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Start in den größten Kokon der Welt

Wie lassen sich Vorurteile gegenüber Flüchtlingen wirkungsvoll abbauen? Der deutsch-syrische Autor und Comedian Firas Alshater versuchte am Donnerstagabend, dies in der vollbesetzten Aula der Zentralbibliothek einer erwartungsvollen Zuhörerschaft zu erklären. In Kombination mit einer Serie kurzer, provokativ gestalteter, rechtsradikal ausgerichteter Videoclips machte er Vorurteile sichtbar und führte sie ad absurdum. Aus seiner Autobiografie „Ich komm auf Deutschland“ zu zitierend überzeichnete er witzig und frech seine ersten Eindrücke beim Ankommen in Deutschland, bei den vielen unverständlichen Vorkommnisse in den Ämtern und im Lebensalltag als Flüchtling.

Alshater ist Deutschlands erster „Flüchtlings-YouTuber“ und wurde mit seiner Reihe „ZUKAR-Stückchen“ großen Bevölkerungskreisen bekannt, wobei das erste Video „Wer sind diese Deutschen“ mehr als 2,5-millionenfach angeschaut wurde und TV-Anstalten und überregionale Zeitungen ihm weitere Publizität verschafften. Eindringlich stellte Alshater gestern das Leid in seiner syrischen Heimat anhand seiner eigenen Biografie dar und seine Bemühungen um ein Visum zur Filmproduktion mit dem Produzenten Heilig für den Film „Syria Inside“, der 2013 fertig gestellt wurde: „Papiere? -  Was wollen Sie in Deutschland?- Haben sie Geld dabei?“ von den Fragen des Polizisten bei der Einreise über die Anmerkung eines Jobcenter-Mitarbeiters „Machen Sie bloß kein Studium…machen Sie eine Ausbildung“  - und weiteren zahlreichen Beispielen auf dem Weg zur Integration in die deutsche Gesellschaft verdeutlicht er seine Empfindungen im Aufnahmeland, nicht Gastland, da er nicht „eingeladen“ worden sei. Seine Lesung schloss er gleichwohl mit der Überzeugung ab, dass Integration gelingen kann….

Die kurzweilige, durch eine kleine Pause unterbrochene Lesung schloss nach zwei Stunden mit vielen Nachfragen aus dem Publikum ab. So bestand Interesse nach der Vorgehensweise der syrischen Post bei der Briefzustellung und der Antwort auf die Frage, was man in Deutschland verbessern könnte, um Flüchtlinge besser und schneller zu integrieren und was Humor für ihn bedeute. Fragen nach der Flucht und seinem Wunsch, sich Deutschland unbedingt „anzueignen“, schlossen sich an.

Moderator Wolfgang Luge von den Lütteraten begleitete den Autor, und Helma Ritscher von der Deutsch-Indischen Gesellschaft übereichte kleine Präsente an Autor und Musiker. Einfühlsam musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch Naser Al Khativ auf der Darbuka, einer im Vorderen Orient und Nordafrika beheimateten Bechertrommel. Die 12.Lesung innerhalb der Interkulturellen Lesereihe wird am 22. November mit einer Lesung des deutsch-bulgarischen Autors Ilija Trojanow („Nacht der Kultur“) fortgesetzt.

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