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Dramaturgin freut sich auf künstlerische Programmarbeit

Dass sie sich riesig darauf freut, am 1. Oktober die künstlerische Programmverantwortung für das Teo Otto Theater zu übernehmen, glaubten die Teilnehmer der Pressekonferenz im oberen Theaterfoyer gestern der Dramaturgin Rebecca Egeling auf Anhieb. Eingeladen zur Vorstellung der neuen städtischen Mitarbeierin hatten Stadtdirektor Sven Wiertz als Kulturdezernent und Lutz Heinrichs als Geschäftsführer und Leiter des Theaters. 75 Männer und Frauen  hatten sich in den vergangenen Monaten auf die Halbtagsstelle beworben, berichtete Wiertz. Und sieben seien  unter Beteiligung von Vertretern der Ratsfraktionen und -gruppen zu Auswahlgesprächen ins Theaterfoyer eingeladen worden. Dabei habe sich Rebecca Egeling als beste Bewerberin herausgestellt – „entsprechend ihrer schriftlichen Bewerbung“.

Frisch und völlig unverkrampft stand die 38-jährige Lüdenscheidern gestern Rede und Antwort. Ein Umzug von ihrer Geburtsstadt Lüdenscheid nach Remscheid stehe gegenwärtig nicht an. Aus Rücksicht auf ihren Lebensgefährten, der vor anderthalb Jahren mit ihr aus Stuttgart in die märkische Kreisstadt gezogen sei, und natürlich auch, weil es sich in Remscheid um keine Vollzeitstelle handele. Das lasse ihr Zeit für freiberufliche Aufträge als Dramaturgin. Hintergrund: 2014 gründete Rebecca Egeling ihr Produktionsbüro „Dramaturgie on demand“ Das verbindet sie mit den Arbeitsschwerpunkten Kuratieren, Produzieren und Vermitteln. Zu ihren Auftraggebern gehörte beispielsweise das Schauspiel Stuttgart.

In ihrem Studium lernte Rebecca Egeling die Psychologie und Ökologie kennen, Forschungsmethodik, Kunst-Aktivismus (Dartington College, England) und die angewandte Theaterwissenschaft (Universität Gießen) mit den Nebenfächern Kunstgeschichte, Germanistik, Slawistik und Anglistik. Ihr Diplom erhielt sie 2004 von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt im Fach „zeitgenössischer und klassischer Tanz“. Es folgten Zeitverträge als Dramaturgin (Dance Company Gauthier am Theaterhaus Stuttgart und am Staatstheater Braunschweig (diese Stelle war auch mit Öffentlichkeitsarbeit und Festivalmanagement verbunden) sowie als Regieassistentin (Oper Frankfurt), danach Produktionsleitung, Regie und Tourneemanagement.

In Lüdenscheid hatte die Dramaturgin und Tänzerin zuletzt eine Vollzeitstelle. Und einen zehnstündigen Arbeitstag. Der war nicht nur mit der Programmgestaltung für das Lüdenscheider „Kulturhaus“ ausgefüllt, sondern auch mit Controlling, Buchhaltung und Geschäftsführung. Das bleibt ihr in Remscheid künftig erspart. Hier steht für sie die Kunst wieder im Mittelpunkt, konkret: der Spielplan des Teo-Otto-Theaters, beginnend mit dem für 2019/2020.

„Ich freue mich darauf, das Remscheider Theaterpublikum und seine Wünsche kennenzulernen“, sagte Rebecca Egeling gestern. „Sehr gerne möchte ich es mitnehmen über die Brücke zur Moderne!“ Dass in Remscheid großer Wert auf die Sparte „Tanz“ gelegt werde, habe sie natürlich begeistert. Für "ausbaufähig" hält die neue Programmverantwortliche das Kinder- und Jugendtheater, und für das Schauspiel könne sie sich "ein klareres Profil" vorstellen. Das alles aber nicht auf der Basis von Alleinentscheidungen. Denn: „Das Theater lebt vom Teamgeist!“ Heimischer Produktionen? – „Immer gerne! Denn die binden ein Theater stärker in die Stadt ein!“ Und wenn Bürgerinnen und Bürger Interesse hätten, das Theaterleben mit zu gestalten? „Nur zu!“ Da kann sich Rebecca Egeling beispielsweise Publikumsgespräche und Podiumsdiskussionen vorstellen, gerade im Zusammenhang mit zeitgenössischen Aufführungen (Alzheimer, Migration). Wie auch schon früher wolle sie im Übrigen in Remscheid den Kontakt zu kulturinteressierten Lehrerinnen und Lehrern suchen, um über diese ein (neues) jugendliches Publikum heranzukommen. Denn sie habe die Erfahrung gemacht: „Wer sich in seiner Jugend für das Theater begeistert, bleibt ihm sein Leben lang treu!“

Kein Platz mehr im Teo Otto Theater für die leichte Muse? Ein klares Nein! „Sie soll aber auf hohem künstlerischen Niveau daherkommen und nicht als inhaltsleerer Schenkelklopfer!“ Eine Antwort, bei der die Frage nach dem gegenwärtigen (engen) Finanzrahmen des Stadttheaters nahelag. Hier zeigte sich Rebecca Egeling als Realistin: „Natürlich ist mehr im Etat immer schön. Aber der jetzige ist durchaus auskömmlich!“ (Zum Foto von Rebecca Egeling. Es entstand gestern vor der Pressekonferenz im oberen Theaterfoyer. Draußen ging gerade ein Wolkenbruch zu Ende. Entsprechend schlaff hing vor dem Theater die „Teo Otto“-Fahne herunter, zu sehen hinter der Glasscheibe mit ihren großen Regentropfen.)

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SPD Remscheid am :

Zur Vorstellung der neuen künstlerischen Leitung unseres Teo Otto Theaters erklärt Volker Leitzbach, kulturpolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion: „Es war ein sehr gut organisierter Auswahlprozess. Wir waren positiv überrascht, dass die Ausschreibung der Stelle eine so hohe Resonanz fand. Dadurch konnte die Stadtverwaltung in guter Absprache mit der Politik viele Bewerberinnen sichten und sich in den Bewerbungsgesprächen ein persönliches Bild machen. Ein Glück, dass aus vielen kreativen und kompetenten Bewerberinnen ausgewählt werden konnte. Unser Theater als Gastspielhaus ist etwas besonders. Nach der aufwändigen Renovierung der letzten Jahre erstrahlt das Teo Otto Theater wieder im Glanz der 50er Jahre. Jetzt gilt es unsere ‚gute Stube‘ auch noch mehr dem Publikum zu öffnen.“ Sven Wolf, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Wir teilen die Ansicht unseres Kulturdezernenten Sven Wiertz, dass Frau Egeling aufgrund ihrer Ausbildungs- und Arbeitsschwerpunkte sehr gut geeignet ist. Sie hat nach ihrem Studium als Dramaturgin und Regieassistentin an renommierten Schauspielhäusern, wie Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Berlin gearbeitet. Bemerkenswert, dass sie ihr Studium an einem der renommiertesten Institute für modernes Theater der „Gießener Schule“ dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen begann. Wir wünschen ihr einen guten Start und freuen uns - zum Wohle unseres Theaters - auf eine gute Zusammenarbeit!“

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