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Vorsicht, in zwei Jahren sind Kommunalwahlen

Waterbölles-Kommentar

Von Hans Christian Andersen (1805-1875) stammt das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Für den Fall, dass Sie es nicht kennen sollten – ist ja heutzutage nicht ganz auszuschließen – hier eine kurze Inhaltsangabe:

Ein selbstgefälliger Kaiser, der täglich mehrfach seine Kleider wechselt, lässt sich von zwei Betrügern für viel Geld neue, ganz besondere Gewänder weben, sie sind angeblich nur von Personen zu sehen, die ihres Amts würdig und nicht dumm sind. Tatsächlich geben die Betrüger nur vor, zu weben und dem Kaiser die Kleider zu überreichen. Aus Eitelkeit und innerer Unsicherheit erwähnt er nicht, dass er die Kleider selbst auch nicht sehen kann, und auch die Menschen, denen er seine neuen Gewänder präsentiert, geben Begeisterung über die scheinbar schönen Stoffe vor. Der Schwindel fliegt erst bei einem Festumzug auf, als ein Kind aufruft, der Kaiser habe ja gar keine Kleider an. Das Märchen endet mit den Sätzen: “‘Aber er hat ja nichts an!‘ rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn es schien ihm, sie hätten Recht; aber er dachte bei sich: ‚Nun muss ich die Prozession aushalten‘. Und die Kammerherren gingen noch straffer und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.“

Als kürzlich zwei Mitglieder des Verwaltungsvorstandes und Bezirksbürgermeister Stefan Grote einen Mitarbeiter der Stadt Remscheid mit Zeitvertrag über den grünen Klee lobten, der unbedingt weiter beschäftigt werden müsse, fiel mir das Märchen zum ersten Mal wieder ein.  Denn die Adressenliste in Broschürenform, die als sein Nachweis für mehr als zwei Jahre lange Arbeit auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, überzeugte mich nicht, zumal auch eine Düsseldorfer „Presse-Informations-Agentur“ einen Teil der Arbeit übernommen hatte. Mein Eindruck damals: Das Lob musste deutlicher ausfallen, um Kritik erst gar nicht aufkommen zu lassen. Und im Übrigen hatte ja das Land NRW die Personalkosten für das Quartiers-Projekt übernommen.

Und jetzt der Friedrich-Ebert-Platz. Er soll für 12,3 Millionen Euro umgebaut werden. Davon entfallen 5,2 Millionen Euro auf den Zentralen Omnibusbahnhof der Stadtwerke Remscheid und 7,3 Millionen auf das „Drumherum“, im Mittelpunkt ein gepflasterter Platz, der zum Teil bumerangförmig überdacht werden soll. Vom Anteil der Stadtwerke zahlt der VRR 90 Prozent, von dem der Stadt Remscheid 80 Prozent. Das Projekt werde sich um 2.714.570 € verteuern, erfuhr am 29. Juni der städtische Entwicklungsausschuss. Und in der Sitzung berichtete der Kölner Architekt Stefan Schmitz für die Arbeitsgemeinschaft, die beim ausgelobten Planungswettbewerb den 1. Preis erhalten hatte, dass öffentliche Toiletten und ein kleiner Kiosk in einem neuen, dreigeschossigen Gebäude der Stadtwerke vorgesehen seien. Auf einem Platz, der viel Aufenthaltsqualität verspreche.

Ich habe leider diese Aufenthaltsqualität auf den  vorgestellten Planskizzen nicht erkennen können. Und wieder fiel mit das Märchen von des Kaiser neuen Kleidern ein. Und ein Lied, das Reinhard May hinreißend ironisch über Vorkommnisse gemacht hat, die mit normalem Menschenverstand herzlich wenig zu tun haben. Darauf zielt in Mays Lied der Refrain ab:

„Was mich betrifft, ich hab‘ die Faxen satt.
Sieht denn hier keiner, dass der Kaiser keine Kleider anhat?
Das ist weder neu noch or‘ginell, das ist nur beknackt.
Seht doch mal richtig hin, der arme Kerl ist splitternackt.“

Ich habe nach meinem ersten Kommentar zur Sache in den vergangenen Tagen mit vielen Bürgerinnen und Bürgern über die Ausbaupläne für den Friedrich-Ebert-Platz gesprochen. Und darunter war niemand, der diese begrüßt hätte. Denn ein Busbahnhof bleibt ein Busbahnhof, dort kommt man an, um umzusteigen oder woanders hinzugehen, und dorthin geht man, um woanders hinzufahren. Um sich dort längere Zeit aufzuhalten, bedürfte es weitaus mehr nur als Toiletten und eines Kiosks. Mein Eindruck: Die Zahl der Bürger/innen wächst, die „die Faxen satt haben“, wenn sie die veranschlagten Gesamtkosten hören und erfahren, dass andere Projekte zur Revitalisierung der Innenstadt wegen der Umverteilung der Gelder zugunsten des Platzes hintangestellt werden müssen.

Nun scheren sich Kommunalpolitiker nicht immer (nur selten?)  um des Volkes Stimmen (von echten Populisten mal abgesehen). Aber dass der Baubeginn für den Platz für 2020 vorgesehen ist, sollte Rat und Verwaltung nachdenklich stimmen. Denn 2020 werden in NRW Bürgermeister und Räte wieder gemeinsam gewählt. Nicht auszuschließen, dass sich die Wähler dann an Hans Christian Andersens Märchen wieder erinnern werden...

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Kommentare

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Thomas Neuhaus, Sozialdezernent der Stadt Remscheid am :

Für das Förderprojekt „Altersgerechte Quartiere Remscheid-Süd“, das in Ihrem Artikel erwähnt wird, trage ich als zuständiger Beigeordneter die Verantwortung. Da das Projekt hier vom Autor überaus kritisch und offenbar symptomatisch für Bekleidungsprobleme in Remscheid betrachtet wird, möchte ich hier einen Beitrag zur Klarstellung leisten. Ein Produkt des Projektes, der Seniorenwegweiser für Remscheid-Süd, wurde in einer Pressekonferenz den anwesenden PressevertreterInnen vorgestellt. Der Wegweiser stellt ein umfängliches Dienstleistungsangebot zur Orientierung älterer Bürgerinnen und Bürger in Remscheid-Süd dar und ist die Entwicklung des Projektmitarbeiters und der Lenkungsgruppe. Der Wegweiser wird sehr stark nachgefragt. Ich erhalte viele positive Rückmeldungen hierzu. Offensichtlich wurde der eigentliche Anlass der Pressekonferenz – die Vorstellung und Bewerbung des Seniorenwegweisers – nicht wahrgenommen, wenn von der Vorstellung eines sehr guten Projektproduktes auf ein ganzes Projekt und die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Quartiersakteure gesch(l)ossen wird. Das Projekt endet am 31.12.2018. Mit der Lenkungsgruppe und den Akteuren im Quartier wurden bereits über 40 (!) Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität bis in das hohe Alter für Bürgerinnen und Bürger erstellt. 10 Maßnahmen davon wurden zur unmittelbaren Umsetzung priorisiert. Neben einem umfassenden Quartierskonzept „Altersgerechtes Quartier Remscheid-Süd“ wird zudem ein Modulbaukasten zur Übertragung auf weitere Quartiere in der Stadt erarbeitet. Die Ergebnisse des Projektes werden zunächst den relevanten politischen Gremien vorgestellt und es wird für die Bürgerinnen und Bürger, Fachakteure, Pressevertreterinnen und -vertreter und den politischen Vertreterinnen und Vertreter eine Abschlussveranstaltung durchgeführt. Hiernach darf gerne die Qualität und Nachhaltigkeit des Projektes in meiner Verantwortung beurteilt werden. Hiernach bin ich gerne zu einer Diskussion über neue Kleider bereit. Ein Verriss vor dem Projektende halte ich gegenüber den eifrig und zielorientiert arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung an diesem Projekt nicht für angemessen. Aber vielleicht ist der Kommentar symptomatisch für den Remscheid-Blues, der manchmal nicht den Blick für die zahlreichen positiven Entwicklungen der letzten Jahre in unserer Stadt zulässt. Insofern schlage ich vor, dass vor der Auseinandersetzung mit Kleidung lieber eine neue Platte mit einem anderen Genre aufgelegt werden sollte, damit wir mit positiver Stimmung und mit der objektiven Bilanzierung des Erreichten sowie dem sich in der Realisierung Befindlichen unsere Stadt zur Verbesserung der Lebensbedingungen aller Bürgerinnen und Bürger gemeinsam weiter voranbringen können.

Gerd Rothbrust am :

Vielleicht hat der Autor (Herr Kaiser) im dritten Kapitel ein wenig „daneben geschossen“. Ich kenne die Broschüre nicht und kann sie deshalb nicht beurteilen. Das Gleiche gilt für die Arbeit der städtischen Mitarbeiter. Allerdings ich sehe, so wie Herr Kaiser, wie Politik und Stadtverwaltung agieren und was am Ende daraus entstehen kann. Da sind (oft) Unverständnis, Unmut und staunendes Kopfschütteln nur eine harmlose Beschreibung. Der Bürger fragt sich oft, ob die Verantwortlichen die Kosten-Nutzen-Abwägung kennen und diese ihr Handeln beeinflusst. Was aber am meisten verärgert, ist die bockige Sturheit mit der auch die irrwitzigsten Projekte durch gezogen werden. Langer Rede kurzer Sinn: Gelegentlich ist Dampf ablassen nötig, auch wenn es dann nicht immer gerecht zu geht.

Lothar Kaiser am :

Es handelt sich um keine Pauschalkritik, lieber Herr Neuhaus. Zitat aus meinem Kommentar: "Als kürzlich zwei Mitglieder des Verwaltungsvorstandes und Bezirksbürgermeister Stefan Grote einen Mitarbeiter der Stadt Remscheid mit Zeitvertrag über den grünen Klee lobten, der unbedingt weiter beschäftigt werden müsse, fiel mir das Märchen zum ersten Mal wieder ein."

Klaus Konkel am :

Im Ergebnis findet sich auch eine Projektlandkarte im Internet: https://www.aq-nrw.de/quartier-erleben/projektlandkarte/projekte/entwicklung-altengerechter-quartiere-remscheid-sued/eingesetzte-instrumente-methoden/

Eija Tirkkonen am :

Der Beitrag des Dezernenten Neuhaus offenbart, dass die Maßnahmen keiner Leitschnur für die Zukunftsfähigkeit der Stadt folgen. Die Stadtspitze versagt bei der Priorisierung der Maßnahmen. Die Alleestraße ist die Hauptgeschäftsstraße der Stadt Remscheid und wirkt entweder einladend oder abstoßend. Mit der Revitalisierung der Alleestraße hängt der Wohlstand der Stadt zusammen, weil jeder, der als Fachkraft in Remscheider Betrieben anfangen möchte, auch die Stadt als Wohnort für sich und die Familie beurteilt. Wer geglaubt hat, dass es keine Rolle spielt, ob die Stadtspitze selbst in der Stadt lebt oder auswärts, wird gerade eines Besseren gelehrt. Die Kosten für den Friedrich-Ebert-Platz sind schmerzlich, weil man mit der Planung weder das Ziel der Belebung der Innenstadt erreicht noch die Aufenthaltsqualität verbessert. In dem Ursprungskonzept war eine Begrünung für eine Million Euro vorgesehen. Statt Begrünung wird nun die Kanalisation erneuert. Des Kaisers neue Kleider sind nun also unterirdisch zu betrachten. Als Erstes sollten wir die Kosten für die Projektsteuerung sparen und diese Aufgabe dem Projektsteuerer Klee übertragen, der schon für das DOC regelmäßig Geld bekommt, obwohl das Projekt wegen anhaltendem Gerichtsverfahren ruht. Wer ein 150-Mio.-Euro-Projekt leiten kann, macht das bisschen Ebertplatz doch mit links.

Chronist am :

„In der vergangenen Woche hat die Verwaltung in den Sitzungen von BV 1 und des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr Informationen geliefert, die zumindest für unsere Fraktion teilweise neu waren und für eine lebhafte Diskussion in unserer Fraktionssitzung am 2. Juli geführt haben“, heißt es im Antrag der CDU-Fraktion, den folgenden Antrag in die Tagesordnung der oben genannten Sitzung aufzunehmen und zur Abstimmung zu stellen: „Die Tagesordnung der Sitzung des Rates der Stadt Remscheid am 5. Juli wird um den Tagesordnungspunkt ‚Zusätzliche Informationen zum Vergabeverfahren Friedrich-Ebert-Platz‘ erweitert.“ Zitat aus der Begründung: „Wir wollen nicht, dass dieser Informationsbedarf erst nach der Sommerpause gedeckt wird, (...) weil es sich unserer Auffassung nach ‚um Angelegenheiten handelt, die keinen Aufschub dulden“ und ‚die von äußerster Dringlichkeit‘ sind.“ Zugleich möchte die CDU, dass neben den Vertretern der Verwaltung auch Professor Hoffmann von den Stadtwerken Remscheid sowie der federführende Architekt Stefan Schmitz in der Sitzung des Rates „zusätzliche Informationen liefern und für Aufklärung sorgen mögen“.

Lothar Kaiser am :

Eine klare Antwort der CDU auf die Angaben der Verwaltung in den genannten Sitzungen zu den (Mehr-)Kosten des Projektes ist der jüngste Antrag leider nicht. Aber vielleicht kommt ja noch was.

Chronist am :

Die Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, FDP und W.i.R. haben sich dem Antrag der CDU-Fraktion angeschlossen und weitere zusätzliche Informationen zum Vergabeverfahren „Friedrich-Ebert-Platz“ in der morgigen Ratssitzung erbeten: „Wie wurden die Ideen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Politik im Verhandlungsverfahren berücksichtigt (Drs. 15/4087 und 15/4088, beschlossen durch den Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss am 16. November 2018)? Wenn es keine Berücksichtigung gab, was waren die Gründe dafür? Wo werden die angekündigten Kürzungen vorgenommen bzw. wo werden die Mehrkosten im Gesamtprojekt Innenstadt oder innerhalb der Neugestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes (beispielsweise bei der Pflasterung) eingespart? Liegen bereits erste Prüfergebnisse hinsichtlich Offenhaltung oder Schließung des Tunnels vor? Wie soll eine bessere Aufenthaltsqualität umgesetzt werden? Für welchen Zeitraum sind die nächsten Schritte (Vertragsabschluss mit dem Bieter, Kooperationsvereinbarung mit der Stadtwerke Remscheid GmbH, Verkehrsuntersuchungen) geplant?“

Lothar Kaiser am :

Das klingt, als erbitte man sich von der Verwaltung Hilfe, um ohne Gesichtsverlust deren Plänen zustimmen zu können.

Heinz Wäscher am :

Den ganzen Pessimismus im Bezug auf die mögliche Umgestaltung des Ebert-Platzes kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Dieses komische „Gebäude” auf dem Markt - die ehemalige Stadt-Loggia - hat nach jahrelanger erfolgreicher Überdachung der Pflasterfläche am Markt nach einem Umbau zu einem Restaurant doch schließlich auch noch eine wirkliche Daseinsberechtigung gefunden. Ortsfremde hatten zuvor gerüchteweise jahrelang darüber gemutmasst, welchen Zweck so ein „überdiemsionierter Regenschutz” eigentlich haben könnte. Villeicht wird ein Teil dieser komischen geplanten „Banane” Jahre später ja auch noch umgstaltet und z. B. mit Aussenwänden versehen.

Klaus Konkel am :

Wenn man zum Thema in Social Media Foren liest, wird im Pessimismus sehr oft der Vergleich zu der Regenschutzgestaltung am HBF erwähnt. Auch die diffuse Stimmung der Fotomontage für die Neugestalltung aus Richtung Böker-Villa kommt nicht an. Zudem wird die Pflasterung als barrierefeindlich erkannt.

Norbert Landen am :

Ja Herr Kaiser, damit sprechen Sie vielen Mitbürgern aus dem Herzen. Was da von Seiten der Stadt abgeht, ist nicht mehr zu übertreffen,oder doch: siehe DOC. 2020 werden wir Wähler daran denken,g anz bestimmt,wer ins Rathaus einzieht und wer nicht.

Gerd Rothbrust am :

Das Ergebnis der Kommunalwahl 2014 macht wenig Hoffnung auf große Veränderungen nach 2020! Somit haben Abwahldrohungen wenig Wirkung. Zudem die Verwaltung, ein sehr mächtiger Player, steht nicht zur Wahl!

Lothar Kaiser am :

Das ist mir bekannt, Herr Rotbrust. Und jedwede Drohungen liegen mir fern, da können Sie sicher sein. Es ging mir darum, mögliche Konsequenzen von Entscheidungen aufzuzeigen – nicht den Mitarbeitern der Verwaltung, sondern Kommunalpolitikern aller Art.

Gerd Rothbrust am :

Abwahl“drohung“ war vielleicht ein wenig übertrieben Herr Kaiser, es war eher ein Hinweis! Sie kennen ja meine Eigenart: Ein bischen auf den Busch klopfen, um „Etwas“ aufzuscheuchen. Allerdings „mögliche Konsequenzen aufzuzeigen“ schlägt in die selbe Kerbe! Zudem, der Fisch stinkt vom Kopf, die Indianer sind selten die Schuldigen, die Häuptlinge sind oft die Verantwortlichen. Jetzt bleibt die Frage: Welche Häuptlinge – die der Verwaltung, die der Kommunalpolitiker oder die „spezielle“ Mischung?

Norbert Landen am :

Wenn man alles betrachtet scheint es so zu sein, dass die Verwaltung die Politik beiseite schiebt,um in Ruhe ihre Sachen zu erledigen. Man kann nur hoffen,das Ihr das nicht gelingt!

Gerd Rothbrust am :

Da hoffen Sie vergebens, Herr Landen. Es gab viele Jahre den „Presseclub“ in der Denkerschmette. Dort trafen sich Pressevertreter, Politiker und Bürger zum „Gedankenaustausch“. Ich war auch regelmäßig dort, und so habe ich Mitglieder aller Ratsfraktionen kennengelernt. Diese Politiker beklagten sich leidgequält über die Verwaltung: "Die tun nicht was wir wollen, was wir beschließen! Die machen was sie wollen!"

Lothar Kaiser am :

„Für die geplante Revitalisierung der Innenstadt ist der Friedrich-Ebert-Platz nicht der zentrale Ort. Die Gelder zur Belebung werden nötiger auf der Alleestraße gebraucht. Das sollte die Politik bei der endgültigen Dimensionierung des Projektes bedenken,“ kommentiert Henning Röser in der heutigen Ausgabe der Bergischen Morgenpost. Was auf und an der Allee geplant sei, falle kleiner aus und sei mit dem Ebert-Platz nicht zu vergleichen. Zitat: „Der Ebert-Platz ist ein Umsteigebahnhof für Buskunden. Als zentrale Haltestelle der Innenstadt hat sich der Bereich am Allee-Center etabliert. Hier spielt die Musik, hier ist die direkte Verbindung zur Alleestraße gegeben, dem Patien ten, der dringender eine Revitalisierung braucht.“ „Als problematisch bezeichnet es der BM-Redakteur, dass sich Stadt und Rat auf ein geschlossenes Wettbewerbsverfahren eingelassen haben, der dem Sieger des Architektenwettbewerbs Anspruch auf die Entwurfsplanung einräumt. Diesen Auftrag wird ihm die Stadt, wie der Waterbölles berichtete, noch in diesem Monat erteilen. Die Zustimmung des Rates benötigt die Verwaltung dafür nicht. Die liegt indirekt schon seit der Zustimmung der Politik zum Wettbewerbsverfahren vor. Ob das damals allen Kommunalpolitikern klar gewesen ist, darf bezweifelt werden. Entscheidungen zum Ebertplatz standen deshalb am Donnerstag in der Ratssitzung nicht an.

Eija Tirkkonen am :

Wofür hat die Stadtspitze einen Wettbewerb für den Ebertplatz veranstaltet und Kosten in der Höhe von 13 Mio. Euro veranschlagt, wenn die städtebauliche Bedeutung des Platzes klein gehalten werden muss, um den Rang der Alleestraße nicht streitig zu machen? Warum musste dann der Wettbewerb mit Denkverbot betreffend der Anbindung zur Alleestraße belastet werden? Der Wirrwarr um den leer gefegten Ebertplatz kommt nun wie ein potemkinsches Dorf der Revitalisierung vor. Rückblickend sah die alte Planung vor zehn Jahren einen Parkplatz vor, der jedoch nicht förderfähig wäre. Wird hier argumentativ (keine Denkverbote) und planerisch die Umwandlung in einen Parkplatz vorbereitet? Als ergänzende Maßnahmen für die Förderung tauchen plötzlich Tiefbauarbeiten für die Schmutzwasserentsorgung auf. Mit welcher Begründung werden hier Fördergelder für die Kanalisation herangezogen, wenn doch in Lennep um das DOC die TBR die Kanalisationserneuerung selbst zahlt? Die Fördergelder sind für die städtebauliche Revitalisierung bestimmt. Alles andere wäre Mundraub an der Alleestraße.

Michael Mahlke am :

Ich finde es bemerkenswert welche Schwerpunkte in dieser Diskussion gesetzt werden. Unter der Überschrift "Einkaufstrassen verlieren ihre Daseinsberechtigung" wird offen Remscheid als Beispiel genannt (Link ist https://m.immobilien-zeitung.de/146901/einkaufsstrassen-verlieren-ihre-daseinsberechtigung ) und hier wie anderswo wird ganz anders diskutiert. Den Ebertplatz nach links verlagern, so daß alle Schüler und Fußgänger ohne Probleme zum Bus kommen, der Tunnel wäre weg und alle Autos rechts drumherum, der sie aus der Stadt bringt und viele Probleme wären dauerhaft gelöst. Dann noch die Alleestrasse bis zur Kaufhalle bürgerfreundlich zur Naherholung umgestalten und alles wird gut.

Eija Tirkkonen am :

Der Schwerpunkt sollte gerade in der Nutzungsänderung des Leerstandes an der Alleestraße liegen und nicht auf dem Ebertplatz. Das Ungleichgewicht der Wertung zwischen den beiden Revitalisierungsvorhaben zeigt die Höhe der reinen Planungskosten für den Ebertplatz: 1,5 Mio. Euro mit Projektsteuerung. Für die Alleestraße liegt dagegen eine Liste von Bürgerwünschen zur "Verhübschung" der Straße vor. Die Darstellung der Verwaltung, dass diese Maßnahmen für die Revitalisierung der Alleestraße ausreichen könnte, ist aberwitzig. Das Gelingen der positiven Entwicklung der Alleestraße liegt in der Hand der Verwaltung. Da bisher sogut wie nicht passiert ist, würde ich als ersten Schritt empfehlen, die Hoheit des Rates für die Revitalisierung der Innenstadt an die BV zu verlagern.

Gerda Spaan am :

Frau/Mann könnte auch einfach nur feststellen: Das Ganze ist ein einziger Witz. Sonst gibt es dazu einfach nichts mehr zu sagen.

Barbara Zirbes am :

Ein Witz, liebe Gerda Spaan, sollte witzig sein ;-) ... diese Thematik ist im Ablauf erschreckend, produziert Unverständnis und zerstört Bürgervertrauen ...

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