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Schutz von Menschen muss im Vordergrund stehen

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege Remscheid

Gestern trafen sich die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft freie Wohlfahrtspflege mit dem Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt. Hierbei bekundeten die Vorstände bzw. Geschäftsführenden der Wohlfahrtsverbände ihre große Besorgnis und auch ihren Unmut zur aktuellen Asyl- und Migrationspolitik. Des Weiteren diskutierten sie mit dem Vertreter der Bundesregierung den vorliegenden Referentenentwurf zur Förderung von Langzeitarbeitslosen. Auch die Situation des in der Türkei verhafteten Remscheider Sozialarbeiters war Thema im Gespräch.

„Wir sind entsetzt über die derzeitige Diskussionen in der Asyl- und Migrationspolitik“, so Sandra Engelberg, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft. „Wenn man in den letzten Wochen die Diskussion um den Flüchtlingsschutz verfolgt hat, musste man den Eindruck gewinnen, dass es hier keinesfalls um den Schutz von Menschen geht, die von Gewalt, Verfolgung und Krieg betroffen sind, sondern nur um den Schutz von Europa.“ „Dies“, so die Vertreter*innen der AGW, „widerspricht nicht nur der Genfer Flüchtlingskommission sondern auch der europäischen Menschenrechtskommission. Verfolgte Menschen brauchen Schutz – auch in Europa. Die weltweite Zahl von Flüchtlingen nimmt weiterhin deutlich zu. In Deutschland und Europa aber sinken die Zahlen. Trotzdem wird aktuell so getan, als bräuchte es dringend weitere Verschärfungen.“

„Wir müssen unser Augenmerk auf die wirklich wichtigen Themen richten“, betonte Engelberg, „wie die Bekämpfung der Fluchtursachen, eine gerechte und vernünftige Verteilung der Asylsuchenden in Europa und eine erfolgreiche Integration in unsere Gesellschaft. Die aktuellen Diskussionen führen nur zu Angst und Verunsicherung. Sie treiben einen Keil in unsere Gesellschaft und setzen das große Engagement derer herab, die sich aktiv für ein Miteinander und einen Zusammenhalt in der Gesellschaft eingesetzt haben.“

Positiv bewertet die Arbeitsgemeinschaft, dass nun endlich das Thema Einwanderungsgesetz angepackt werden soll. „Es wurde immer wieder gefordert, sich dieses Themas anzunehmen und wir sind froh, dass sich die Regierung nun noch einmal zu diesem Ziel bekannt hat und hoffen, dass dies nun sehr zeitnah in Angriff genommen wird. Wir brauchen dringend legale Einreisewege, auch um die oft tödlichen Fahrten über das Mittelmeer zu beenden.“

Die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Remscheid begrüßt den Referentenentwurf zum Teilhabe-Chancen-Gesetz und zu einem sozialen Arbeitsmarkt. Damit werde ein Regelinstrument geschaffen, welches Menschen die bereits lange arbeitslos sind, langfristig fördert. „Dass dies dringend notwendig ist, sehen wir immer wieder in unseren Maßnahmen“, so Engelberg. „Menschen die erfolgreich gekämpft haben, um wieder eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu haben, werden nach kurzer Zeit wieder allein gelassen. Die bereits erreichten Erfolge werden so wieder schnell zunichte gemacht.“ Die Arbeitsgemeinschaft plädiert jedoch dafür, dass die Fördervoraussetzung von sechs Jahren Leistungsbezug deutlich abgesenkt wird auf max. vier Jahre. Des Weiteren sei es für alle Beteiligten wichtig, dass die Beschäftigung auf Freiwilligkeit beruhe, denn nur so könne eine zielführende und erfolgreiche Beschäftigungsmaßnahme geschaffen werden. Die Vertreter der Wohlfahrtsverbände befürworten, dass auch bei dieser Beschäftigungsmaßnahme Coaching Teil der Maßnahme sein soll, genauso wie eine berufsbezogene Qualifizierung. „Viele der Teilnehmenden machen während einer solchen Maßnahme eine tolle Entwicklung durch“, betonte Sandra Engelberg. „Daher ist es wichtig, dass wir dafür sorgen, dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig verbessert werden.“ Dazu gehöre auch, dass wir Möglichkeiten der (Weiter-)Qualifizierung bieten.“

Zum Abschluss des Gespräches bat die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege den Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt, sich weiterhin aktiv für die Freilassung der in der Türkei inhaftieren Deutschen einzusetzen. „Wir denken hier natürlich insbesondere an den Kollegen des Internationalen Bundes, Herrn Adil Demirci, der während eines Türkeiaufenthaltes verhaftet wurde!“

Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt betonte: „Für mich ist der regelmäßige Austausch mit den Sozialverbänden in meinem Wahlkreis enorm wichtig. Er hilft mir die wahren Herausforderungen in der Sozialpolitik besser zu verstehen. An den Themen Flüchtlinge, Langzeitarbeitslosigkeit und auch Pflege zeigt sich wie groß die Herausforderungen sind und dass an Lösungen beharrlich und langfristig gearbeitet werden muss. Die konkreten Vorschläge aus dem Gespräch, etwa zum Teilhabe- Chancen-Gesetz, werde ich nach Berlin mitnehmen und mit Sozialpolitikern der Union diskutieren.“

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Kommentare

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Gerd Rothbrust am :

Das Ergebnis des Satzes von Sandra Engelberg : „…dass es hier keinesfalls um den Schutz von Menschen geht, die von Gewalt, Verfolgung und Krieg betroffen sind, sondern nur um den Schutz von Europa.“ ist einsichtig! Hier geht es, richtigerweise, auch (und vor allem) um den Schutz der Europäer.

Ursula Wilms am :

Der Kommentar von Herrn Rothbrust ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie aus dem Zusammenhang gerissene Zitate den Inhalt pervertieren können. Wenn der Schutz von Europa nur zum Preis der Humanitas zu haben wäre, wäre dies ein fragwürdiges Unternehmen. Ist er aber nicht. Mit dem Schutz von Europa sind die Menschenrechte zu verteidigen, und dies kann nur in einer gemeinsamen europäischen Aktion gelingen, die die Mittelmeerländer nicht allein lässt. Letztendlich und - zunächst visionär - in einer globalen Aktion, die den Begriff Globalisierung neu definiert. Wenn es zustimmungswürdig wird, zur unterlassenen Hilfeleistung aufzurufen, dann verlassen wir aber bereits die Werte, für die Europa einsteht. Bedauernswert ist, wenn die Politik sich stellenweise für einen raschen Wahlerfolg dadurch in eine Richtung treiben lässt, die sich nicht als nachhaltig erweisen kann oder wenn sie in Duldungsstarre verfällt. Richtig ist, dass die Themen Flüchtlinge, Langzeitarbeitslosigkeit und Pflege komplexe Themen sind, an denen wir alle ursächlich und ohne Polemik arbeiten müssen. Dazu sollten wir die Politik aufrufen, immer wieder, ohne dabei die Menschenwürde aufs Spiel zu setzen.

Gerd Rothbrust am :

Altruismus ist eine menschliche Tugend Frau Wilms - klar. Allerdings geht bei Hilfeleistung Eigenschutz vor: Der zu Hilfe Verpflichtete muss sich nicht selbst in Gefahr bringen. UND „Die Werte für die Europa steht“ zusammengefasst im „summum bonum“ werden bei „großen Reden“, bei staatstragenden Gelegenheiten, etc. hervorgekramt, ansonsten sind sie Fiktion. Kommen wir zum Eigenschutz zurück: Afrika ca. 1,3 Milliarden Einwohner (Tendenz: steigend). Nehmen wir an ca. 10% der Afrikaner sind bedroht, unzufrieden und wollen ins „reiche“ Europa. Das wären 130 Millionen (EU-Europäer: 512 Millionen), somit eine Einwanderungsrate von 25,4%. Zum „reichen Europa“: Gesamtstaatsverschuldung ca. 10.317.000.000.000€ + ca. 2000€/Sekunde, hohe Arbeitslosigkeit in 95% der Staaten, hohe Armutsrate der Bevölkerungen, die Wirtschaften sind marode, etc., etc.. In dieser Situation kommen 130 Millionen Afrikaner die zu 90% komplette Unterstützung brauchen, ihr Leben lang: DAS kann Europa nicht leisten! Diese Afrikaner müssen sich selbst helfen (mit Hilfe Europas): In Afrika! DAS ist der einzig richtige Weg! Zum Schluss einen kleinen Denkanstoß: Wir hatten schon einmal eine massive afrikanische Einwanderung. Die Folge: Der Neandertaler verschwand, er wurde assimiliert… ;-)

Ursula Wilms am :

Den Denkanstoß von Herrn Rothbrust greife ich gerne auf. Allerdings ist wissenschaftlich nicht ganz geklärt, wie der Neandertaler verschwunden ist. Dennoch: Soll ich den Denkanstoß jetzt so verstehen, dass es bedauerlich ist, dass nun der homo sapiens sapiens regiert und nicht der homo neanderthalensis? Ansonsten finde ich Pauschalisierungen: "Nehmen wir an, ca.10% der Afrikaner sind bedroht, unzufrieden und wollen ins „reiche“ Europa." Was denn nun, bedroht oder unzufrieden? Afrika ist ein großer Kontinent mit zahlreichen Ländern, in denen Bürgerkriege und Menschenrechtsverletzungen herrschen. Wo liegen die Ursachen? Wer liefert die Waffen, wer kauft die Rohstoffe wie seltene Erden etc., die für den Lebensstandard und den Fortschritt gebraucht werden? Ein komplexes System, das nicht nur in Afrika gelöst werden kann. Weiter: Es kommen "Afrikaner die zu 90% komplette Unterstützung brauchen, ihr Leben lang." Warum sollen sie ihr Leben lang Unterstützung brauchen, warum trauen Sie ihnen keine Arbeitsfähigkeit zu? Ich arbeite mit an der Integration, aber auch dies ein komplexes Problem, das auf vielen Ebenen gelöst werden muss. Ich wiederhole meinen Appell zu einer neuen Definition einer Welt der Globalisierung und denke, dass wir diesen Weg in Würde gehen sollen, gerne mit Altruismus, aber auch mit Achtsamkeit, Bewusstsein und in der Überzeugung eines möglichen gerechten ökonomischen Systems.

Gerd Rothbrust am :

„…wissenschaftlich nicht ganz geklärt…“ bedeutet „sehr sicher“ Frau Wilms. Die Neandertaler sind in den Einwanderten „ verschwunden“: Ein Teil der Europäer hat ein Neandertaler-Gen. Die mit dem Neandertaler-Gen sind „robuster“, sie haben weniger Erkältungskrankheiten. Der Denkanstoß ist - bei massiver Einwanderung sind die Ureinwohner bedroht, z.B.: Nordamerika – Indianer; Südamerika – Inkas, Majas, Azteken; Australien –Aborigines; Israel – Palästinenser! „..sind bedroht, unzufrieden und wollen…“ ist eine Aufzählung: Bedroht oder unzufrieden und wollen…! Da wir gerade beim Korrigieren sind: Seltene Erden werden hauptsächlich in Asien abgebaut: 97,5% in China, der Rest verteilt sich auf: Indien, Korea, Vietnam, Malaysia, Kalifornien und Brasilien. Richtig Afrika ist groß: Fast 7-mal so groß wie Europa. Auch die Zahl der Staaten ist groß: 55 Staaten. Falsch ist allerdings, dass unsere Waffen gebraucht werden. Afrikanische Stämme haben sich oft in vielfältiger Weise bekämpft und getötet – ganz ohne Europäer. Das größte Problem Afrikas ist die zu große Bevölkerung: Afrikaner sind sehr fruchtbar. Diese zu große Bevölkerung, plus die ständigen „Verteilungskriege“, plus Korruption, plus Religion, sind Angelegenheiten die in Afrika, von Afrikanern gelöst werden müssen! Nun zur Beantwortung ihrer Frage nach der lebenslangen Unterstützung: Es kommen keine gut ausgebildeten Afrikaner, es kommen die „Verlierer“, die wenig bis gar nicht Qualifizierten, die Analphabeten. Klar können diese Menschen arbeiten, nur diese Arbeit wird in Europa nicht nachgefragt. Europäer mit ähnlichem Können sind auch arbeitslos. Es wird in den Industrieländern „Arbeit 4.0“ vorhergesagt. Da werden selbst gut ausgebildete Menschen arbeitslos. Wo können dann die „unfähigen“ Afrikaner arbeiten. Ist Ihre Frage damit beantwortet?

Ursula Wilms am :

Klar, meine Fragen sind samt und sonders beantwortet. 1. Wir befinden uns außerhalb der Wissenschaft, sind uns aber sehr sicher. 2. Ohne Einwanderung hätten die robusten Neandertaler in Europa noch immer die Oberhand, was auch immer das für Europa bedeuten könnte. 3. In Afrika werden keine deutschen oder europäischen Waffen gebraucht, auch wenn Südafrika ein großer Abnehmer ist und man immer wieder von illegalen Transportwegen hört. Man begnügt sich dort mit der Machete. 4. Ohne afrikanische Einwanderung wäre die europäische Bevölkerung weniger fruchtbar gewesen. 5. Verteilungskriege und Korruption haben nichts mit den Verkäufen von Rohstoffen zu tun, von denen es in Afrika viele gibt, wenn auch nur wenige seltene Erden. 6. Die nicht qualifizierten, "unfähigen" Afrikaner, die Herr Rothbrust alle kennt, sind ausbildungsresistent (apropos resistent? – haben die auch schon das Neandertal-Gen?) 7. Die vierte industrielle Revolution hängt selbst gut Ausgebildete ab. Ergo: Europa wird verhungern, wenn nicht die Afrikaner in Afrika Lebensmittel für Europa anbauen, da Europa nach dem Zukunftsprojekt 4.0 nur noch digitale Hightech-Projekte verfolgen wird, ältere und kranke Menschen werden am besten in afrikanische Länder verfrachtet, da sich hier niemand mehr um sie kümmern kann. Zynisch, rassistisch, elitär? – Nein, nur die logischen Schlussfolgerungen aus den Erläuterungen von Herrn Rothbrust, ein wenig Ironie als Stilmittel mag vielleicht dabei sein.

Gerd Rothbrust am :

Nun Frau Wilms da sind Sie auf dem richtigen Weg oder besser: Die Richtung stimmt. Daraus sollte sich zielführendes Handeln ableiten lassen: Jeder löst seine eigenen Probleme. Europa z.B.: Hunger, Überalterung, Arbeit 4.0, etc. Afrika z.B.: Überbevölkerung, Kriegswütigkeit, Korruption, etc. Da alles korreliert, ist Einflussnahme unvermeidlich.

Ursula Wilms am :

Aus gegebenem Anlass und wegen der von Herrn Rothbrust zugestandenen Korrelationen erlaube ich mir den Hinweis auf die Sendung ttt am Montag, die einen Dokumentarfilm über Europas größte Elektro-Müllhalde in Afrika vorstellt, die sich in Ghana befindet und die Sodom genannt wird. Es scheint nicht so ganz zu klappen mit dem Motto Europa den Europäern und Afrika den Afrikanern. https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/ttt-23072018-welcome-to-sodom-100.html

Heinz Wäscher am :

Der Export von Elektroschrott ist hierzulande verboten, siehe https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/kontrovers/elektroschrott-afrika-muell-100.html

Fritz Beinersdorf am :

Jedes Jahr landen nach Schätzungen von Ökopol über 150.000 Tonnen deutschen Elektromülls in Afrika und Asien. Dabei ist der Export von Elektroschrott verboten. Im Stadtviertel Agbogbloshie, in Ghanas Hauptstadt Accra, liegt die größte Müllhalde für Elektroschrott in Afrika, einer der verseuchtesten Orte der Welt. https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/kontrovers/elektroschrott-afrika-muell-100.html

Ursula Wilms am :

Am 18.06. haben Sie, Herr Wäscher, selbst noch eingeräumt, dass die Gesetze hierzulande nicht immer eingehalten werden können. Dies ist wohl auf mehreren Gebieten so. Elektroschrott reist möglicherweise auf illegalen Wegen dort ein.

Heinz Wäscher am :

In meinem verlinkten Beitrag des BR wird gezeigt wie aus einem alten Kleinbus mit zugeschweißten Türen und entferntem Lenkrad für die Zollinhaltserklärung ein „Rollcontainer” wird. Und dieser Rollcontainer ist dann auch nicht leer wenn er in einem großen Container verschifft wird sondern wird seinerseits für den Transport von Schrott genutzt. Verfügt der Zoll hierzulande überhaupt über genug Beamte die solche Betrügereien im Exportgeschäft aufdecken können? Des Weiteren sollte die Frage gestattet sein, wie es überhaupt sein kann, das Schrott von Wertstoffhöfen „verschwindet”?

Gerd Rothbrust am :

Ich war verreist, deshalb verspätet ein letztmaliger Versuch: Die Elektromüllhalde ist ein schlechtes Beispiel! Sie zeigt zum einen die Korruption in Afrika, zum anderen die dumme, nur auf Gewinn ausgerichtete Raffge-Mentalität der Europäer! Das bedeutet: Die einen nehmen den Müll nicht, die anderen ändern ihr Verhalten – so löst jeder sein Problem. In der Vergangenheit herrschten in Europa afrikanische Zustände: Stadtstaaten, winzige Fürstentümer, verarmte Bevölkerungen, willkürliche Herrscherhäuser, etc., etc. Es gab Hungersnöte, Armut, Religionskriege, irgendwelche Scharmützel und Verteilungskämpfe. ABER die Europäer haben gelernt… Bezogen auf Afrika bedeutet das: Afrika ist ein reiches Land (Bodenschätze, Lebensmittel), wenn sich die Afrikaner einig sind, könnten sie sehr gut leben. Nehmen Sie als Beispiel Saudi-Arabien: Es war - ein karger Landstrich, hauptsächlich Wüste, wenig Wasser, viele zerstrittene Beduinenstämme. Was ist heute: Die Stämme haben sich geeinigt, es geht ihnen sehr gut! Saudi-Arabien ist ein Machtfaktor in Afrika. Somit eine „Blaupause“ für ganz Afrika!

Ursula Wilms am :

Warum nun ausgerechnet Saudi-Arabien als Paradebeispiel oder Blaupause für Afrika herhalten soll, erschließt sich mir gar nicht. Auf der Liste der Pressefreiheit, rangierte das Land 2016 auf Platz 168 von 180. Menschenrechte und Religionsfreiheit werden mit Füßen getreten. Was den „kargen Landstrich“ für die Herrschenden zur Goldgrube gemacht hat, ist das Öl. Und wenn wir beim Öl sind, geht gar nichts mehr national, sondern nur noch global, zumindest international. Diverse Interessenvertreter und Global Player treten auf den Plan. Dies ist auch einer der wichtigsten Gründe für die vielfältigen Konflikte im Nahen Osten. Der Autor Michael Lüders hat die in seinem Buch „Wer den Wind sät“ überzeugend dargestellt, auch als Vortag auf You tube zu hören. Und genauso wie die westliche Politik im Nahen Osten Spuren hinterlassen hat, so hat sie es auch in Afrika getan. Die aktuellen Verhältnisse sind ein Konglomerat vielfältiger politischer und wirtschaftlicher Interessen. Was nun die „ausbildungsresistenten“ Afrikaner angeht, so kann ich Ihnen mitteilen, dass die allermeisten durchaus, wie viele Menschen, gerne einer Beschäftigung nachgehen würde, allerdings ist die deutsche Bürokratie dabei eines der größten Hemmnisse.

Gerd Rothbrust am :

Sehr geehrte Frau Wilms Ihre Reaktion auf Saudi-Arabien wusste ich schon, als ich das Beispiel auswählte. So kann ich zeigen, dass Empörung und Tunnelblick Einsichten verhindern. Sie konnten meine Kernaussage nicht herausfiltern. Mein Beispiel sollte ein Prinzip verdeutlichen, nicht eine Ausführung bewerten. Meine Kernaussage, das Prinzip ist: Einigkeit macht stark. Die Ausführung ist: Saudi Arabien. Würden die Afrikaner dieses Prinzip anwenden, wären sehr viele ihrer Probleme gelöst.

Ursula Wilms am :

Ihre Kernaussagen konnten hoffentlich viele Leser herausfiltern und sich ein eigenes Urteil bilden. Das Prinzip "Einigkeit macht stark" möchte ich für meinen Teil gerne als Schlusswort stehen lassen. Damit wünsche ich einen schönen Sonntag.

Heinz Wäscher am :

Wie wäre es denn, wenn wir uns erst einmal um das Wiederherstellen eines funktionierenden Rechtsstaates bei uns selbst kümmern bevor eine Wenige weiterhin die Welt retten möchten? Der erste Senat für Familiensachen des OLG Koblenz hat bereits am 14.02.2017 (Aktenzeichen: 13 UF 32/17) folgende interessante Feststellung in der Urteilsbegründung getroffen: „Zwar hat sich der Betroffene durch seine unerlaubte Einreise in die Bundesrepublik nach §§ 95 Abs. 1 Nr. 3, 14 Abs. 1 Nr. 1, 2 AufenthG strafbar gemacht. Denn er kann sich weder auf § 15 Abs. 4 Satz 2 AufenthG noch auf § 95 Abs. 5 AufenthG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 GFK berufen. Die rechtsstaatliche Ordnung in der Bundesrepublik ist in diesem Bereich jedoch seit rund eineinhalb Jahren außer Kraft gesetzt und die illegale Einreise ins Bundesgebiet wird momentan de facto nicht mehr strafrechtlich verfolgt.”

Eija Tirkkonen am :

Elektroschrott ist durchaus ein sehr gutes Beispiel, weil es uns vor Augen führt, dass der Preis unseres Konsums nur so niedrig gehalten wird, weil die Kosten der Entsorgung nicht die Hersteller übernehmen, sondern die Allgemeinheit. Ohne Kontrolle landet der Müll, der noch verwertbare Komponente hat, in die Entwicklungsländer. Ohne Schutzvorschriften und Gesetze verursacht der westliche Müll großen Schaden für die Gesundheit und Umwelt. Ohne die Rückständigkeit der Entwicklungsländer wäre unser Wohlstand weitaus teurer. Anders als in Deutschland, als nach dem Krieg der Marshallplan kräftig der deutschen Wirtschaft auf die Beine half, war die Grundidee für die Entwicklungshilfe den Entwicklungsstand der Nehmerländer soweit zu bringen, dass sie Produkte aus den Industrieländern kaufen konnten. Bis heute diktiert der Westen die Preise der Produkte aus den Entwicklungsländern. Wenn man die Rückständigkeit dieser Länder anprangert, müsste man im gleichen Ton einen fairen Handel mit ihnen einfordern.

Gerd Rothbrust am :

Export von Elektroschrott ist ein Nebenkriegsschauplatz. Ähnliches gilt für Plastikmüll, für das von uns getrennte Glas und unsere ausrangierten Autos. Keiner zwingt Entwicklungsländer diesen Müll zu nehmen! Die ständig wachsenden Müllberge sind die Folge des perversen Konsumverhaltens: Es wird nicht mehr repariert, es wird entsorgt. Z.B. Handys: Nach 2 Jahren kommt ein neuer Vertrag und ein neues Handy – das alte wird entsorgt! Z.B. Lampen: Nach dem Verbot der Glühbirnen kamen LED-Lampen. Wenn Glühbirnen defekt waren wurden sie ausgewechselt. Fallen bei LED-Lampen die Leuchtmittel aus, können sie nur bei ca. 10% der Lampen ersetzt werden. Bei 90% muss die komplette Lampe entsorgt werden. Z.B., z.B. …, die Liste ist beliebig verlängerbar! Afrika der Kontinent mit den meisten Entwicklungsländern ist reich an Bodenschätzen und anderem, was die Erdbevölkerung benötigt. Einem einigen Afrika könnten keine Preise diktiert werden, sondern ein einiges Afrika kann selbst Preise diktieren!

Wolfgang Rau am :

Sie haben ja so recht Frau Tirkkonen. Um das Bild abzurunden: Wir diktieren nicht nur die Preise bei unseren Importen, wir ruinieren auch die Marktpreise in Afrika selbst. Exportieren wir doch neben Elektronikmüll auch "Geflügelmüll" - hier nicht mehr vermarktbare Geflügel(klein)teile, die anfallen, wenn hier gerne die Bruststücke gegessen werden. Wie dann die Kühlketten beim Transport und die Vermarktung vor Ort in Afrika aussehen, das möchte der gepflegte Europäer nicht wissen. Aber auch andere Überproduktionen der Agrarindustrie und unsere 2nd-Hand Textilien nehmen den afrikanischen Kleinbäuerinnen/-bauern und -unternehmer(inne)n, sehr häufig ihre Einkommensmöglichkeiten. Skandalös ist dabei, dass viele dieser Exporte noch mit unseren Steuergeldern subventioniert werden. Da brauchen sich dann Politiker und Bürger nicht über den Exodus aus Afrika nach Europa zu wundern. Persönlich kann man dem nur punktuell entgegenwirken, in dem man sich beim Einkauf an fairen Produkten orientiert. Hier vor Ort bietet sich der F(l)air Weltladen in Lüttringhausen oder die für "Fairtrade-Town Remscheid" gelisteten Läden usw. (http://www.fairstaerker.de/mitstreiter/) an.

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