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„Heimatwerkstatt“ für Kunst im öffentlichen Raum

Kreisverkehre als ortstypische Kunstwerke?“, fragte der Waterbölles am 21. März. Die SPD-Fraktion in Bezirksvertretung Süd bzw. der Bezirksvertretung Lüttringhausen hatte den Antrag gestellt, die Verwaltung möge prüfen, ob die Innenfläche des Kreisverkehrs Hohenhagener Straße bzw. des Kreisverkehrs Klausener Straße künstlerisch gestaltet werden könne. Denn das Land Nordrhein-Westfalen habe über das neue Förderprogramm ‚Heimat-Werkstatt‘ für ortstypische Kunstwerke – beispielsweise in Form der Gestaltung von Kreisverkehren - bis zu 40.000 Euro pro Projekt in Aussicht gestellt. Damit hatte die SPD der CDU die Schau gestohlen. Denn deren Antrag zur Sache datiert auf den 23. April. Grund genug, das Thema nun etwas breiter zu behandeln.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was für Sie „Heimat“ ist? Für den deutschen Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger ist  Heimat eine räumlich-soziale Einheit mittlerer Reichweite, in welcher der Mensch Sicherheit und Verlässlichkeit seines Daseins erfahren kann, sowie ein Ort tieferen Vertrauens, eine  verlässliche Nahwelt, die sich aktiv durchdringen lässt, der Gegensatz von Fremdheit und Entfremdung. Man könnte auch sagen: eine „heile Welt“. Eine, die es zu erhalten gilt? Das mag CDU im Sinn haben, wenn sie in nächster Zeit über ihre Kreisverbände und Ortsvereine die 900 Heimatvereine in NRW mit ihren 160.000 Mitgliedern für die neue die Heimat-Förderung der Landesregierung begeistern möchte, die im März das von Ina Scharrenbach (CDU) geführte nordrhein-westfälischen Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung bekannt gemacht hat unter dem Titel „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen – Wir fördern was Menschen verbindet“.

Bis 2022 will die Landesregierung in den Städten, Gemeinden und Regionen mehr als 100 Millionen Euro für die Gestaltung von Heimat zur Verfügung stellen zwecks „Erhalt des historisch-kulturellen Erbes unseres Landes“. Die Veröffentlichung der Förderbestimmungen für die Heimat-Förderung ist für diesen Sommer vorgesehen; ab dann werden Förderanträge gestellt werden. Einer der fünf Elemente der Heimat-Förderung der Landesregierung ist der „Heimat-Scheck“: Pro Projektjahr 1.000 Zuschüsse à 2.000 Euro für lokaler Vereine und Initiativen „für all solche guten Ideen und kleinen Projekte, die eigentlich gar nicht viel Geld kosten, aber einen großen Mehrwert in der Sache versprechen“.

Ein anderes Element ist die „Heimat-Werkstatt“. Zitat aus der Pressemitteilung des Ministeriums vom 15. März: „Vertreter von Initiativen und anderen Organisationen, aber auch Bürgerinnen und Bürger direkt sollen sich in einen offenen, identitätsstiftenden Prozess einbringen. Zum Beispiel kann ... ein ortstypisches Kunstwerk entwickelt und verwirklicht werden, etwa als Gestaltung von Kreisverkehren. (...) Ergebnis einer Kreativ-Werkstatt kann die künstlerische Gestaltung einer örtlichen Großfassade sein. (...) Der aufwändige Prozess wird je Projekt mit mindestens 40.000 Euro gefördert. Empfänger können Kommunen sein, die Dritte beteiligen dürfen.“

Geld vom Land? Wer wollte da Nein sagen! Die Remscheider CDU-Fraktion erwartet denn auch - zumal die SPD zuerst auf den Zug aufgesprungen ist - eine Mehrheit im Rat der Stadt, falls am morgigen Donnerstag über ihren Antrag abgestimmt werden sollte, die Stadt Remscheid möge örtliche Vereine, die Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie viele andere Initiativen aus der Bürgerschaft und die Bezirksvertretungen zu einer eine Heimatwerkstatt „Wir in Remscheid“ einladen.  Die Antragsbegründung beginnt sinnigerweise mit einem Zitat von Peer Steinbrück (SPD): „In einer immer unübersichtlicher werdenden Welt wächst das Bedürfnis vieler Menschen „nach vertrauter und intakter Nachbarschaft, nach Traditionen, kultureller und nationaler Identität‘“. Als Inhalt der neuen „Heimatwerkstatt“ stellt sich die CDU „eine ... Auseinandersetzung über das führen, was die Menschen im Stadtteil und in ganz Remscheid verbindet. (...) Ziel ist es, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und eine gute Kommunikationsstruktur aufzubauen. Die Ergebnisse des Prozesses können beispielsweise als Kunstwerk im öffentlichen Raum dargestellt werden.“

Waterbölles: Kunst in Kreisverkehren als Symbol für intakte Nachbarschaft, Traditionen, kulturelle und nationale Identität? Na ja. Jedenfalls bitte keinen Ratsbeschluss, bevor die Beihilfe-Richtlinien des Landes bekannt geworden sind!

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