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Wie die Menschen, so ändern sich auch die Plätze

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Da hat doch jemand, ja wer hat denn da ..., das denkt man sich beim Betrachten dieses Bildes, das einer historischen Ansichtskarte entstammt: Der Osterkorb auf der Straße gehört doch gar nicht in die Szenerie! Aber damals war halt Platz da für den Korb, wie man sieht – damals, die Postkarte wurde Ende des Jahres 1909 verschickt, gab es im Gegensatz zu heute in Lennep wenig bis gar keinen Verkehr. Das 1889, zum so genannten Sedanstag, eingeweihte Kaiserdenkmal mit dem bronzenen Wilhelm I. von Robert Baerwald ragte damals ausgesprochen weit in den Kaiserplatz hinein und störte erst später den Verkehr. Das große alte Haus an der Ecke vom heutigen Thüringsberg und der Lüttringhauser Straße und zur Knusthöhe beherbergte eine "Restauration zur Post", die damaligen Postgebäude lagen ja damals schräg gegenüber im Knick der Lüttringhauser Straße, die damals noch Elberfelder Straße hieß.

Im Gegensatz zu den Postgebäuden, die z.T. in das erste Drittel des 19. Jahrhunderts zurückreichten, steht das alte Eckhaus, das die älteren von uns noch als das Thomas´sche Haus kennen, noch heute, und ich kann mich noch gut erinnern, dass in meiner Kindheit oft die in den Bürgersteig hineinreichenden Kellerluken offen standen. Da hatte man früher die Bierfässer über eine Bretterbahn hinab gerollt. Solche Kellerluken gibt es ja bis heute in Lennep, aber es ist gut, dass sie kaum noch benutzt werden, denn es gab immer wieder Unfälle dort durch unachtsame Fußgänger.

Unsere Ansichtskarte wurde übrigens vor vielen Jahren von einem meiner Lenneper Archivvorgänger für 32 Mark im Antiquariatshandel erstanden. Das Original befindet sich inzwischen im Remscheider Stadtarchiv. Und am Mollplatz, wie der Kaiserplatz seit langem heißt, sieht es inzwischen anders aus. Die Zeiten ändern sich, heißt es, und schon die alten Römer setzten hinzu, dass sich mit den Zeiten auch die Menschen ändern.  Das gilt wohl auch für den Kaiser- bzw. Mollplatz: Mit den Zeiten und den Menschen veränderte auch er sein Gesicht. Aus dem Platz "vor dem Lüttringhauser Tor" mit dem später so genannten "Driesel- oder Tirvelshäuschen", in dem man, wie die Überlieferung sagt, Missetäter öffentlich an den Pranger stellte, wurde Ende des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten Lenneper Plätze. Es präsentierte sich hier vor allem der Preußische Staat, das Wilhelminische Deutschland, das allerdings ein paar Jahrzehnte später den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge war, drum wurde der Kaiser vom Mollplatz erst "strafversetzt" und später eingeschmolzen. In meiner Jugend, die ich ja am Mollplatz verbrachte, saß ich oft noch mit Freunden auf den Stufen der Denkmalstreppe oder auf den Bänken oberhalb. Später wurde daraus der eine Bushaltestelle, und heute erblicken wir dort Parkplätze mit Containerambiente. Ja, die Zeiten ändern sich. Aber die Mollplatzerinnerungen an schöne Osterzeiten sind geblieben.

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