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Fast 500 Unterschriften für Tempo 30 auf der Fichtenstraße

Soviele Zuhörerinnen und Zuhörer hat die BV Süd selten. Foto: Lothar Kaiser

Die Diskussion um die Höchstgeschwindigkeit auf der Fichtenstraße ging in der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Süd weiter – und ist noch nicht zu Ende. Denn obwohl die Verwaltung vor sieben Jahren Tempo 30 das Wort redete, und sich in der BV-Sitzung einige Anwohner der Fichtenstraße daran erinnern konnten, dass die Bauverwaltung damals auf einer Bürgerversammlung zum Neubaugebiet „Alter Flugplatz“ im Anschluss an den Straßenausbau weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen angekündigt hatte, um den Durchgangsverkehr von der Fichtenstraße fernzuhalten, betonten Heiko Susic vom Ordnungsamt und Gerald Hein, Leiter des Fachbereichs Straßen und Brückenbau, auch in dieser Sitzung wiederum, „nach Recht und Gesetz zu handeln“. Die  Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h sei damals lediglich wegen des schlechten Straßenzustandes angeordnet worden. Und weil die Straße kein Unfallschwerpunkt sei, gebe es jetzt, nach dem Ausbau, keinen Grund mehr für eine Begrenzung der innerstädtischen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
Das sah Sabine Fuchs anders. Die Anwohnerin der Fichtenstraße (auf dem Foto stehend im Hintergrund) überreichte gestern Bezirksvorsteher Hans Rehbein Listen mit den Unterschriften von fast 500 Bürgerinnen und Bürgern, die die BV-Mitglieder aufforderten, sich für Tempo 30 auszusprechen. Doch die blieben bei ihrer Übereinkunft mit der Verwaltung, die Tempo 30-Schilder sollten abgebaut werden. Aber es sollte
mittels Tempo-Displays über vier Wochen hinweg festgestellt werden, wie schnell dann auf der Fichtenstraße durchschnittlich gefahren wird. Sabine Fuchs: „Mit Sicherheit schneller als 50!“ Und wenn sich das bei den Geschwindigkeitsmessungen herausstellt? Gerald Hein: „Dann wären Sie mit Ihrem Anliegen ja auf dem richtigen Weg!“

Schon in der September-Sitzung der BV hatte Frank Schneider von der W.I.R. erklärt, wenn sich durch die Displays und die Geschwindigkeitsmessungen der Polizei herausstellen sollte, dass viele Autofahrer die 50 als Aufforderung zu 70 verstehen, „sollten wir über die 30 wieder nachdenken“. Merke: Die Autofahrer/innen auf der Fichtenstraße entscheiden somit in nächster Zeit selbst über die künftige Höchstgeschwindigkeit.

Es gab schon BV-Sitzungen, die fanden quasi nichtöffentlich statt; ohne einen einzigen Zuhörer. Diesmal waren gut 30 erschienen, darunter auch Nicole Klatt, Mitglied der Schulpflegschaft der Walter-Hartmann-Schule, und die Schulleiterin. Sie wiesen darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler, die an der Birkenstraße wohnen, die Fichtenstraße überqueren müssen. Sie seien also sehr wohl „schutzwürdige Personen“, ebenso wie Senioren, kleinere Kinder, die die beiden Kindergärten in der Nähe besuchen, und überhaupt alle Anwohner der Straße. Heiko Susic klärte auf: Die Fichtenstraße sei kein Schulweg. Und bei „schutzwürdigen Personen“ handele es sich um einen juristischen Begriff, der sich auf unmittelbar angrenzende Altenheime, Kindergärten und Schulen beziehe; diese gebe es an der Fichtenstraße aber nicht.

Auf eine Diskussion über juristische Begriffe wollten sich die Anwohner um Sabine Fuchs jedoch nicht einlassen - zumal auch Hans Rehbein die Formulierung für „unglücklich“ hielt -, und appellierten stattdessen an den „gesunden Menschenverstand“. Ihnen erschien wichtiger, auf „bretternde“ Raser hinzuweisen, vor allem auf dem Teilstück zwischen Weißenburgstraße und Eschenstraße, an dieser Einmündung aber auch in umgekehrter Richtung. Nicole Klatt: „Es gibt Autofahrer, die fliegen förmlich über die Kuppe! Muss da erst etwas passieren, bevor es bei Tempo 30 bleibt?! Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung gehört zur Familienfreundlichkeit in einer Stadt“

Zur nächsten Sitzung der BV soll die Verwaltung auf Antrag von Frank Schneider nun der Frage nachgehen, warum die Fichtenstraße im städtischen Schulwegplan nicht vorkommt. Und sie soll abklären, wie Willi Korff (SPD) ergänzte, ob die Stadt tatsächlich Landeszuschüsse für den Ausbau dieses „verkehrswichtigen Zubringers“ (Susic) zurückzahlen müsste, wenn es bei Tempo 30 bliebe.

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Kommentare

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Carina (???) am :

Noch ist es auf der Fichtenstraße kein Unfallschwerpunkt. Aber wenn das Tempolimit von 30 auf 50 erhöht wird, wird sie schnell einer werden. Zu einem, weil ständig Autos am Rand parken wo sie gar nicht dürfen. Auch wenn es keine scharfen Kurve sind, wird es so schon manchmal eng.Außerdem laufen dort auch sehr häufig Kinder rum. Und wie jeder weiß,sind Kinder unberechenbar. Zum anderen fahren auf der Fichtenstraße auch Busse. Und wenn die um die Kurve oberhalb der Buchenstraße kommen, wird es sehr eng. Also lasst es wie es ist ;-) (Eine anonyme Zuschrift, ausnahmsweise zugelassen. Bitte künftig mit vollem Namen. Wir leben schließlich in keiner Diktatur. Der Waterbölles)

Michael Dickel am :

Es ist ein Unding, dass man öffentlich zugeben muss, dass bei Tempo 50 tatsächlich 70 km/h (und schneller) gefahren wird. Wir Menschen können noch so viele Schilder aufstellen. Es gibt Stellen, da ist 30 km/h Blödsinn und andere Stellen, da ist 30 sogar zu schnell, z.B. im Verlauf der Fichtenstraße, wo durch beidseitig parkende Autos nur ein einspuriger Verkehr möglich ist. Würde auf dem übersichtlichen, freien Stück zwischen Weißenburgstraße und Eschenstraße tatsächlich nur 50 km/h gefahren - keiner würde sich darüber aufregen. Das Problem sind die Verkehrsteilnahmer, die sich an gar nichts halten, und davon gibt es immer mehr. Tempo 30 würde diese dann noch dazu bewegen, denjenigen der sich daran hält, zu überholen. Es ist mir unbegreiflich, dass hier nicht endlich die harte Welle gefahren wird und vor allen Dingen mehr überwacht wird. Und zwar nicht dort, wo man das Gefühl hat, es handele sich um Abzocke. Es kann nicht sein, dass man mit Geschwindigkeiten über 100 auf der Neuenkamperstraße überholt wird. Es ist ein Unding, wenn auf der Fichtenstr. 70 gefahren wird. Aber es ist auch unmöglich, wenn man dann an einer übersichtlichen Straße mit einem Schild 30 km/h bei Tempo 50 den Führerschein los wird. Das hat nichts mit Rasen zu tun. Ich bin sicher, dass die 500 Unterschreiber, so sie denn einen Führerschein haben und Auto fahren, auch nicht überall die vorgeschriebene Geschwindigkeit einhalten. Aber ich bin auch sicher, dass Sie dies nicht mutwillig, sondern verantwortungsbewußt machen. Ich sagen ganz klar: Mehr Schilder bedeuten nicht mehr, sondern weniger Sicherheit. Kontrolle der vorhandenen Vorschriften und bessere Schulung machen unsere Straßen sicherer - auch die Fichtenstrasse.

Heidi Sieberth-Mohns am :

Der Schulbezirk der Gemeinschaftsgrundschule Walther-Hartmann liegt beiderseitig der Fichtenstraße. Unserer Auffassung nach stellt eine Grundschule eine Einrichtung schutzwürdiger Personen dar. Zudem stellt sich die Frage: Ist die Unfalllage, die keinerlei Auffälligkeiten zeigt, nicht auf das seit 16 Jahren bestehende Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde zurückzuführen? Einer Anhebung der Höchstgeschwindigkeit sind somit gewichtige Gründe entgegenzuhalten. Die Schulpflegschaft der Gemeinschaftsgrundschule Walther-Hartmann

Chronist am :

Die Einwohnerfragestunde will Hans Gerd Göbert in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd am kommenden Mittwoch zu einigen Fragen an Heiko Sucic vom Fachbereich Öffentliche Ordnung nutzen. Denn mit dessen Ausführungen zu Tempo-30 auf der Fichtenstraße möchte er sich nicht zufrieden geben. Hier drei seiner Fragen: Wann werden Sie, Recht und Ordnung Folge leistend, einen Tempo-30-Bereich auf der Bliedinghauser Straße zwischen Einmündung Burger Straße und der Einigkeitstraße einführen? Dort gibt es inzwischen insgesamt drei Altersheime bzw. Altenwohnheime mit zahlreichen schutzbedürftigen Personen nach § 3 (2a) STVO, die dort die Straße überqueren und deren Nachtruhe zu schützen ist. Werden Sie in Kürze auch eine derartige Zone in der Bismarckstraße zwischen Zentralpunkt und Industriestraße einrichten? Auch dort befindet sich ein großes Altenwohnheim. Wo befinden sich sonntagmorgens auf der Lenneper Straße (B229) im Bereich Jägerwald die schützenswerten Personengruppen, die den Einsatz eines mobilen Blitzgerätes (versteckt hinter dem Gebäude der Firma Vom Stein) rechtfertigen?

Chronist am :

An der Fichtenstraße wurden inzwischen die Tempo 30-Schilder abgebaut (mit Ausnahme der kurvenreichen Hofschaft und der Sophie-Scholl-Schule) und Richtung Haddenbacher Straße zwei Geräte zur Messung der Geschwindigkeit installiert (allerdings ohne Displays, um Autofahrer nicht zu spielerischen „Testfahrten“ zu verleiten).

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