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Verlernt, über Alternativen nachzudenken...

Die Frage, was uns der Trierer Philosoph und politische Theoretiker Karl Marx heute noch zu sagen hätte, brachte gestern im Deutschen Werkzeugmuseum – das Katholische Bildungswerk Wuppertal / Solingen / Remscheid, die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB / (Volker Beckmann) Remscheid, „Die Linke“, Kreisverband Remscheid (Gottfried Meyer), und den SPD-Unterbezirk Remscheid (Christine Krupp) zu einer ungewöhnlichen Veranstaltergemeinschaft zusammen: Zu einem Vortrag am Vorabend des 200. Geburtstages von Karl Marx über „Karl Marx und das Opium des Volkes“. Referent war der Theologe und Buchautor Dr. Arnd Küppers, stellvertretender Direktor der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Mönchengladbach. Küppers habe an dem Marxschen Buch „Das Kapital“ mitgeschrieben, stellte ihn Daniel Weisser vom Katholischen Bildungswerk vor. „Aber bevor Sie sich bei ihm nach dem Geheimnis seiner ewigen Jugend oder gleich nach einer Anti-Aging-Creme erkundigen: Er war 2008 Co-Autor am Buch „Das Kapital“ von Reinhard Marx, heute: Erzbischof von München und Freising!“

Damit war klar: Es ging um das spannungsvolle Verhältnis zwischen dem Ökonomen und Religionskritiker Karl Marx (*5. Mai 1818 in Trier, +14. März 1883 in London) und der Kirche, es ging um Kapitalismus-Kritik und katholischen Soziallehre in jener Zeit, die Remscheid In Remscheider Zeitrechnung ausgedrückt beinhaltet sie die Amtszeiten von nicht weniger als 22 Bürgermeistern bzw. Oberbürgermeistern bescherte und der katholischen Kirche 13 Kölner Erzbischöfen und 16 Päpsten, wie Daniel Weisser herausgefunden hatte.

Karl Marx, ein Freund der Kirche? Keineswegs. „Bei dieser Tour durch Belgien, Aufenthalt in Aachen und Fahrt den Rhein herauf, habe ich mich überzeugt, dass energisch, speziell in den katholischen Gegenden, gegen die Pfaffen losgegangen werden muss. Ich werde in diesem Sinne durch die Internationale wirken. Die Hunde kokettieren, ...wo es passend scheint, mit der Arbeiterfrage,“ zitierte Weisser aus einem Brief, den Marx 1969 während einer Reise durch das Rheinland geschrieben hatte.

„Hätte es auch ohne Marx eine katholische Soziallehre gegeben?“, fragte Dr. Arnd Küppers. Und gab gleich die Antwort: „Nein!“ Denn Geschichte sei ein fortlaufendes Geschehen, da führe Bewegung zu Gegenbewegung. Und die Kirche habe auf Marx reagieren müssen. Als „Nestor der katholischen Soziallehre“ gilt.[Oswald von Nell-Breuning (1890 - 1991). Der Jesuit, Nationalökonom und Sozialphilosoph war Berater von Papst Pius XI. und wirkte maßgeblich an dessen Sozialenzyklika Quadragesima anno von 1931 mit, in der die Sozialbindung des Eigentums gefordert wurde. Eine Verteidigung des Privateigentums, zugleich aber auch die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit. Von Nell-Breuning stammt das Zitat: „Wir stehen alle auf den Schultern von Karl Marx!“ Auch der gegenwärtige Papst Franziskus. Da hatte gestern Abend Dr. Arnd Küppers keine Zweifel: Aus dessen Texten spreche eine klare Kapitalismus-Kritik. Doch während Marx die These vertrat, bessere Lebensbedingungen (über das Existenzminimum hinaus) könnten Arbeiter nur durch einen Umsturz erreichen, hält dies katholische Soziallehre diese Verbesserungen auch innerhalb des bestehenden Systems für möglich. Küppers: „Aber Karl Marx hat die Wandlungsfähigkeit des kapitalistischen Systems unterschätzt!“ Eine Zeitlang habe es so ausgesehen, als habe die Gesellschaft die Konflikte zwischen Arbeit und Kapital gelegt („Soziale Marktwirtschaft“, Mieterrecht, Konsumentenschutz, Arbeitsrecht). Doch die Interessengegensätze bestünden wie eh und je. „Bei Ungleichheit der Kontrahenten!“ Und so brächen die Konflikte denn wieder auf, verbunden mit rechten Angriffen auf die Demokratie, stellte der Referent fest. Und bedauerte zugleich die fehlende Bereitschaft der Menschen, über notwendige grundsätzliche Veränderungen zu reden. Über Alternativen nachzudenken, hätten sie offenbar leider verlernt...

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