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Dank für Spende zur neuen Gedenk- und Bildungsstätte

„Ich frage mich, was kann uns Besseres passieren in einer Zeit, in der Menschen, die sich als Juden zu erkennen geben, auf offener Straße geschlagen werden, in der sich die Bundesregierung genötigt sieht, einen Antisemitismusbeauftragten zu bestellen, in der durch Anbringung von Symbolen in öffentlichen Gebäuden Menschen klargemacht werden soll, dass sie nicht erwünscht sind, nicht dazugehören, in der die größte Oppositionspartei im Bundestag von Rechtsextremen gestellt wird? Was kann uns in dieser Zeit Besseres passieren als dass es junge Menschen gibt, die sich für die Vergangenheit interessieren und dabei herausfinden, welche Gräueltaten vor rund 80 Jahren in den 12 Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland und eben auch hier in Remscheid begangen wurden?

Sie fanden heraus, dass auch in Remscheid Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit, ihrer Herkunft, ihrer Behinderung, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer politische Überzeugungen und eben auch ihrer Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft in den Jahren 1933 bis 1945 inhaftiert, gefoltert, deportiert und letztlich umgebracht wurden.

In Remscheid waren die Gefängniszellen des Polizeipräsidiums am Quimperplatz sowie die Kellerräume durch diese Menschen zeitweise überfüllt, sodass sie auch im Pferdestall des Präsidiums eingepfercht wurden. Und eben diese jungen Menschen, wovon einer, Francesco Lo Pinto, heute neben mir steht, fragen sich, warum es in Köln, in Düsseldorf oder Münster, aber nicht in Remscheid eine Stätte gibt, an der dieser Menschen und deren Verfolgung gedacht werden kann. Seit zwei Jahren verfolgen diese jungen Menschen gemeinsam mit anderen Interessierten die Idee, den gut erhaltenen Pferdestall als authentischen Gedenkort herzurichten.

Im November konnten wir im Pferdestall schon eine erste Ausstellung zur Verfolgung von Menschen im 3. Reich mit lokalen Bezügen zeigen. Dabei hat uns u.a. auch die Gewerkschaft IG Metall sowie die „Gesellschaft Gemeinnützige Respekt! Kein Platz für Rassismus“ bereits ideell als auch finanziell unterstützt.

Die Idee, den Pferdestall zu einer permanenten Gedenk- und Bildungsstätte umzugestalten, trifft noch auf viele Hindernisse. Wir kämpfen weiter für diese Idee und bedanken uns ganz herzlich bei euch allen, dass ihr uns auch heute wieder unterstützt. Nur eine Gesellschaft, die ihre Vergangenheit kennt, kann aus früheren Fehlern lernen und hoffentlich verhindern, dass es wieder zur Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen auch hier in Remscheid kommt! Vielen Dank!!!“

(Hans Heinz Schumacher, Rektor a.D. des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, gestern zu Beginn der Mai-Kundgebung auf dem Rathausplatz, nachdem der DGB-Stadtverband Remscheid bekannt gemacht hatte, dass er die Spenden-Einnahmen dieses Kulturfests dem Projekt des EMA-Gymnasiums zur Schaffung einer dauerhaften Gedenkstätte im früheren Pferdestall der Polizeiwache widmen werde.)

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