischen Karnevalsfreitag und Karnevalsdienstag nur eine eingeschränkte schulsportliche Nutzung der Halle Hackenberg stattfindet, eigentlich überwiegend gar kein Unterricht. Zitat: „Dies trifft auch auf das Röntgen-Gymnasium zu. Allerdings benötigt die LKG die Halle zumindest in der Zeit von Mittwoch vor Karneval bis Karnevalsdienstag. Die Veranstaltungsnutzung findet (Stand 2018) von Donnerstag (Altweiber) bis Rosenmontag statt. Die zusätzlichen Tage werden für den Auf- und Abbau der Veranstaltungseinrichtung und der Verlegung bzw. dem Rückbau des Spezialbodens benötigt.  Somit kommt es am Mittwoch vor Karneval und am Karnevalsdonnerstag (Altweiber) zu Konflikten mit der schulsportlichen Nutzung der Halle, die nicht durch eine Verlagerung an andere Standorte ausgeglichen werden können. Bei dieser Betrachtung wird unterstellt, dass der Umbau der Halle von der Veranstaltungsnutzung zur Schulsportnutzung durch die LKG vollständig an Karnevalsdienstag geschieht. Sollte dies nicht möglich sein, so treten auch an Aschermittwoch weitere Nutzungskonflikte auf.“  Lediglich am Rosenmontag werde die Halle durch Sportvereine nicht genutzt. An den übrigen Karnevalstagen seien die Hallen an den Nachmittagen bzw. am Wochenende ganztägig von Vereinen belegt. Ein klarer Nutzungskonflikt! zwischen der Nutzung der Halle durch die LKG und den Vereinssport, der durch eine Verlagerung der Vereine an diesen Tagen ausgeglichen werden müsste."

Im Übrigen müsste bei einer Nutzungsänderung von Kosten im Rahmen einer bauordnungsrechtlichen Prüfung ausgegangen werden, die 25.000 € um ein Vielfaches überschreiten würden. Das habe eine erneute Rücksprache mit der zuständigen Fachverwaltung ergeben. Fazit: „Ein Budget für zusätzliche Maßnahmen ist im Haushalt nicht vorhanden. (...) Diese Beschlusslage ist für die Verwaltung bindend.“

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Kommentare

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Michael Heimlich am :

Eigentlich müsste es der Vollständigkeit halber heißen :"... Ein klarer Nutzungskonflikt! zwischen der Nutzung der Halle durch die LKG und den Vereinssport, der durch eine Verlagerung der Vereine an diesen Tagen ausgeglichen werden müsste."........ und erst durch den Wegfall des Jahnplatzes bedingt durch die geplante Errichtung eines Designer - Outlet - Centers hervorgerufen wird.

Chronist am :

Zur Sprache kam das Thema in der gestrigen Sitzung des Sportausschusses noch nicht. Weil Grüne und SPD noch Beratungsbedarf hatten.

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