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Kaliumjodid-Tabletten gegen atomare Wolken

Tihange auch ein potenzielles Risiko für Remscheid“, titelte der Waterbölles am 3. April 2017. Einstimmig (bei zwei Enthaltungen) hatte der Rat der Stadt damals beschlossen, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz möge gegenüber Land und Bund „in geeigneter Form deutlich zu machen, dass das Atomkraftwerk Tihange auch ein potenzielles Risiko für Remscheid darstellt“. Im weiteren Verlauf der Sitzung hatte Fritz Beinersdorf von den Linken gefragt, ob die Stadt Remscheid inzwischen vorsorglich Job-Tabletten eingelagert habe. Ordnungsdezernentin Barbara Reul-Nocke hatte das bestätigt. Die Pakete seien bei der Berufsfeuerwehr eingelagert. An einem Verteilkonzept werde gearbeitet. Konkreteres drang allerdings viel später an die Öffentlichkeit: „100.000 Kaliumjodid-Tabletten liegen vor“, bestätigte der Waterbölles am 13. November 2017. Um eine möglichst schnelle und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit den Kaliumjodid-Tabletten (je 65 Milligramm) sicherzustellen, wolle man möglichst viele Vergabestellen im Stadtgebiet Remscheid vorzuhalten. Alle Remscheider Apotheken hätten ihre Bereitschaft an der Mitwirkung zur Verteilung der Tabletten erklärt. Und jetzt ist es soweit: Innerhalb der nächsten sieben Werktage werden die 100.000 bi der Feuerwehr eingelagerten Tabletten an die 25 Remscheider Apotheken verteilt. Sie sichern im Rahmen des Katastrophenschutzes „Jodversorgung bei nuklearer Freisetzung" eine sachgerechte Lagerung der Arzneimittel und eine fachgerechte Beratung hinsichtlich möglicher medikamentöser Interaktionen und Unverträglichkeiten zu.

Über Einzelheiten informierte gestern auf einer Pressekonferenz im Rathaus Sozialdezernent Thomas Neuhaus gemeinsam mit Ulrich Schnell, Abteilungsleiter Rettungsdienst im Fachdienst Feuerschutz und Rettungsdienst, Henning Denkler (Regenbogen-Apotheken), Rainer Mörteln (Kreisgeschäftsführer des DRK Remscheid), Heiko Brink (Apotheke am Bismarckplatz) und Ingeborg Gebhardt (Bären-Apotheke im Zentrum Süd).

Da es sich bei den Kaliumjodid-Tabletten um ein Arzneimittel handelt, sei eine Verteilung durch die Apotheken vor Ort optimal, betonte Dr. Frank Neveling, der Leiter des städtischen Fachdienst „Gesundheitswesen“. Und 100.ooo Tabletten seien mehr als ausreichend, ist die Verteilung im Ernstfall doch lediglich für Einwohner bis 18 Jahren vorgesehen (Kleinkinder eine Viertel Tablette, 18-Jährige zwei. Bei älteren ab 45 sind die Nebenwirkungen zu groß). Neveling: „Dank gilt der Apothekerschaft für die gute Unterstützung. Das aktuelle Versorgungskonzept macht deutlich, dass die Zusammenarbeit der Akteure in Remscheid gut funktioniert. Es macht außerdem deutlich, dass das Vorhalten einer pharmazeutischen Kompetenz durch die Apotheken vor Ort von besonderer Bedeutung ist und eine flächendeckende pharmazeutische Versorgung auch in Zukunft erhalten bleiben muss!“ (Eine deutliche Abgrenzung gegenüber Online-Apotheken).

Neben den 23 öffentlichen Apotheken und zwei Krankenhausapotheken können von Seiten der Stadt Remscheid zusätzliche Vergabestellen im Gesundheitshaus (Fachdienst Gesundheitswesen) und an drei DRK-Standorten (Lennep, Güldenwerth und Remscheid-Mitte) in Betrieb genommen werden. Die Tabletten sollen zwei Stunden vor einer erwarteten radioaktiven Wolke eingenommen werden, um die Schilddrüse so mit Jod zu sättigen, dass kein radioaktives Jods mehr aufgenommen werden kann (sogenannte Jodblockade). Es gab in den vergangenen Monaten aber auch übervorsichtige Mitbürger, die sich in den Apotheken längst selbst mit einer Packung mit zehn oder gar 20 Tabletten eingedeckt haben. Der darin enthaltene Wirkstoff sei im Prinzip unbegrenzt haltbar, hieß es gestern.

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte im Rahmen der Vorsorgeplanung die Kaliumjodid-Tabletten beschafft und an die Kommunen zur Einlagerung für den Ereignisfall abgegeben. Grundsätzlich ist von Seiten des Landes NRW eine Verteilung nur für den Ereignisfall vorgesehen. Eine Vorverteilung von Kaliumjodid-Tabletten an die Bevölkerung als vorbeugende Maßnahme wird vom Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW nicht unterstützt. Für Remscheid, vom belgischen Atomkraftwerk Tihange mehr als 100 Kilometer entfernt („Fernzone“), sei eine Vorverteilung aber aus rechtlichen, wirtschaftlichen und besonderen Gründen nicht zulässig, betonte Dezernent Tomas Neuhaus.

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Kommentare

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Heinz Wäscher am :

Die ENGIE Deutschland AG hat als Firmensitz die Friedrichstraße 200 in Berlin angegeben. Von dort aus sind das Reichstagsgebäude und einige andere Bundesministerien fußläufig leicht zu erreichen. Ist Herr MdB Jürgen Hardt dort schon einmal persönlich vorstellig geworden um sich bezüglich der potentiellen Gefährlichkeit belgischer und ggf. auch französischer Atomkraftwerke aus erster Hand informieren zu lassen?

Gerd Rothbrust am :

Bleibt die Frage Herr Wäscher ob die "ENGIE Deutschland AG" Unterlagen über Belgische KKW hat.ENGIE ging zwar aus "Fabricom" hervor und "Fabricom" nahm 1971 die KKW in Betrieb, aber es ist unwahrscheinlich, dass ENGIE Informationen über diese KKW hat.

Heinz Wäscher am :

Selbst wenn keine konkreten Pläne der einzelnen Kraftwerke vorliegen sollten könnte man das Thema bei einem Gespräch mit den drei Vorstandsmitgliedern der ENGIE Deutschland AG seitens der „uns Regierenden” doch auf den Punkt „Laufzeitverlängerung von alten AKW zur Gewinnmaximierung bei gleichzeitiger Abwägung des Restrisikos einer nuklearen Katastrophe im Zusammenhang mit der Sicherheit der Bevölkerung” reduzieren. Es ist ja so, dass, selbst wenn der uns in der BRD aufoktroyierte Atomausstieg irgendwann vollbracht sein wird, es im europäischen Ausland dann auch keine AKW mehr geben wird.

Gerd Rothbrust am :

Firmengeschichte der „ENGIE Deutschland AG“: 2001 übernahm „Fabricom“ 6 unabhängige Gesellschaften der „Sulfer Infra“ - es wurde unstrukturiert. 2003 wurden die 6 Gesellschaften zur „Axima GmbH“ zusammengeschlossen – es wurde wieder umstrukturiert. 2008 Umbenennung in „Axima Deutschland GmbH“ und Umstrukturierung als ein Tochterunternehmen. 2009 Umbenennung und Umstrukturierung: Jetzt“ Cofley Deutschland GmbH“. Nach Zukäufen, Zusammenschlüssen, Umstrukturierung und Umbenennung entstand die „ENGIE Deutschland AG“. Leistungsbeschreibung der „ENGIE Deutschland AG“: „Seit mehr als 130 Jahren sammeln wir Erfahrung und mehren unser Wissen in allen Gewerken der Gebäudetechnik. Unser Portfolio umfasst außerdem Dienstleistungen in den Bereichen Facility Management, Service/Wartung und Kleinanlagenbau. Abgerundet wird das Spektrum durch Energy Services: Energiebeschaffung und Energiecontracting, Energiemanagement, erneuerbare Energien und zahlreiche weitere Energiedienstleistungen.“. Langer Rede kurzer Sinn: Die „ENGIE Deutschland AG“ hat nichts mit Reaktorsicherheit oder KKW zu tun! Somit ist sie kein Ansprechpartner für KKW!

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