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Fast 100 neue Handwerksgesellen unnd -gesellinnen

Wie im Vorjahr mit fetziger Musik (Dirk Trümmelmeyer und Naomi Khemi) begann heute die feierliche Lehrabschlussfeier der Kreishandwerkerschaft Remscheid in der Aula des Berufskollegs Technik an der Neuenkamper Straße. In Remscheid arbeiten im Handwerk  7.300 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Damit istdort  nach wie vor jeder fünfte/sechste örtliche Arbeitsplatz angesiedelt. Die ca. 800 Vollhandwerksbetriebe, 180 zulassungsfreien Handwerksbetriebe und 170 handwerksähnlichen Betriebe, in denen derzeit knapp 550 Lehrlinge ausgebildet werden, sind der größte Ausbilder in der Region und mit ca. 700 Millionen Euro Jahresumsatz ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor. Das betonte zu Beginn der Feier Kreishandwerksmeister Hans-Jürgen Althaus: „Ohne Handwerk geht es nicht. Handwerk ist ein starkes Stück Zukunft für unsere Stadt!“. Und Fliesenlegermeister Lutz Kotthaus warb als Kreislehrlingswart ebenfalls für das Handwerk. Er sei davon überzeugt, dass „in nicht allzu ferner Zukunft nicht wenige Menschen neidvoll auf die blicken werden, die einen Handwerksberuf von der Pike auf ge- und erlernt haben. „Wer mit seiner Hände Arbeit etwas schaffen bzw. erschaffen kann, ist in der digitalisierten Gesellschaft ein Gewinner der Zukunft!“

An die Stelle von (längeren) Reden traten diesmal wieder, durchaus erfrischend, Interviews – mit  Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, Andreas Otto, Vorstandsvorsitzender der Volksbank im Bergischen Land, Christian Breitenborn, Stadtjugendfeuerwehrwart, Tom Yzerman, Bundessieger im Leistungswettbewerb des Graveur-Handwerks, und Klaus Zehrtner, EWR GmbH. Sein Thema war die künftige Elektro-Mobilität.

Indirekte Kritik an der schulischen Bildung

Der Kreishandwerkerschaft Remscheid sind insgesamt zwölf Innungen mit ca. 450 Mitgliedsbetrieben angeschlossen. Diese haben in den vergangenen Jahren zusammen jeweils 200 bis 220 neue Ausbildungsplätze angeboten. Auch in den Krisenjahren 2009 / 2011 war das Ausbildungsangebot unverändert. Die Innungen stellen jedoch fest, dass es den Betrieben von Jahr zu Jahr schwerer fällt, junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu finden, die sowohl ausbildungswillig als auch ausbildungsfähig sind, wie gestern am Rande der Lehrabschlussfeier von der Kreishandwerkerschaft betont wurde:

  • Ausbildungsfähig: Die Ansprüche in den Ausbildungsberufen sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen; in allen Ausbildungsberufen muss ein guter Schulabschluss vorliegen. Als größtes Problem hat sich die fehlende Ausbildungsreife der Bewerber/innen erwiesen – durch mangelndes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen sowie das Fehlen elementarer Rechenfertigkeiten und ausreichende Kenntnisse in Deutsch und den naturwissenschaftlichen Fächern. Ohne gute Deutschkenntnisse in Sprache und Schrift ist auch für Jugendliche mit Migrationshintergrund eine Ausbildung im Handwerk kaum möglich.
  • Ausbildungswillig: Der Schlüssel zum beruflichen Erfolg junger Menschen sind auch im Handwerk Leistungsbereitschaft, Disziplin, Umgangsformen, Interesse, Aufgeschlossenheit und Belastbarkeit. „Nachhilfeunterricht“ für Versäumtes ist Handwerkbetrieben nicht möglich. Unabdingbare Grundvoraussetzung für Ausbildungszeit (drei bzw. 3 ½ Jahre) sind Fleiß, Einsatzbereitschaft und Einsatzfreude.

Die in Remscheid angebotenen 22 Ausbildungsberufe im Handwerk im Einzelnen:

Bau-Innung: Maurer, Betonbauer, Zimmerer, Fliesenleger, Straßenbauer, Stuckateur
Dachdecker-Innung: Dachdecker.
Fachinnung für Metall- und Graviertechnik: Metallbauer, Graveur.
Friseur-Innung: Friseur.
Innung der Nahrungsmittelhandwerke: Bäcker, Fleischer, Konditor, Bäckereifachverkäufer/in, Fleischereifachverkäufer/in, Konditoreifachverkäufer/in
Gebäudereiniger-Handwerk: Gebäudereiniger
Innung des Kraftfahrzeughandwerks: Kraftfahrzeugmechatroniker, Automobilkaufmann
Innung für elektrotechnische Handwerke: Elektroniker.
Innung für Sanitär- und Heizungstechnik: Anlagenmechaniker.
Maler- und Lackierer-Innung: Maler und Lackierer, Bauten- und Objektbeschichter.
Steinmetz- und Steinbildhauer: Steinmetz- und Steinbildhauer.
Tischler-Innung: Tischler.

Zu diesen 22 verschiedenen Ausbildungsberufe kommt der Kaufmann für Büromanagement im Handwerk hinzu. Die Ausbildung zum Glaser erfolgt über die Glaser-Innung, die der Kreishandwerkerschaft Wuppertal angeschlossen ist.

Freigesprochen wurden in diesem Jahr 97 Junghandwerkerinnen und Junghandwerker, darunter (besonders geehrt) 14 jahresbeste:

Döring, Adrian (31), Kfz-Mechatroniker (A.T.U. Auto-Teile-Unger GmbH & Co. KG)
Fischer, Manuel Peter (19), Gebäudereiniger (Paul Schulten GmbH & Co. KG)
Gad, Christopher  (29), Stuckateur (Ralf Dächer)
Gartmann, Sven (23), Maler und Lackierer (SERVICEPOOL Instandhaltungsmanagement GmbH)
Henkels, Seraphina (24), Konditorin (Jürgen Jannasch)
Hundel, Charlotte (19), Automobilkauffrau (Autohaus Büsgen GmbH)
Ibrahimi, Selvisha (28), Friseurin (SBH West GmbH)
May, Collin Mike (21), Bauten- und Objektbeschichter (Franz & Krause GmbH & Co. KG)
Scheithauer, Yannik (23), Elektroniker (AMBITAL Alarm- und Sicherheitstechnik GmbH)
Seewald, Sabrina (24), Kauffrau für Büromanagement (S. Ünsal Meisterbetrieb Sanitär, Heizung, Fliesen GmbH)
Sombrowski, Thomas (34), Anlagenmechaniker für Sanitär-Heizungs- und Klimatechnik (Luckhaus GmbH)
Suleymanov, Schamil (23), Metallbauer (Hardy Gehrmann)
Tweer, Timo Miguel (30), Tischler (Lars Rollshäuser)
Wiggershaus, Till Thorben (19), Zimmerer (Robert Klesse)
Wildemann, Dennis (22), Elektroniker (Stadt Remscheid).
Zum zweiten Mal in der langen Tradition der Lehrabschlussfeiern wurde auch der Beste/die Beste der Besten ausgezeichnet. Diese Ehrenurkunde erhielt Timo Miguel Tweer, Tischler im Betrieb von Lars Rollshäuser.
 

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