Skip to content

Revitalisierung (9): Wenige Wohnungen barrierefrei

In Bezug auf die Innenstadt als Wohnstandort zeigen sich unterschiedliche Nutzungsstrukturen und Standortqualitäten. Vollständig wohngenutzte Gebäude konzentrieren sich im Untersuchungsgebiet auf den Teilraum zwischen der Wansbeckstraße und der Alten Bismarkstraße, südlich der Bismarckstraße und das Quartier südlich der Alleestraße. Auf die Obergeschosse beschränkte Wohnnutzung ist in den zentralen Einzelhandelslagen der unteren Alleestraße und des Marktes sowie der Alten Bismarckstraße anzutreffen.

Die Datenlage zur Wohnraumsituation in der Innenstadt ist allerdings nur bruchstückhaft. Einerseits fehlt eine systematische kleinräumige Erfassung von wohnungsmarktrelevanten Daten in der Stadt Remscheid. Andererseits ist aufgrund der Kleinteiligkeit der Eigentümerstruktur eine einheitliche Bestandsauswertung durch diese wie bei großen Wohnungsunternehmen nicht gegeben. Die Ergebnisse der Gebäudezählung im Rahmen des Zensus 2011 schließlich sind aus Gründen des Datenschutzes für eine flächendeckende kleinteilige bzw. objektgenaue Bestandsbeschreibung und -bewertung ungeeignet.

Der Wohnungsbestand in der Innenstadt Remscheid wurde zu einem hohen Anteil in der Wiederaufbauphase nach dem Krieg errichtet. In dieser Baualtersklasse wird nur ein geringer Teil der Wohneinheiten barrierefrei sein. Für attraktives Familienwohnen fehlen im Mietwohnungsbestand zudem vielfach private Freiflächen wie Gärten, Terrassen oder Balkone. Ferner muss aufgrund des Baualters von einem hohen energetischen Sanierungspotenzial ausgegangen werden. Ein nennenswerter Anteil des Gebäudebestandes wurde vor 1980 gebaut und damit noch vor dem Inkrafttreten der 2. Wärmeschutzverordnung, bei der eine Reduzierung der Wärmedurchgangswerte vorgeschrieben wurde.

Nach der internen Stromzählerauswertung der Ermittlung der Entwicklung des Wohnungsleerstandes wurden zu Beginn 2014 im Untersuchungsgebiet 1.950 Wohnungen gezählt. Nach den definierten Merkmalen eines Wohnungsleerstandes waren davon 178 Einheiten ungenutzt. Auffällig ist der starke Anstieg des Wohnungsleerstandes in der Innenstadt von rd. 7,8 % im Jahr 2013 auf 9,1% in 2014. Diese Quote liegt deutlich über der gesamtstädtischen Leerstandsquote von 7,6 %. Der Wohnungsleerstand konzentriert sich räumlich auf ältere Mietwohnungsbestände und Lagen an den Hauptverkehrsstraßen, aber auch an der fußläufigen Alleestraße.

In der Kernzone des Untersuchungsgebietes herrschen eher ruhige Wohnstandorte vor. Problematischere Wohnstandorte sind dagegen aufgrund der Immissionssituation die Bereiche der Haupterschließungs- und Durchgangsstraßen (Bismarckstraße, Freiheitstraße, Blumenstraße).

(Aus der Beschlussvorlage 15/1294 („Entwicklungskonzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“) vom 21.5.2015, beschlossen vom Rat am 18. Juni 2015.)

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!