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Immer weniger Langzeitarbeitslose finden Arbeit

Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Stadtverband Remscheid

Immer weniger Langzeitarbeitslose finden in Remscheid einen neuen Arbeitsplatz. In den vergangen zwölf Monaten nahmen 297 Langzeitarbeitslose  eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt auf. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 391 Personen. Die Zahl der Arbeitsaufnahmen  ging somit um 10,3 Prozent zurück.  „Die grundsätzlich stabile Lage am Arbeitsmarkt in Remscheid darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spaltungen am Arbeitsmarkt noch tiefer  geworden sind. Die Chancen von Langzeitarbeitslosen auf einen Arbeitsplatz sind nochmals schlechter geworden. Der Markt wird es nicht richten  und das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nicht lösen. Notwendig ist ein beherztes Aktionsprogramm des Bundes, das Langzeitarbeitslosen auch  in Remscheid Perspektiven eröffnet. Jetzt kommt es darauf an, dass die Bundesregierung die versprochenen Hilfen für Langzeitarbeitslose zügig und  vor allem in guter Qualität einführt‘‘, erläutert Peter Lange, Vorsitzender des DGB Remscheid.

Als langzeitarbeitslos gilt, wer ein Jahr und länger arbeitslos ist. In Remscheid sind aktuell 2.003 Personen bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter  als Langzeitarbeitslose registriert. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit liegt bei 45,3 Prozent.    Der DGB Remscheid kritisiert vor allem, dass Arbeitslose, die Hartz-IV-Leistungen erhalten, bisher nur sehr unzureichend gefördert würden. Das Hartz IV- System ist nach wie vor völlig unterfinanziert, weil immer mehr Mittel für die Verwaltungskosten aufgewendet werden müssen. Von 100 Arbeitslosen im  Hartz-IV-System erhält nur einer im Bundesdurchschnitt eine Weiterbildung, die zu einem Berufsabschluss führt. In der Arbeitslosenversicherung sei der  Anteil der Personen in solchen Bildungsmaßnahmen viermal höher.

„Wir müssen dieses Zwei-Klassensystem in der Arbeitsförderung endlich überwinden.  Bildungsmaßnahmen müssen ausgebaut werden, damit Abschlüsse nachgeholt werden können und neue Perspektiven eröffnet werden“, fordert Lange  weiter.    Der DGB begrüßt, dass die Bundesregierung zusätzliche Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose in einem sogenannten „Sozialen Arbeitsmarkt“ schaffen und  dafür vier Milliarden Euro bereitstellen will. Entscheidend ist jedoch die Umsetzung. Anders als bei den „1-Euro-Jobs“ darf es nicht um drittklassige Arbeitsverhältnisse gehen sondern um gute Arbeit. „Vormals Arbeitslose erleben soziale Teilhabe dann, wenn sie etwas Sinnvolles tun, einen ordentlichen Arbeitsvertrag haben und einen Lohn bekommen, der sie unabhängig von Hartz IV macht“, betont Peter Lange. (Klaus Churt)

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