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Gestern Aktionstag „Mobil in Remscheid“ am Rathaus

Auf dem Theodor-Heuss-Platz dreht sich gestern alles um das Thema „klimafreundliche Mobilität“. Der Fachdienst „Umwelt“ der Stadt Remscheid hatte zu einem bunten Mitmachprogramm eingeladen und informierte quasi nebenbei über das Fahrradfahren und die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Einige Remscheider Autohäuser – ohnehin bei der 16. Remscheider Motorshow auf der Alleestraße mit dabei – präsentierten neben den Informationsständen Fahrzeuge mit emissionsarmen Antrieben (Elektro-, Hybrid-, Wasserstoff- und CNG-Erdgas-Autos). Und auf einem Bewegungsparcours konnten die Besucher E-Bikes ausprobieren und das Fahren mit einem Segway erlernen. (siehe Waterbölles-Video).

Vor Ort informierten Barbara Reul-Nocke, Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit und Recht, Wolfgang Putz, Fachdienstleiter Umwelt, und die städtische Klimaschutzmanagerin Nicole Schulte die lokale Presse über die gesamtstädtische Mobilitätsstrategie, die derzeit erarbeitet wird und im Sommer 2018 vom Stadtrat beschlossen werden soll. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass sich die Stadt Remscheid um entsprechende Fördergelder bewerben kann für den Fuß- und Fahrradverkehr, aber auch den öffentlichen Personennahverkehr. Zugleich soll die städtische Mobilitätsstrategie zu einer Minderung bzw. emissionsarmen Gestaltung des motorisierten Individualverkehrs beitragen im Sinne von Klimaschutz und Luftreinhaltung. Hintergrund ist das „Integrierte Klimaschutzkonzept Remscheid“ (IKSK), das im Februar 2014 vom Rat der Stadt beschlossen wurde. Dieser Beschluss beinhaltet u.a. folgende Leitziele:

  • Reduktion der örtlichen CO2-Emissionen um 14 Prozent bis 2022 und um 20 Prozent bis 2030 (Bezugsjahr 2011)
  • Verlagerung von zehn Prozent der PKW-Fahrten auf das Fahrrad und den ÖPNV bis 2022

Weiterhin enthält das IKSK zahlreiche Maßnahmen, die zur Erreichung dieser Ziele beitragen wie z.B. die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes. Mithilfe der für die Jahre 2017 bis 2019 eingerichteten Stelle der Klimaschutzmanagerin wurde diese Maßnahme nun umgesetzt.

Im Rahmen der gesamtstädtischen Mobilitätsstrategie beschreibt ein handlungsweisendes Leitbild eine Zukunftsvision der Mobilität in den nächsten fünf bis zehn Jahren, das bei allen künftigen Entscheidungen zur Mobilität eine einheitliche Orientierung geben soll. In einem Workshop hatte die Arbeitsgruppe „Mobilität“ die folgenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkte erarbeitet:

 

  • Die Lebensqualität hat sich durch umweltfreundliche Mobilität erhöht.
  • Die Mobilitätswende in Remscheid trägt zum Klima- und Immissionsschutz bei.
  • Die Mobilität ist für alle Einwohnerinnen und Einwohner gesichert.
  • Es gibt einen respektvollen Umgang mit schwächeren Verkehrsteilnehmern.
  • Die Barrierefreiheit ist bei allen Mobilitätsangeboten zu realisieren.
  • Der Umweltverbund (Öffentlicher Personennahverkehr, Schienenpersonennahverkehr, Fuß-und Fahrradverkehr, Carsharing) mit einer verkehrsmittelübergreifenden Mobilität genießt hohe Priorität.
  • Der Einsatz alternativer und innovativer Antriebe hat sich bei allen Verkehrsmitteln durchgesetzt.
  • Der ÖPNV und der SPNV sind so attraktiv, dass sie auch städteübergreifend genutzt werden und eine bessere Alternative zum Autofahren darstellen.
  • Die Aufenthaltsqualität für Fußgänger im Stadtraum genießt hohe Priorität.
  • Alle Fuß- und Radwegeverbindungen sind sicher und in einem guten Zustand nutzbar.
  • Alle wichtigen Punkte sind mit dem Fahrrad gut erreichbar und komfortable, diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten sind vorhanden.
  • Carsharing wird an mehreren Standorten in der Stadt verstärkt angeboten und genutzt.
  • Paketdienste bündeln und koordinieren ihre Fahrten im Stadtgebiet.
  • Die Unternehmen vor Ort betreiben ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement. Geschäftsreisen und private Arbeitswege werden umweltfreundlich organisiert.

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Kommentare

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Fraktion der Linken am :

Der Drucksache 15/4899 ist zu entnehmen, dass der Rat die Umsetzung der gesamtstädtischen Mobilitätsstrategie vorbehaltlich der Verfügbarkeit der notwendigen Haushaltsmittel beschließt. In welcher Höhe werden Gelder für die Umsetzung dieser Maßnahmen im neuen Haushalt eingeplant, wenn „der tatsächliche Finanzierungsbedarf für die einzelnen Vorhaben sich derzeit noch nicht ausreichend quantifizieren lässt“? Stehen ausreichend personelle Ressourcen für die Umsetzung der Maßnahmen zur Verfügung? Im Rahmen der durchgeführten Bürgerbefragung wurden insbesondere die hohen Ticketpreise bemängelt. Darüber hinaus wurde dargestellt, dass die Kfz-Zahlen gestiegen sind, so dass weniger Personen auf den ÖPNV angewiesen sind. Ein Zusammenhang zwischen hoher Ticketpreise und steigender Kfz- Zahlen wird nicht hergestellt, obwohl auch festgestellt wurde, dass insbesondere seit Einführung des Sozialtickets 2013 die Anzahl der verkauften Monatstickets gestiegen ist. Warum wird in diesem Zusammenhang die Überarbeitung eines günstigeren Tarifsystems nur Verbund übergreifend als Maßnahme in Erwägung gezogen? Der Vorlage ist zu entnehmen, dass „die Verkehrsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte in Remscheid deutlich gemacht hat, dass ein weiterer Anstieg der Kfz-Zahlen auf Dauer nicht mehr tragbar ist. Stattdessen sei ein Umsteuern in Richtung einer umweltfreundlichen Mobilität notwendig.“ Mit dem geplanten DOC wird es jedoch mit über eine Million zusätzlicher Pkw und damit einen weiteren Anstieg der Kfz-Zahlen geben. Als Nachteile werden lediglich die Schwächung des Busnetzes resp. Verspätung durch die Umfahrung des DOC genannt. Warum werden in diesem Zusammenhang keine konkreten Maßnahmen oder Strategien in Richtung umweltfreundlicher Mobilität entwickelt? Der Bestand an P & R Parkplätzen und ausreichendes Parkplatzangebot wird als Stärke dargestellt. Das widerspricht dem, was die Verwaltung im letzten Jahr festgestellt hat. Demnach sind zu wenig P & R Parkplätze vorhanden. Hier besteht Handlungsbedarf. Es soll durch einen Gutachter geprüft werden „inwiefern im Stadtgebiet ein zentrales Auslieferungslager für alle am Markt tätigen Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) geschaffen werden kann. Weiterhin setzt sich die Stadt für eine Umstellung der Lieferfahrzeuge auf emissionsarme Antriebe ein.“ Wie ist die Umsetzung dieser Maßnahme genau geplant? Auch für den Fall, dass ein Gutachten die Errichtung eines zentralen Auslieferungslager als sinnvoll erachtet, wie realistisch ist die Umsetzung bzw. die Einflussnahme der Stadt dann im nächsten Schritt auf die großen Paketdienste? Wer finanziert ein solches zentrales Auslieferungslager, und wo könnte ein solches entstehen? Auch dieses müsste wieder angefahren und die Ware an die Kunden verteilt werden. Welche Vorteile beinhaltet dann diese Maßnahme generell? (Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr am 28. Juni)

Gerd Rothbrust am :

In der tollen („toll“ hatte ich hier schon definiert) o.a. gesamtstädtische Mobilitätsstrategie sehe ich weder Sinn noch Ausführungsmöglichkeit – schade um die Papierverschwendung!

Lothar Kaiser am :

Für die Grünen zeigte sich David Schichel heute im Haupt- und Finanzausschuss mit der von der Verwaltung vorgelegten Gesamtstädtischen Mobilitätstrategie „vom Inhalt her positiv erstaunt“. Darin eingeflossen seien mehrere Anträge der Grünen. Wobei man über die Prioritäten (Maßnahmefahrplan) allerdings noch einmal reden sollte. Ganz anders Fritz Beinersdorf von den Linken, der sich später bei der Abstimmungh als einziger der Stimme enthielt. Ihm komme die Vorlage „zuu kleingeistig“ vor, kritiierte er undf vermisste einen kostenlosen ÖPNV mit kürzeren Taktzeiten. „Kostenlos?“, fragte Karl Heinz Humpert (CDU) nach. „Dann bräuchten wir drei bis vier Mal so viele Busse, damit das klar ist!“

Felix Staratschek am :

Wenn ein fahrpreisfreier ÖPNV zu mehr Nachfrage führt, ist das eine Abstimmung mit den Füßen und rechtfertigt dann auch mehr Mittel, die über Steuern und Abgaben finanziert werden. Im Prinzip wirkt dass wie eine Steuerreform, weil bisherige ÖPNV-Nutzer die Fahrpreise einsparen. Dann kommt der Einwand, warum man für etwas bezahlen soll, was man nicht nutzt? Zum einen zahlt man schon heute dafür, indem im Querverbund mit den Stadtwerken Steuerersparnisse den ÖPNV finanzieren und indem über Steuergelder der Schülerverkehr und zahlreiche ÖPNV-Maßnahmen finanziert werden. Da wäre es nur konsequent, auf Fahrpreise zu verzichten.Und den Nutzen eines intensiv genutzten ÖPNV haben alle durch weniger PKW-Fahrten und Abgase und durch belebte Innenstädte. Geringverdiener können selbst kleinste Jobs annehmen, wenn die da ohne Fahrpreis hinfahren können. Busfahrer brauchen keine Zeit mehr für den Ticketverkauf, so dass die Fahrzeuge am Tag mehr Kilometer schaffen und es besteht auch nicht mehr die Gefahr, dass Busfahrer überfallen werden. Man muss keine Schwarzfahrer mehr verfolgen und einsperren. Und Kapazitäten lassen sich auch mit der bestehenden Fahrtenzahl steigern durch mehr Gelenkbusse oder Busse mit Anhängern. Den heutigen ÖPNV in Deutschland gratis anzubieten, würde weniger kosten, als die Bundesregierung am Soli verdient. Da wäre es am einfachsten den Soli in eine Abgabe für den fahrpreisfreien ÖPNV umzuwandeln. Eine sinnvolle Mischnutzung von Auto und PKW kann es nur mit dem Nulltarif geben, jeder Fahrpreis wird Leute davon abhalten das Auto stehen zu lassen. Und da die Fahrgäste des Berufsverkehrs schon heute die günstigsten Zeitfahrkarten nutzen, wird der Fahrgastzuwachs in den Schwachlastzeiten viel größer sein, als in den Hauptverkehrszeiten. Und das ist ein Zuwachs, den der ÖPNV oft ohne Kapazitätsausweitung bewältigen kann. Beim Nulltarif kann durch alle Türen im Bus ein- und Ausgestiegen werden.

David Schichel am :

Was Herr Beinersdorf meint, ist ein ticketloser ÖPNV und das ist wie Herr Beinersdorf ja immer wieder richtig bemerkt eine alte, immer mal wieder neu diskutierte Forderung der Grünen auf Bundes- und Landesebene. Und weil der eben nicht kostenlos ist, sondern wahlweise aus Steuern oder Beiträgen finanziert werden muss, kann der auch nur auf diesen Ebenen herbeigeführt werden. Einzelne Kommunen und wahrscheinlich auch einzelne Verkehrsverbunde können das nicht leisten, weil ja gerade erreicht werden soll, was Herr Humpert als Gegenargument angeführt hat: Mehr Menschen sollen eine größere Anzahl von Bussen und Bahnen nutzen, ohne eine Einschränkung ihrer Mobilität zu erfahren. Der ticketlose ÖPNV ist eine großartige Zukunftsvision, die aber eine immense Infrastruktur erfordert. Die Möbilitätsstrategie zeigt jede Menge Handlungsansätze auf, die wir hier vor Ort in Angriff nehmen können und sollten. Deshalb ist sie weder kleingeistig, noch erfordert sie Hexerei, sondern sie ist eine in vielen Punkten durchaus ambitionierte, in anderen Punkten sicher nicht abschließende Arbeitsgrundlage für die kommenden Jahre. Vor allem aber ist sie der erste Schritt zu einer strategischen Verkehrspolitik, die aus den Fehlern des vergangenen Jahrhunderts lernen will, die uns im Wesentlichen lange Wege, Staus, schlechte Luft und solch städtebauliche Schönheiten, wie unseren Überflieger beschert haben.

Fritz Beinersdorf am :

Ja, es geht um den fahrscheinlosen ÖPNV und der ist für den Nutzer kostenlos. Er ist eine Forderung der LINKEN und tauchte hin wieder in Landtags- und Bundeswahlprogrammen der Grünen auf, aber schon mal verzichten die Grünen auch auf diese Forderung (z. B. im Landtagswahlprogramm der Grünen von 2017). Für DIE LINKE ist diese Forderung allerdings ein Kernpunkt fortschrittlicher Verkehrs- und Klimaschutzpolitik: Der ÖPNV muss 1. fahrscheinlos sein, 2. ein engeres Netz und 3. verkürzte Taktzeiten aufweisen. Natürlich muss dies finanziert werden und die Verursacher des Klimawandels müssen als erste zur Finanzierung herangezogen werden. Mit einer Steuerreform, die die großen Vermögen endlich gerecht besteuert, wäre auch Geld für einen attraktiven ÖPNV vorhanden. Das Umsteigen vom Auto auf den ÖPNV in Remscheid ist doch absolut unattraktiv, was Kosten, Netz und Taktzeiten anbelangt. Wir müssen darüber diskutieren, wie wir hier mit Veränderungen beginnen können. Leider weist die „Mobilitätsstrategie“ dafür keinen Weg.

Gerd Rothbrust am :

„Kleingeistig“ ist der falsche Begriff! Ich habe mich beim Lesen der gesamtstädtischen Mobilitätsstrategie gefragt: Wer von den Befürwortern kennt „die kleine Hexe“ mit ihrem Zauberstab…? Die Analyse der einzelnen Punkte ergibt: Punkte 1-7: Hoch spekulativ und nicht zu erwarten - somit unsinnig! Punkt 8: Es muss die Linienzahl/Haltestellenzahl vervielfacht werden und ca. 10-Min-Taktung eingeführt werden: nicht bezahlbar, somit unsinnig! Punkte 9-11: Hoch spekulativ und nicht zu erwarten - somit unsinnig! Punkt 12: Kein Betreiber in Sicht. Punkt 13: WER „zwingt“ die Paketdienste WIE dazu? Punkt 14: WER „zwingt“ Arbeitgeber/Arbeitnehmer WIE dazu? Allerdings mit „der kleinen Hexe“ UND ihrem Zauberstab - wer weis, wer weis… Unerschlossen bleibt mir auch, warum Herr Beinersdorf sich nur enthalten hat?

Lothar Kaiser am :

Auch von Waltraud Bodenstedt /W.i.R.) kam gestern Lob zur neuen städtischen Mobilitätstrategie. Besonders gefiele ihr die Maßnahme Nr. 13, sagte sie. Dabei handelt es sich um die Kampagne „Walking Bus“ – Kinder gehen zu Fuß zur Kita und zur Schule“. Die Idee: Von einem oder mehreren Erwachsenen begleitete Schülergruppen laufen wie ein Linienbus nach Fahrplan feste „Haltestellen“ an. So füllt sich nach und nach der „Walking Bus“ und bringt die Jungen und Mädchen sicher zur Schule und nach dem Unterricht wieder nach Hause. Der städtische Fachdienst Umwelt will die Kindertageseinrichtungen und Grundschulen anregen, regelmäßig einen solchen „Walking Bus“ zu organisieren. Mit den positiven Effekten - Reduzierung des Autoverkehrs von und zur Schule - pädagogische Lerneffekte für Schülerinnen und Schüler / Bewusstseinsbildung für klimafreundliche Mobilität und Verkehrssicherheit. Das setzt allerdings voraus, dass auch die Eltern der Schulkinder mitziehen.

Bettina Stamm am :

Dann wäre es mit Blick auf die Verkehrssicherheit der Kinder m. E. auch notwendig, die einzelnen Maßnahmen auch sinnvoll zu priorisieren. D.h. erst die Erstellung eines Fußwegekonzept welches u.a. die Analyse des Fußwegnetzes auf fehlende/mangelhafte Querungs- und Abbiegemöglichkeiten etc. beinhaltet (gem. Vorlage Priorität II) und darauf folgend die Maßnahme Walking Bus (gem. Vorlage Priorität III) und nicht umgekehrt.

Gerd Rothbrust am :

„Walking Bus“ hört sich ja „kuschelig“ an. 2km Fußweg bis Jahrgangsstufe 6 und 4km ab Stufe 7 sind heute schon gesetzliche Realität. Schaut man sich das Problem "Schülertaxi" an den Schulen an, sieht man die gelebte Realität. Bei Kitas ist das ähnlich. Zudem, ab wann, wie weit, sollen Kinder zwischen dem 1-5 Lebensjahr „walken“? Das Grundproblem: In Remscheid gibt es eine Schadstoff-Meßstelle, somit existieren keine belastbaren Meßwerte. Von welchem Wert soll bis 2022 um 14% reduziert werden? Die „Klimaschützer“ sollten öfters ihre Echoräume verlassen, um mehr Überblick zu haben!

Wolfgang Rau am :

Walking Bus - könnte zum Rolling Graus für die begleitende(n) Person(en) werden. Wer die mögliche Eigendynamik von (Grund-)Schülergruppen kennt, der wird sich dreimal überlegen, ob er die Verantwortung und evtl. die Haftung für Fahrlässigkeit oder verletzte Aufsichtspflicht übernehmen will. Es ist nur dringend zu empfehlen, mit den zuständigen gesetzlichen Unfallversicherungsträgern (i. d. R. Unfallkasse NRW) zu sprechen und auf eine Haftungsfreistellung für die BegleiterInnen zu drängen, und ggf. ergänzende Erklärungen von den Eltern der zu begleitenden Kinder einfordern.

David Schichel am :

Die gute Nachricht ist, dass es auf die meisten Fragen zu diesem gar nicht so kuscheligen Rolling Graus für Klimaschützer bereits jede Menge Antworten und Praxisbeispiele gibt. Da gab und gibt es tatsächlich Menschen, die ihre Kinder zu Fuß zur Schule oder Kita bringen. Die sind sogar in der Lage dafür den besten, gesündesten und sichersten Weg zu bestimmen, lange bevor die Politik sich auf Fußwegekonzepte und Messstellen geeinigt hat: https://rp-online.de/nrw/staedte/remscheid/per-lauf-bus-sicher-zur-schule_aid-12700659 , https://www.rga.de/lokales/remscheid/kinder-gehen-bus-zu-fuss-4183605.html , https://www.landesverkehrswacht-nrw.de/angebote/schule.html https://nordwest.aok.de/inhalt/aok-walking-bus/ , https://www.paderborn.de/bildung-universitaet/schulen/was_ist_walking_bus.php. Ich verweise ja sonst ungern auf Herrn Rothbrust, aber er hat auf seine gewohnte Art ja richtig festgestellt, dass es in dieser Mobiltätsstrategie wesentlich dickere Bretter zu bohren gilt. Über die sollten wir uns vielleicht eher den Kopf zerbrechen. Alle, die Lust dazu haben, können das sogar lösungsorientiert tun.

Gerd Rothbrust am :

„…dicke Bretter bohren“ heißt übersetzt: Unproduktives Lamentieren! „Grüne Mobilität“ ist nicht zukunftweisend, sie führt zu mittelalterlichen Verhältnissen: Im Mittelalter konnten sich nur Privilegierte ein Pferd leisten, der Rest ging zu Fuß. Elektromobilität hat noch einen langen Weg vor sich und erfordert zudem einige total neue Innovationen - nur ein Problempunkt. Zudem ein zweiter Verursacher ist fast gänzlich aus dem Fokus verschwunden. Geht man bei Inversionswetterlage, bei Windstille durch die Straßen, riecht man ihn ganz deutlich: Heizung, Warmwasser und Schmuckkamine. Ist hier auch Elektrizität der Königsweg: Wärmepumpentechnologien, Nachtspeicher, Infrarotwärme? Dann kommen wir zu dem dritten Problem: Wie wird die riesige, zusätzliche, elektrische Energiemenge erzeugt? Wie wird sie an den Verbrauchsstellen bereit gestellt? Soll hier auch gebohrt werden – die erzeugten Späne könnte man, nach der vielen Bohrerei, in Pelletheizungen verbrennen…

David Schichel am :

Wenn Karl Benz und Rudolf Diesel nicht dicke Bretter gebohrt hätten, würden Sie auch heute noch zu Fuß zur Arbeit gehen, Herr Rothbrust. Ich hätte Antworten auf Ihre Fragen, allerdings würden die Ihnen nicht gefallen und alle, die sich etwas kulturoptimistischer mit der Energie- und Verkehrswende beschäftigen, würden sie kennen, denn Sie liegen seit langem (auch im Waterbölles) auf dem Tisch.

Felix Staratschek am :

Gab es vor Rudolf Diesel keine Straßenbahnen und Fahrräder oder Werkswohnungen? Damals war die Welt auf das zu Fuß gehen ausgelegt. Seit 1881 gab es Straßenbahnen mit Oberleitung und bald auch gleislose Straßenbahnen, die wir heute O-Bus nennen, schon vor der Jahrhundertwende. 1893 gelang die erste Selbstzündung für den Dieselmotor. Die elektrische Mobilität ist also älter. IUnd zu Fuß zur Arbeit zu gehen ist auf jeden Fall gesünder, als einen Diesel oder ein anderes Fahrzeug zu fahren, da Bewegung an der Luft gesund ist - wenn da nicht zu viele Diesel und Benziner fahren.

Gerd Rothbrust am :

Richtig, Herr Staratschek, elektrische Mobilität ist älter. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied zwischen elektrischer Straßenbahn, O-Bus, U-Bahn, Lokomotive und E-Autos. Für die erste Gruppen wird die elektrische Energie an „einem“ Ort erzeugt und an „einem“ Ort eingespeist. Diese ausreichende Erzeugung/Einspeisung ist zu jeder Zeit sicher garantiert. Bei einem E-Autos ist das anders: Ausreichend Energiezufuhr ist nicht gesichert, tausende nicht sichere Einspeisungen und die Batterien sind zu kleine, nicht nachhaltige „Antriebe“. UND für mittelalterliche Verhältnisse, zu Fuß gehen, ist die heutige Welt nicht ausgelegt!

Nick Schumacher am :

Der neue Nissan Note holt Strom aus 35 Litern Kraftstoff für rund 1300 Kilometer. Wäre schon mal gut für unsere Stadtluft, wenn mehr von diesen Fahrzeugen herumfahren würden. Es ist aber kein deutsches Prämium-SUV und somit uncool. Und: leider nur in Japan erhältlich. Es wird im Produktdatenblatt keine Beschleunigung und keine Höchstgeschwindigkeit angegeben, weil es für das japanische Tempolimit von 100 km/h auf der Autobahn ausreicht. Was würde dann in den deutschen Fahrzeugpapieren zur Höchstgeschwindigkeit stehen? Für deutsche Behörden und Herrn Rothbrust ist es wahrscheinlich schon eine Sache der Unmöglichkeit das Auto zuzulassen. Ist ja Mittelalter, ein Auto das nicht mit 2,5t Leergewicht die Schallmauer durchbrechen kann :-)

Gerd Rothbrust am :

Sie haben meine Kommentare zur E-Mobilität nicht wirklich gelesen Herr Schumacher. Technologie-Wettbewerb ist ein sehr guter Lösungsansatz: Hatte ich hier schon am 14.2.2017 gefordert. Allerdings der „Nissan Note E-Power“ ist nicht wirklich neu. Hier wird das Prinzip von Notstrom-Aggregaten angewendet: Ein Benzinmotor treibt einen Generator. Ihre Anmerkung zu meiner "Mittelalter-Definition" zeigt wieder, dass Sie Texte nicht wirklich lesen: Mittelalter ist für mich zu Fuß gehen MÜSSEN!

Nick Schumacher am :

Sie verstehen meinen Wink mit dem Zaunpfahl nicht. Allein schon Ihre Bezeichnung eines wesentlich emissionsärmeren Fahrzeugs als "Notstrom-Aggregat" zeigt schon den Hochmut, der uns Deutsche begleitet. Auf welche "total neue Innovation" warten Sie eigentlich? Was bieten denn unsere Automotive-Ingenieure aktuell an? Schummelsoftware mit unnötig viel Blech und Gummi. Sind das ihre viel beschworenen genialen Macher? Warum ist in Deutschland kein E-Scooter, wie der XIAOMI M365, in der Öffentlichkeit zugelassen? Die deutsche Antwort darauf ist, dass die Fahrbahn nur der deutschen Autoindustrie gehört. Der Technologie-Wettbewerb ist de facto verboten. Die grauen Männer wollen, dass wir weiter dicke Hausfrauenpanzer kaufen, und die meisten machen es auch.

Gerd Rothbrust am :

Zum ersten, Herr Schumacher, ich habe über ein Prinzip gesprochen, nicht über eine technische Ausführung! Hat also nichts mit Hochmut zu tun. Zum zweiten: Es liegt am Verbraucher, welche Autos er kauft! Die Hersteller passen sich dann an. Zum dritten: Fossile Brennstoffe sind endlich, sie erzeugen Umweltprobleme und können sinnvoller verwendet werden. Somit sind neue Technologien gefragt. Diese Technologien müssen gefunden werden. Technologie-Wettbewerb muss her! Dieser Wettbewerb entsteht allerdings nicht, wenn per Gesetz Fakten geschaffen werden. Zum vierten: Unsere gesamte Mobilität steht auf dem Prüfstand. Ist "freie Fahrt für freie Bürger" noch möglich? Dann kämen wir zu grundsätzlicheren Fragen.

Heinz Wäscher am :

Der Name „Zhejiang Geely Holding Group Co., Ltd” dürfte den Wenigsten hierzulande geläufig sein. „Geely” ist aber genauso wie Renault/Nissan an einem bekannten Stuttgarter Kfz-Hersteller beteiligt.

Gerd Rothbrust am :

Carl Benz war kein Dickbrettbohrer, er war ein genialer Maschinenbau-Ingenieur. Ab 1879 entwickelte er einen verdichtungslosen Zweitaktmotor, danach einen leichten Viertaktmotor, den Differentialantrieb, die Achsschenkellenkung, die Zündkerze, die Riemenverschiebung als Kupplung, den Vergaser, den Wasserkühler und die Gangschaltung. Im Sommer 1886 fuhr sein Motorwagen mit Verbrennungsmotor und elektrischer Zündung zum ersten Mal (nach nur ca. sieben Jahren) durch Mannheim. Ein Macher also, kein Schwätzer! Ihre nebulösen Andeutungen „…Ich hätte Antworten auf Ihre Fragen“ sind wie immer: Phrasen! Auch Ihr Hinweis auf Kulturoptimismus, der unterstellt, dass Veränderung im Regelfall eine Verbesserung ist, trifft nicht auf „grüne Energie- und Verkehrswende“ zu!

Lothar Kaiser am :

Eine gute Grundlage für die künftige Arbeit nannte heute im Bauausschuss Jürgen Kucharczyk (SPD) die von der Verwaltung vorgelegte “gesamtstädtische Mobilitätsstrategie“ Jetzt sei die Politik gefordert, aus Papier Realität werden zu lassen. Hoffentlich sehr konkret!!

Chronist am :

Zur Sitzung des Rates am 5. Juli hat die Fraktion der Grünen eine Änderung des Leitbilds zu Gesamtstädtische Mobilitätsstrategie beantragt. E soll in den folgenden Punkten ergänzt werden: „8. Der ÖPNV und der SPNV verbinden Remscheid direkt mit den Metropolen an Rhein und Ruhr und sind so attraktiv, dass sie auch städteübergreifend genutzt werden und eine bessere Alternative zum Autofahren darstellen. Remscheid verfügt darüber hinaus über eine sichere Anbindung an den Schienengüterverkehr.“ „10. Alle Fuß- und Radwegeverbindungen sind sicher und in einem guten Zustand nutzbar. Sie verbinden die Stadtteile untereinander, sind an die Wegenetze der Nachbargemeinden angebunden und dienen neben Freizeitaktivitäten auch dem Pendlerverkehr.“ „14. Die Stadtverwaltung, ihre Tochterunternehmen, die ansässigen Landesbehörden sowie die privatwirtschaftlichen Unternehmen vor Ort betreiben ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement. Geschäftsreisen und private Arbeitswege werden umweltfreundlich organisiert.“

Felix Staratschek am :

Eine sichere Anbindung an den Schienengüterverkehr? Wo ist die denn, außer an einigen Gleisanschlüssen, noch gegeben? Schrotthändlern wurde der Anschluss gekündigt, obwohl die nahe an vorhandenen Rangiergleisen ihren Anschluss haben und auch für den Anschluss Geld investieren. Das Anschlussgleis am Remscheider Hbf. ist außer Betrieb, bleibt noch der Restverkehr nach Mannesmann in Güldenwerth, Vaillant in Bliedinghausen und zum Ladegleis in Lüttringhausen für Dirostahl. Während z.B. die Bentheimer Eisenbahn in einer Mittelstadt (Nordhorn) ein großes Logistikzrentrum mit Gleisanschluss und Containerterminal betreibt, hat die Großstadt Remscheid keinen Güterbahnhof mehr und die Flächen in Lennep und am Hauptbahnhof, wo man einen modernen Güterbahnhof mit Hochregallager und Logistikzentrum hätte schaffen können, wurden verkauft. Und in ganz Deutschland läuft akut ein Ausverkauf der Bahn, der künftig eine Verkehrswende im Güterverkehr unmöglich macht. Auf CitizenGo habe ich dazu eine Petition gestartet: "Verkehrswende statt Bahnende - Gegen den Ausverkauf der Bahn durch Flächenverkauf"

Gerd Rothbrust am :

Aber, aber Herr Staratschek, haben Sie keinen Kulturoptimismus...? :-)

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