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Schulbesuch zum Tag der Pressefreiheit

Am gestrigen Tag der Pressefreiheit besuchten Absolventen der Deutschen Journalistenschule (DJS) in ganz Deutschland ihre ehemaligen Schulen, um für guten Journalismus einzutreten. Der Förderkreis der Deutschen Journalistenschule e.V. hatte das Projekt „#journalistenschule“ initiiert, um Schülerinnen und Schüler für Qualitätsjournalismus zu sensibilisieren und ihnen ein Gespür für „Fake News zu vermitteln. In der voll besetzten Aula des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums berichtete Florian Neuhann, der die Schule von 1990 bis 1999 besucht und mit dem Abitur verlassen hatte, vor ca. 130 Schülerinnen und Schülern der achten Klassen von seiner Arbeit als Journalist. Der Remscheider ist seit zwölf Jahren beim ZDF beschäftigt, zurzeit als Korrespondent für Bundespolitik im Hauptstadtstudio in Berlin.

Florian Neuhann verstand es, den jungen Leuten die Bedeutung einer freien Presse klar zu machen und vor all jenen zu warnen, die in sozialen Medien und der Politik „Lügenpresse“ rufen und selbst Lügen verbreiten. Er diskutierte mit ihnen über ethische Grundsätze („Pressekodex“), Fehlerquellen, Themenauswahl und sorgfältige Recherche - und verwies auf eine Seite im Internetangebot des ZDF, auf der eigene Recherchefehler oder -irrtümer korrigiert werden. Etwas, was man in Tageszeitungen kaum noch findet!

„Wer hat heute Morgen schon eine Tageszeitung gelesen?“, wollte Florian Neuhann von seinen Zuhörern wissen. Es meldete sich ein einziger. Bei der Frage, ob sie auf ihrem Smartphones auch eine Nachrichten-App installiert hätten, war es immerhin ein gutes Dutzend. Was mehr genutzt werde, Facebook oder Instagram? Antwort: Instagram. „Was ein guter Inhalt sei, wollte der ZDF-Journalisten weiter wissen. Doch da passten die Achtklässler. Hier hob der Journalist Sachlichkeit, Quellengenauigkeit und Relevanz hervor.

Die DJS in München ist die renommierteste Journalistenschule in Deutschland. Seit 1949 wurden dort rund 2200 junge Leute zu Redakteurinnen und Redakteuren ausgebildet. Florian Neuhann besuchte sie neben seinem Studium der Politikwissenschaften. Leiterin der Schule ist seit Juli 2017 Henriette Löwisch. Sie brachte das medienpädagogische Projekt dort zum Tag der Pressefreiheit ein, in dem sich Journalistinnen und Journalisten bewusst in die Debatte über die Glaubwürdigkeit ihres Berufstandes einmischten, um die Medienkompetenz der Mediennutzer zu stärken. Henriette Löwisch: „Wir Journalisten müssen mehr von uns aus auf Leute zugehen und erklären, wie wir arbeiten, am besten im persönlichen Gespräch!“ Und der Tag der Pressefreiheit sei der richtige, „um die Glaubwürdigkeit der Medien in den Schulen auf den Stundenplan zu setzen, zitiert die DJS auf ihrer Homepage die Förderkreisvorsitzende Mercedes Riederer. Denn: „Es gibt erschreckende Zahlen über den Vertrauensverlust der Menschen in die Medien. Dem will die DJS etwas entgegensetzen.“ In der Tat vergeht kaum ein Tag vergeht, an dem das Wort „Fake News“ nicht in den Medien auftaucht. Für gestandene Journalisten ist es eine Herausforderung, Vorwurf und Ansporn zugleich.

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Heinz Wäscher am :

Dazu fallen mir verschiedene Zitate des ehemaligen us-amerikanischen Zeitungsverlegers John Swinton (1829-1901) ein: "Es gibt zu dieser Zeit in der Weltgeschichte in Amerika keine solche Sache wie eine unabhängige Presse. Sie wissen da,s und ich weiß es. Es gibt nicht einen von Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn Sie es würden, wissen Sie im voraus, dass sie nie im Druck erscheinen würde." "Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, um meine ehrliche Ansicht aus der Zeitung, mit der ich verbunden bin, herauszuhalten. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Vergütungen für ähnliche Dinge und jeder von Ihnen, der närrisch genug wäre, ehrliche Meinungen zu schreiben, würde sich auf der Straße wiederfinden um sich nach einer anderen Arbeit umzusehen. Wenn ich es mir erlauben würde, meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung erscheinen zu lassen, wäre ich meine Beschäftigung vor Ablauf des Tages los." "Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu verunglimpfen, vor den Füßen des Mammons zu kuschen und sein Land und seine Rasse um sein tägliches Brot zu verkaufen. Sie wissen es und ich weiß es. Was für eine Narrheit ist dieses Trinken auf eine unabhängige Presse!" "Wir sind die Werkzeuge und Vasallen reicher Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Fäden und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unser Leben sind das Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte." (Quelle: http://www.quotez.net/german/john_swinton.htm)

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