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Vorbeugend neue Wasserschutzgebiete empfohlen

Rettung des Ökosystems ‚Neyetalsperre‘ hat begonnen“, titelte der Waterbölles am 25. März 2015. Der Bachlauf oberhalb der Talsperre war sieben Tage zuvor nach einen Gülle-Unfall  ökologisch tot, eine Güllewelle von 1.500 bis 1.700 m³ hat in dem Talsperrenzulauf jegliches Leben vernichtet, ebenso in den angrenzenden Teichen. Bei einem Wert für Ammonium-Stickstoff in Höhe von 1.800 mg/l konnten dort keine Fische überleben. Für sie beginnt es bei einem Wert von 0,5 mg/l kritisch zu werden. Und wie ging es weiter? Hat sich der Zustand des Wassers in der Neyetalsperre inzwischen wieder verbessert? Das geht aus dem Entwurf eines neuen Wasserversorgungskonzeptes hervor, das die Stadtwerke Remscheid zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 12. April vorgelegt haben. Darin heißt es:

„Obwohl ... der größte Anteil der eingeleiteten Gülle aus der Neyetalsperre wieder entfernt werden konnte, führte der erhöhte Eintrag an Nährstoffen zu einem sehr starken Algenwachstum in der Talsperre. Nach dem Absterben dieser Algen bewirkten Zersetzungsprozesse eine Aufzehrung des im Wasser gelösten Sauerstoffs in den unteren Wasserschichten. Im Verlauf des Sommers (2015) nahm der Sauerstoffgehalt in den unteren Wasserschichten weiter ab, Anfang September wurden in den unteren 13 Metern nur noch Sauerstoffwerte zwischen zwei und fünf Prozent gemessen. Zu diesem Zeitpunkt bestand auch die Gefahr, dass die gesamte Neyetalsperre ‚umkippen‘ könnte. Eine deutliche Verbesserung der Sauerstoffverhältnisse in der Neyetalsperre war erst ab Mitte Oktober zu verzeichnen, weil durch die Abkühlung des Oberflächenwassers und einsetzende Herbstwinde wieder eine Durchmischung des Tiefenwassers mit dem sauerstoffreichen Oberflächenwasser stattfand.“

Im Jahr 2016 habe sich die Wasserqualität in der Neyetalsperre wieder leicht verbessert, heißt es in dem Bericht weiter. Die Rohwasseranalyse vom Dezember 2016 habe gezeigt, dass eine Nutzung zur Trinkwasseraufbereitung zu diesem Zeitpunkt wieder möglich gewesen wäre. Auch die bisher vorliegenden Wasseranalysen aus dem Jahr 2017 deuteten auf eine weitere Verbesserung der Wasserqualität in der Neyetalsperre hin; allerdings kann zurzeit noch nicht abgeschätzt werden, in wie vielen Jahren wieder der ökologische Zustand von vor der Gülleeinleitung erreicht sein wird. Ereignisse wie die Gülleeinleitung in die Neyetalsperre zeigen darüber hinaus, dass es in Folge von Havarien, Unfällen oder vorsätzlichen Einleitungen von Schadstoffen in die als Rohwasserressourcen genutzten Talsperren zu vorübergehenden Ausfallszenarien bei der Nutzung der bzw. einzelner Trinkwassertalsperren kommen kann. In diesem Kontext kann die Ausweisung von Wasserschutzgebieten und deren konsequente Umsetzung einen wichtigen Beitrag zur Risikovermeidung und Gefahrenabwehr darstellen.“

Nach der Umweltkatastrophe vom 18. März 2015 war als erste Maßnahme die Überleitung von der Neyetalsperre in die Bevertalsperre und die Eschbachtalsperre in Remscheid geschlossen worden. In der Neyetalsperre lagerte sich die Gülle in den unteren Wasserschichten ab und war nach zwei Tagen bis zur Staumauer geflossen. Da die von der Neyetalsperre zur Eschbachtalsperre verlaufende Rohwassertransportleitung zufällig in der Nähe der Kläranlage Hückeswagen verläuft, konnte das stark belastete Tiefenwasser über diese Leitung dem laufenden Klärprozess beigemischt werden. Im Zeitraum Ende März bis Mitte Mai 2015 wurden etwa 100.000 m3 des mit Gülle verseuchten Tiefenwassers der Neyetalsperre in der Kläranlage Hückeswagen gereinigt.

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