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Open-Access-University in Remscheid-Honsberg

Remscheid ist wirtschaftlich mit der industriellen Metallverarbeitung verwurzelt. Trotz einer hohen Fachkräftedichte verfügt die Stadt bisher über kein adäquates Hochschulangebot, das den Bedarf der vorwiegend mittelständischen Produktionsbetriebe decken könnte. Deshalb verständigten sich Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Prof. Dr. Martin Wortmann, der Präsident der Rheinischen Fachhochschule Köln gGmbH (RFH) darauf, die ehemalige Grundschule in Remscheids einstigen Arbeiterviertel Honsberg zu einer Zweigniederlassung der RFH zu machen, um dem steigender Bedarf an Fach- und Führungskräften mit berufsbegleitenden und Vollzeit-Studienangeboten Rechnung zu tragen. Dort sollen in den kommenden Jahren, beginnend zum Wintersemester 2019/2020, sukzessive wirtschaftliche und technische Studiengänge angeboten werden.

Schon jetzt startet die Kölner Fachhochschule, die 2019 ihr 60-jähriges Bestehen feiern wird (die ersten 13 Jahre als Rheinische Ingenieurschule für Bau- und Maschinenbauwesen eingerechnet), zum Wintersemester 2018/19 am Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie GmbH mit zwölf Studenten den berufsbegleitenden Ingenieurstudiengang „Produktionstechnik“. Die Studiengebühren betragen im Monat 360 Euro, „werden aber in der Regel von den Arbeitgebern übernommen“, wie Prof. Dr. Martin Wortmann auf der heutigen Pressekonferenz sagte. Damit sei ein erster Schritt getan. Das komplexe Projekt einer „Open-Access-University“ brauche eine mehrjährige Entwicklungslaufzeit und könne nur funktionieren, wenn Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft das Vorhaben partnerschaftlich unterstützten. Auch finanziell. Mit anderen Worten: Die RFH ist auf eingeworbene Drittmittel angewiesen, ebenso wie in Köln oder an den Studienorten in den Kreisen Heinsberg, Euskirchen und Rhein-Erft. Da sind heimische Unternehmen, Arbeitgeberverbände, die Kreishandwerkerschaft und die bergische Industrie- und Handelskammer gefordert. Aber ohne Fördermittel aus Europa, von Bund und Land wird es ebenfalls nicht funktionieren. Wortmann sprach also auf der heutigen Pressekonferenz aus gutem Grund von einem „ambitiösen Projekt“.

Hauptaufgabe der RFH auf dem Honsberg wird es sein, produzierenden Unternehmen aus Remscheid und der Umgebung zu neuen Fachkräften zu verhelfen. Das gegenwärtige Arbeitskräftepotenzial (der 18- bis 64-Jährigen) ist rückläufig. Weil viele qualifizierten Schülerinnen und Schülern nach der Schule in andere Städte (mit Hochschulen) abwandern. Und weil sie ihre Wohn- und Lebenssituation in Remscheid teilweise als unattraktiv empfunden haben, kehren später manche nicht in ihre Heimatstadt zurück. Inzwischen sehen selbst bedeutende, alteingesessene Unternehmen die Gefahr, ihren Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern nicht mehr decken können und zur Verlagerung ihres Stadtorts gezwungen zu sein. „Insofern besteht eine Kernaufgabe der Stadt Remscheid darin, ihre Attraktivität als Wohn- und Lebensraum zu steigern und alle Mitbürgerinnen und Mitbürger über hochwertige Qualifizierungsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt interessant zu machen“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Dem soll eine nach dem Konzept der „Open-Access-University“ aufgestellte Hochschule nun vorbeugen.

Die Rheinische Fachhochschule Köln (RFH) ist eine staatlich anerkannte Fachhochschule in privater, gemeinnütziger Trägerschaft. Sie bietet zurzeit 20 Bachelor- und 14 Masterstudiengänge Vollzeit, dual und berufsbegleitend an - in den Fachbereichen Ingenieurwesen, Medien, Medizinökonomie & Gesundheit, Wirtschaft & Recht sowie Logistikmanagement, Marketing- und Kommunikationsmanagement. Mit ca. 6.500 Studierenden gehört die Rheinische Fachhochschule Köln zu den größten Bildungsträgern in Köln. Und bundesweit sei sie die drittgrößte private Hochschule, so Prof. Dr. Martin Wortmann

Als „Open-Access-University“ will die RFH den Transfer von Wissen in die Gesellschaft befördern. Berufstätige und Auszubildende aus der Region können abends und samstags studieren und parallel einer Vollzeit-Beschäftigung nachzugehen. Das soll auch auf dem Honsberg nicht anders sein. Die „Open-Access-University“ soll aber auch ein wichtiger Bestandteil des Stadtviertels werden dahingehend, dass sie durch Veranstaltungsangebote Einfluss auf das tägliche Leben der Bewohner/innen nimmt und zur Stadtentwicklung beiträgt. Wortmann: „Die Hochschule wird so zu einem wichtigen Akteur bei der Zukunftsgestaltung des Lebensraums im akademischen und nicht-akademischen Bereich.“ Was den Honsberg für die Fachhochschule und die Stadt besonders attraktiv macht: Dort wohnen zahlreiche Migrantinnen und Migranten – ein großes Potenzial zur Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte für die Remscheider Industrie und das Dienstleistungsgewerbe. Und am Bedarf dieser Unternehmen will sich die Fachhochschule mit ihren Studienangeboten möglichst flexibel orientieren, wobei sie auf die direkte Betreuung der Studenten in kleinen Projektgruppen ohne Vorlesungscharakter Wert legt. Und auch auf Brückenkurse für angehende Studenten zur Vorbereitung auf das Studium, um Defizite in Mathematik und Deutsch auszugleichen.

Um die Bedeutung des Projekts für Remscheid zu unterstreichen, wurde Oberbürgermeister Mast-Weisz auf der Pressekonferenz von Stadtdirektor Sven Wiertz, dem Technischen Beigeordneten Peter Heinze sowie Arnd Zimmermann (Fachdienstleiter Kulturmanagement und städtischer Koordinator des Projekts „Open-Access-University“) und Thomas Judt (Leiter des städt. Gebäudemanagements) „eingerahmt“. Und auch die Landtagsabgeordneten Jens-Peter Nettekoven (CDU) und Sven Wolf (SPD) sowie Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) waren erschienen. Dass die Honsberger Grundschule aus dem Jahre 1910 eine solide Bausubstanz habe, betonte Judt. Heinze sprach von einer großen Chance für Remscheid und den Stadtteil, in dem die Studenten auch günstigen Wohnraum finden könnten, Wolf von einem „großartigen Impuls“, und Nettekoven erhöhte auf „Riesenchance“. Dass es dazu gekommen sei, sei der Beharrlichkeit des Oberbürgermeisters zu verdanken, so Otto Mähler. Und den Studenten werde die gute bergische Luft auf dem Honsberg gewiss bekommen – durch Aktivierung so mancher Gehirnstränge.
Bis es auf dem Honsberg allerdings einen echten Universitätscampus mit Professorenstamm, Verwaltung und Bibliothek geben wird, dürften noch einige Jahre vergehen.

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Ortsverein SPD Remscheid-West am :

Wir laden ein für den 5. Juni um 17 Uhr zu einem Rundgang um den neuen Hochschulstandort in Remscheid Honsberg ein. Treffpunkt ist ehemalige Grundschule Honsberg, Martinstraße 5, 42857 Remscheid. Prof. Dr. Alexander Pollack von der Rheinischen Fachhochschule Köln wird uns begleiten und berichten, was die Honsberger und die Studierenden künftig dort erwartet, und steht für Fragen zur Verfügung. „Schweren Herzens musste der Grundschulstandort Honsberg aufgegeben werden. Uns freut es, dass an diesem Traditionsstandort aber auch künftig gelernt werden wird“, so Sven Wolf (MdL), Vorsitzender der SPD Remscheid-West. „Nach der neuen Mitte Honsberg, dem neuen Lindenhof, der Künstlerinitiative und den vielen Renovierungen an den Fassaden kann jetzt der neue Ort für Studierende weitere Impulse in den Honsberg bringen.“

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