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Rückblick: Projekt "modernes Remscheid" in der Schublade

Aus aktuellem Anlass – die Diskussion über den Ausbau des Friedrich-Ebert-Platzes in der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag – veranlasst den Waterbölles zum Nachdruck eines Artikels, der so am Dienstag, 28. April 2009 erschien:

 Im September 2006 plädierte Rosemarie Stippekohl (CDU) dafür, das Projekt „Friedrich-Ebert-Platz“, dem Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein zuvor „oberste Priorität“ eingeräumt hatte, nicht auf die lange Bank zu schieben. Denn derzeit leiste sich die Stadt da „den teuersten Parkplatz, den man sich denken kann“. Ein Jahr zuvor, 2005, hatten fünf Teams aus Stadtplanern, Architekten, Verkehrsplanern und Landschafts-/ Freiraumplanern im Rahmen eines Wettbewerbs, den das Land NRW finanziell unterstützte, „Visionen und Perspektiven“ für die Innenstadt entwickelt. Motto: „Für ein modernes Remscheid - Strategien gegen die Stadtflucht“. Daraus wird wohl so schnell nichts werden. Zitat aus einer aktuellen Mitteilung der Verwaltung, mit der sich in den nächsten Wochen Bezirksvertretung Alt-Remscheid, Bau-, Finanz- und Hauptausschuss beschäftigen werden:

Die Neugestaltung des Zentralen Omnibusbahnhofes am Friedrich-Ebert-Platz, wie sie gemäß den Ergebnissen des Wettbewerbs Innenstadtentwicklung im Jahr 2006 und einer daran anknüpfenden Machbarkeitsuntersuchung zur Umgestaltung des ZOB aus dem Jahr 2008 vorgesehen ist, wird grundsätzlich begrüßt. Aktuell ist eine Umsetzung jedoch nicht möglich. Die Planung soll wieder aufgenommen oder fortgeführt werden, wenn absehbar ist, dass Fördermittel eingeworben werden können, oder wenn Investorentätigkeiten bekannt und aus städtebaulichen Gründen unterstützt werden.“

Die Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des ZOB Friedrich-Ebert-Platz, die der Bauausschuss im September 2006 in Auftrag gegeben hatte, kostete die Stadt 25.868,00 €. Die Studie hatte ergeben, dass Planung, Grunderwerb und Erschließung 2,2 Millionen Euro kosten würden, der spätere Grundstücksverkauf aber nur 1.668.420 Euro einbringen würde. Ein Verlustgeschäft von 531.265 Euro. Fazit der Verwaltung: „Eine Realisierung der Planung wäre grundsätzlich wünschenswert. Derzeit werden jedoch keine Umsetzungsmöglichkeiten gesehen, da die Finanzierung nicht gesichert ist. (…) Der Fehlbetrag kann von der Stadt Remscheid nicht übernommen werden.“  

In einer Proschüre der Stadt Remscheid aus dem Jahre 2012, die mit „Innenstadtkonzept, Planungswerkstatt Innenstadt, Offene Bürgerwerkstatt“ überschrieben ist, heißt es auf Seite 41 zur „Machbarkeitsstudie Umgestaltung ZOB:

„Aufbauend auf den Ergebnissen des kooperativen Entwurfsprozesses zur Innenstadtentwicklung und unter Beteiligung der Stadtwerke Remscheid GmbH wurde ein Vorschlag entwickelt, den auf dem Friedrich-Ebert-Platz angesiedelten ZOB aufzugeben und seine Funktion auf zwei Richtungs-Busbahnhöfe zu verteilen. Die Richtungs-Busbahnhöfe sollten nach diesem Vorschlag im Bereich der heutigen Haltestelle Allee-Center sowie am südlichen Rand des Friedrich-Ebert-Platzes angeordnet werden. (...)

Die favorisierte Variante beschrieb folgendes Konzept: Linien mit Fahrtrichtung West halten an dem Richtungs-Busbahnhof Friedrich-Ebert-Platz und Linien in Fahrtrichtung Ost an dem Richtungs-Busbahnhof Allee-Center. Gegenüber den jeweiligen Richtungs-Busbahnhöfen werden Haltestellen für die entgegengesetzte Fahrtrichtung eingerichtet. Dieses Konzept wurde mit der Maßgabe weiterer städtebaulicher Aspekte fortentwickelt: Schaffung eines Vorplatzes vor dem Theater, Berücksichtigung des geplanten Standortes der von Prof. Böhm konzipierten Stadthalle, Berücksichtigung der höhentechnischen Erreichbarkeit des westlichen Einganges zum Allee-Center und Ausweisung von Stellplätzen für Car-Sharing-Fahrzeuge. Es wurde die Chance gesehen, bei einer Realisierung große Teile des Friedrich-Ebert-Platzes für eine städtebauliche Nutzung oder nach neuerer Einschätzung als Grünfläche gewinnen zu können. Sowohl das Empfehlungsgremium als auch die Fachberater der Stadtwerke Remscheid sahen den Vorschlag als grundsätzlich realisierbar an.

Die Kosten- und Finanzierungsübersicht zu der favorisierten Variante wies allerdings einen Fehlbetrag von rd. 500.000 € auf, der von der Stadt Remscheid nicht übernommen werden konnte. Da weitere Kosten für den Neubau der Leitstelle des ZOB und der privaten Nutzungen auf dem Friedrich-Ebert-Platz unberücksichtigt blieben und die Förderung der Maßnahme aus Städtebauförderungsmitteln nicht abgestimmt war, wurden keine Umsetzungsmöglichkeiten gesehen. Aus diesen Gründen wurde vorgesehen, dass die Planung wieder aufgenommen oder fortgeführt wird, wenn absehbar ist, dass Fördermittel eingeworben werden können oder wenn Investorentätigkeiten bekannt sind und aus städtebaulichen Gründen unterstützt werden“.

Im April 2009 stellte die CDU-Fraktion den Antrag:

„... die Machbarkeitsuntersuchung zur Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes in Teilen weiter fortzuführen. Konkret: Die Planungen für das Gelände neben dem Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium soll gem. bereits gestelltem CDU-Antrag mit seniorengerechter Wohnanlage, Sporthalle, Mensa, Parkhaus und Neuausrichtung des Pausenhofes weitergehen. Ferner soll die Verwaltung einen großen „Durchstich“ zwischen der Engelspassage und Wilhelm-Schuy-Straße zur Alleestraße prüfen. Begründung: „Die Alleestraße verliert immer mehr den Status einer Einkaufsmeile. Die beiden großen Zentren Alleecenter und Brückencenter lassen die alte Einkaufsstraße in ihrer Mitte veröden. Es muss für die Alleestraße eine Aufmerksamkeit erreicht werden, damit sie weiter Bestand haben kann. Eine großzügige Öffnung aus Richtung Friedrich-Ebert-Platz, die auch weithin sichtbar ist, würde eine neue Aufmerksamkeit auf die Alleestraße lenken. Eine attraktive Gestaltung ist für die Einkaufsstraße zwingend notwendig.“

Siehe im Waterbölles auch

 

 

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Kommentare

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Lothar Kaiser am :

Wer hat eigentlich wann - und vor allem: warum - entschieden, die damaligen Planungen (die ja auch Geld gekostet haben) wieder aufzugreifen, als sich die Chance auf Landesmittel ergab? Im Rat der Stadt gibt es noch einige ältere Mitglieder, die sich daran erinnern müssten. Und in der Stadtverwaltung einige leitende Mitarbeiter ebenso.

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