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Das Remscheider Platt verschwindet

von Cornelia Schmidt

Ja, das Remscheider Platt ist ein Teil meiner Vergangenheit, aber auch meiner Gegenwart und hoffentlich Zukunft. Gerne möchte ich meinen Teil dazu tun um es der Nachwelt zu erhalten, denn es ist erhaltenswert und der regionale Dialekt ist in anderen Kulturkreisen wie z.B. dem bayrischen oder dem kölschen tief verwurzelt und beliebt. Warum hier nicht auch.

Auch unser Dialekt in Remscheid hat eine Authentizität und ist kaum mit anderem „Platt“ zu vergleichen, obwohl natürlich innerhalb Remscheids z.B. in Lennep oder Lüttringhausen kleinere Unterschiede in der Aussprache durchaus zu bemerken sind. Einzelne Wörter in Mundart werden zu Schmuckstücken in einer Alltagssprache, die immer weiter vermischt und verzerrt wird. Modewörter wechseln mittlerweile so häufig wie manche Menschen ihre Unterwäsche. Wir kommen kaum noch mit. Am Anfang sind sie lustig und zum Schluss lästig und unnötig.

Die Regionalen Anteile im allgemeinen „Wortschatz“ gehen seit Jahren spürbar zurück. Immer weniger Menschen sprechen im Alltag regionalen Dialekt. Leider ist das Platt keine lebendige Sprache mehr, die Mundart schwindet und warum, weil sie nicht genutzt wird. Die Fähigkeit „Platt“ zu reden, geht allmählich verloren, weil man eben niemanden mehr hat, mit dem man sie sprechen kann.

Aber wenn zwei „plattsprechende“ Menschen aufeinandertreffen, kann diese „Sprache“ auch Herzen öffnen. Es ist keine Fremdsprache, sondern eine Bekanntsprache. Erinnerungen werden wach, Oma und Opa haben so doch immer gesprochen. Überall höre ich „ja lesen kann ich es noch und freue mich über jeden Beitrag, aber sprechen geht leider gar nicht mehr“ Gut dass es Leute gibt, die sich redlich bemühen, das Remscheider Platt, soweit als möglich, für die Nachwelt zu erhalten. Da gebührt den Plattkallern vom Steffenshammer und der Lüttringhauser Heimatbühne meinen Dank.

Jahrelang hieß es, Mundart steht für wenig Intellekt. Es ist völlig anders. Ich spreche hier bewusst von einer gewissen Zweisprachigkeit, mit der auch ich aufgewachsen bin. Hochdeutsch und Mundart klingen einfach anders. Man entwickelt ein genaueres Sprachverständnis und ist durchaus in der Lage, einen Blick von außen auf die sprachlichen Strukturen des sogenannten „Hochdeutschen“ und seinen Ablegern zu werfen. Die innere Zweisprachigkeit trainiert die Auffassungsgabe und das abstrakte Denken. Nicht umsonst wird es in anderen Regionen z.B. im Münsterland schon in der Grundschule gefördert.

Die Kritiker mögen jetzt einwerfen, es gibt wichtigere Dinge als den Erhalt des Plattdeutschen als lebendige Sprache. Die gibt es sicherlich. Aber versuchen dürfen wir es doch, meinen Sie nicht auch?
Bös strackes.

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