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Der Gedankenleser

von Alma Mühlhausen

Richard Pass, der mit 93 Jahren verstorbene hochgeachtete Seniorchef der Feilenfabrik Gebrüder Pass, pflegte die Angewohnheit zu haben, als sein Betrieb noch „De Pass Schmette" hieß, sich um das Wohl und Wehe jedes einzelnen Belegschaftsmitgliedes persönlich zu kümmern. Die hohe Figur und der schlohweiße Bart gaben dem alten Herrn etwas Gebietendes und Vertrauenerweckendes. Auch sein patriarchalisches Verhalten, das vom einfachsten Dropschleger bis hinauf zum ersten Angestellten das gleiche war, stempelten ihn als ein Vorbild bergischen Kaufmannstums. Und doch hatte der Pass Richard gelegentlich seine Mucken. Da kursiert noch heute manch nett Vertellschen ...

Als Richard Pass einmal einen Häuer ob seiner schlechten Arbeit tadelte, sah ihn dieser mit einem Blick an, in dem der Arbeitgeber deutlich die Antwort des Getadelten las. „Wat", schrie der alte Pass, „wat ongerstonndse sech do te denken? Sie onverschammde Keäl. Wennse dat noch es denken, könnense sech de Papi'eren om Kontuor holen." (aus: „Der Heimat zur Ehre. Bergischen Anekdoten und Geschichten“, 1960, von Alma Mühlhausen. Mit freundlicher Nachdruckgenehmigung der Erbin Erika Kleuser)

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