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„Mond-Akteure“ haben schon 1673 Unterschriften

Eine „Unterschriftenaktion für den „Blauen Mond“startete Ende April ein kleiner, aber engagierter Kreis von Anwohnern bei einem Treffen in der  Gaststätte Rautzenberg an der Burger Straße. Und seitdem haben den Aufruf zum Erhalt und Wiederaufbau des bekannten Remscheider Wahrzeichen des Südbezirks auf dem ALDI-Parkplatz an der Burger Straße 1673 Bürgerinnen und Bürger unterzeichnet. Das war am Mittwoch für die „Mond-Akteure“ bei ihrem zweiten Treffen bei Rautzenberg der Ansporn weiterzumachen. Zumal Stadtdirektor Sven Wiertz zu dem Treffen den Entwurf eines Flyers mitbrachte, der die Aktion unterstützen soll. Geplant ist eine Auflage von 10.000 Exemplaren, finanziert vom Verein MannesmannHaus e.V.. Das sagten die beiden anwesenden Vorstandsmitglieder spontan zu. Prof. Dr. Horst A. Wessel (im Bild oben in der Mitte vorne), von 1983 bis 2008 Leiter des Mannesmann-Archivs, berichtete sodann, dass sich in der Zwischenzeit Hans-Joachim Hoeck, Managing Director des Remscheider Werks von "Salzgitter Mannesmann Stainless Tubes" an der Bliedinghauser Straße distanziert zu dem Vorschlag von ALDI geäußert habe, den zuletzt 59 Meter hohen Mannesmann-Turm in gekappter Form vor dem Betriebseingang aufzustellen (kleines Foto unten).

Der Flyer ruft dazu auf, „ein Stück unserer Heimat zu retten“. Denn der historische Mannesmannturm, der „Blaue Mond“, in unmittelbarer Nähe zum Mannesmannwerk in Bliedinghausen, sei für die Stadt Remscheid eine weithin sichtbare Landmarke und Teil ihrer Identität. ALDI als heutiger Eigentümer des Turmes wird aufgefordert, „zügig das Denkmal zu sanieren und es nicht länger ungeschützt verwahrlosen zu lassen.“

Auch auf die Geschichte des „Blauen Mondes“ geht der neue Flyer ein: „In den 1950er Jahren wurde eine Vielzahl von Reklamemasten errichtet, die in erster Linie Werbeinteressen und Präsentationsabsichten der Firma Mannesmann dienten. So wurden unter anderem in Düsseldorf, Hannover und Sao Paulo Werbemasten mit dem Signet „MW“ (Abkürzung von „Mannesmannröhren-Werke) erbaut. Konstruiert wurden diese von Josef Fröhlich, Chefkonstrukteur der Abteilung Rohrkonstruktion bei der Mannesmannröhren-Werke AG in Düsseldorf-Rath. Das Signet „MW“ war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Peter Behrens entwickelt. Behrens gilt als Prototyp des Industriedesigners und zugleich als Erfinder des Corporate Designs. (...)

Der Werbepylon ist am höchsten Punkt 59 Meter hoch und wurde am 21. August 1961 in Betrieb genommen. 75 Jahre nach der Erfindung des nahtlosen Rohres wurde die hellblau strahlende Neon-Beleuchtung des „MW“-Zeichens angeschaltet. Der Mannesmann-Turm Remscheid fungiert als markante Baufigur einer nach dem Zweiten Weltkrieg wiederauflebenden deutschen Schwerindustrie, die ihre sich wieder entwickelnde Weltgeltung mit signifikanten Merkzeichen ins Bewusstsein brachte. Besondere Aussagekraft entwickelt der Remscheider Turm auf Grund der Tatsache, dass er im unmittelbaren Weichbild der „Wiege“ des Mannesmann-Konzerns positioniert wurde, wo er neben der stadtbildprägenden Funktion („Blauer Mond“ von Remscheid) auch die der Erinnerung an den ört­lichen Ausgangspunkt einer auf einer bahnbrechenden Erfin­dung beruhenden industriellen Entwicklung besitzt.

Als technisches Bauwerk inkorporiert er auch gleichzeitig das Leitprodukt der Mannesmann-Röhrenwerke, das nahtlose Stahlrohr. Seine Umrissgestalt bezieht er aus den spezifischen Eigenschaften der Röhrenkonstruktion, die ein sehr leicht wirkendes Erscheinungsbild mit der notwendigen Statik verbindet. Somit fließen in diesem Ingenieurbau, ähnlich dem „Bayer-Kreuz“ in Leverkusen, zahlreiche Geschichtsstränge deutscher Technik- und Wirtschaftsgeschichte in der Phase des Wiedererstarkens nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen. Die typische Ästhetik des Turms ist auf den ersten Blick ablesbar.

Nach dem Verlust des Düsseldorfer Turms Mitte der 1980er Jahre und dem Verschwinden von weiteren Bauten dieser Art ist der Remscheider Turm nach gegenwärtigem Kenntnisstand das letzte nordrhein-westfälische Beispiel seines Typs. Heute dient der Turm unter anderem als Sendemastanlage. Er wurde am 4. September 2002 in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen. Seit April 2015 wurde der markante „MW“-Kopf entfernt und notdürftig am Fuße des Denkmals gelagert.“ (Quelle des Textes: Stadt Remscheid)

 

 

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