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Für die Alleestraße das kleinere Stück vom Kuchen

Dass die Kosten für den Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes um 2,7 Millionen über den bisherigen Voranschlag gestiegen sind, obwohl noch kein Stein versetzt wurde, hat in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause für Unruhe in der Politik gesorgt. Ob die Ausgaben noch weiter steigen werden, dürfte sich erst im Mai nächsten Jahres herausstellen. Bis dahin wird Architekten Stefan Schmitz seine Entwurfsplanung vorgelegt haben. Die können dann Kommunalpolitiker und Bürgerschaft kritisch unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls Änderungsvorschläge äußern – über die 65 Bürgervorschläge hinauf, die schon jetzt darauf warten, in dem Architektenentwurf einzufließen. Oder (zu Lasten der Aufenthaltsqualität?) gestrichen zu werden, um das Projekt nicht noch weiter zu verteuern. Das gilt natürlich auch für jeden weiteren Verbesserungsvorschlag. Und kostenrelevant wird dann auch die Entscheidung über den Fußgängertunnel zwischen Busbahnhof und Ämterhaus. Bei einem Ja zum Tunnel werden womöglich weitere Einzelmaßnahmen auf der Kippe stehen, die im Umfeld der Alleestraße für die dringend benötigte „Revitalisierung“ sorgen müssten. Denn ob die zur Verfügung stehende Gesamtsumme vermehrbar ist, entscheidet nicht die Stadt Remscheid, sondern die Bezirksregierung in Düsseldorf. Konkrete Verhandlungen über eine eventuelle Vergrößerung des Fördertopfes stehen noch aus; Ergebnis ungewiss.

Zur Ratssitzung legte der Technische Beigeordnete Peter Heinze einen Plan vor (Tabelle oben), wie er sich beim gegenwärtigen Kostenrahmen eine Kompensation der Mehrkosten vorstellt, ohne dass die Revitalisierung der Alleestraße darunter groß leide; für diese bleiben 2.835.770 Euro vorgesehen. Auf später vertagt werden (oder gar ganz gestrichen, wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Peter Nettekoven in der Sitzung befürchtete) sollen Maßnahmen in der Größenordnung von 3.030.930 Euro.

Außen vor bleiben in der Kostenaufstellung der Stadt Remscheid der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB), den Stadtwerke-Chef Prof. Thomas Hoffmann allein wegen der Schäden im Unterbau des Platzes für erforderlich hält, bedingt durch die jahrelange Belastung durch die Busse. Der neue ZOB ist mit 5,2 Millionen Euro veranschlagt, von denen der Verkehrs-Verein Rhein-Ruhr 90 Prozent übernimmt.  Ein neues Gebäude für die Leitstelle, Sanitärräume und einen Kiosk würde für die Stadtwerke mit weiteren 1,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Macht 6,7 Millionen.

Für den neuen Platz zwischen ZOB und Konrad-Adenauer-Straße wurden die veranschlagten Kosten noch kurz vor der Ratssitzung mit 7.947.000 € benannt, 2.714.570 € mehr als zuvor. Davon entfallen allein 1.960.000 Euro (brutto) auf das bumerangförmige Dach im Architektenentwurf, das man bis dahin aus nicht nachvollziehbaren Gründen gar nicht berücksichtigt hatte. Gesamtkosten des Platzes somit bislang: 14.647.000 Euro.

Den 14,6 Millionen Euro für den Friedrich-Ebert-Platz stehen in der Aufstellung von Peter Heinze 2.835.770 Euro für die Alleestraße nebst Umfeld gegenüber. Die Differenz von 11,8 Millionen lässt meiner Ansicht nach klar erkennen, wo Verwaltung, Stadtwerke und Architekt bislang das neue „Leuchtturmprojekt für Remscheid“ sehen. Ganz im Gegensatz zu vielen Bürgerinnen und Bürgern.

Mit dem Architektenwettbewerb Anfang des Jahres war für den ersten Preisträger ein so genanntes „Planungsversprechen" verbunden. Dem hatte die Politik bei Auslobung des Wettbewerbs zugestimmt, ohne dem allerdings offenbar große Bedeutung beizumessen. Die Erkenntnis kam erst jetzt, und der SPD-Faktionsvorsitzender Sven Wolf zog daraus die Lehre, künftig müssten Wettbewerb und Planungsvergabe wieder voneinander getrennt werden, um die „Zwickmühle“ zu vermeiden, in die man nun geraten sei, ohne daraus wieder herauszukommen.

Im Kommentar vom 9. Juli habe ich aufgezeigt, wie das Dilemma womöglich gelöst werden könnte. Denn in der Ratssitzung hatte Stadtwerke-Chef Hoffmann bestätigt, dass der neue Zentrale Omnibusbahnhof auch ohne den angrenzenden „Platz mit Aufenthaltsqualität“ gebaut werden könnte. Folglich wäre es durchaus möglich, den Teil des Architektenentwurfs, der auf den neuen, öffentlichen Platz neben dem ZOB entfällt, zurückzustellen und sich zunächst mit ganzer Kraft auf die Revitalisierung der übrigen Remscheider Innenstadt zu konzentrieren.

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Kommentare

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Chronist am :

Vielleicht hätten wir die einzelnen Maßnahmen, die für die Revitalisierung der Innenstadt geplant sind, noch intensiver hinterfragen müssen. (...) Im Mai 2019 erwarten wir die konkreten Ergebnisse. Und dann will ich genau wissen, wie die Mehrkosten gegenfinanziert werden. Ich will von der Stadtverwaltung Zahlen und Fakten erhalten. Uns stehen für die Revitalisierung der Innenstadt Landeszuschüsse in Höhe von 15 Millionen Euro zur Verfügung. Und da kann es nicht sein, dass die Hälfte der Summe für den Friedrich-Ebert-Platz verwendet wird.“ (Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Peter Nettekoven am 16. Juli in einem Interview im RGA)

Lothar Kaiser am :

Kommt mir bekannt vor!

Fritz Beinersdorf, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Rat der Stadt Remscheid am :

Der ZOB ist ohne Frage in die Jahre gekommen und es ist an der Zeit diese „Drehscheibe“ des ÖPNV in Remscheid, zukunftsfähig neu zu gestalten. Eine Verkleinerung des Platzes wäre kontraproduktiv, denn steigende Bedeutung des ÖPNV und die Absicht, sowohl für Car-Sharing als auch für Elektromobilität, Leih- Pedelecs, Elektrotankstellen, Fahrradboxen etc., Raum zur Verfügung zu stellen, stehen dem entgegen. Die ganze Fläche muss für eine zukunftsfähige Entwicklung vorgehalten werden. Einer Veräußerung von Teilen des Platzes oder der Schaffung einer parkähnlichen Fläche auf einem Teil des Platzes ist deshalb nicht zu folgen. Hingegen ist bei der Neugestaltung endlich die Forderung nach einem grünen Friedrich- Ebert-Platz zu verwirklichen. Bei der Gestaltung der Wartebereiche für die Nutzer des ÖPNV sind die vielfältigen Anregungen und Wünsche der Nutzer zu berücksichtigen. Die Leitstelle und die Sozialräume für die Bediensteten der Stadtwerke sind neu und nach den neuesten Erkenntnissen zu gestalten. So schön und futuristisch die Präsentation des Wettbewerbssiegers auch aussieht, für mich steht fest, Funktionalität und Zweckmäßigkeit geht vor „Schönheit“. Die weiteren Maßnahmen zur „Revitalisierung“ der Innenstadt sollten nach meinem Dafürhalten einer Priorisierung unterworfen werden. Die Alleestraße ist nicht nur wegen ihrer „Möblierung“ besonders zu beachten. Alle Maßnahmen die das direkte Umfeld der Alleestraße betreffen, Umgestaltung der Scharffstraße, Umgestaltung der Wiedenhofstraße, Fußwegachse zur Alten Bismarckstraße usw., sind in dem Sinne als Maßnahmen zu betrachten, die einer Aufwertung der Alleestraße dienlich sind und als solche einer besonders sorgfältigen Ausplanung bedürfen.

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