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Bei Starkregen ist keine Zeit mehr für Sandsäcke

Starkregen ist Vorbote des Klimawandels“, titelte der Waterbölles am 23. Juni. Auf die wachsenden Zahl von Wetter-Phänomenen war im Haupt- und Finanzausschuss Michael Zirngiebl eingegangen, der Chef der Technischen Betriebe Remscheid (TBR). Er verwies darauf, dass beim jüngsten Startregen, zu dem der Wupperverband Zahlen nannte, in Remscheid in 45 Minuten 70 mm Regen gefallen seien. In der Ölmühle hatte es im Juni „Land unter“ geheißen. Und die Experten sind sich einig: Startregen ist eine Folge des Klimawandels. Dass die Stadt Remscheid verschiedene Maßnahmen ergriffen habe, um mit den Auswirkungen von Starkregen umzugehen, erfuhren am Dienstag die Mitglieder des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung durch eine schriftliche Vorlage und einen PowerPoint-Bericht von Jens Fischer. Er empfahl Hausbesitzern (nicht nur denen im Tal), zu überlegen, ob wirklich alle Keller-/Lichtschächte benötigt würden. Denn über diese sei schon so mancher Keller voll Wasser gelaufen. Und er wies darauf hin, dass der Rat der Stadt bereits 2013 eine Anpassungsstrategie an den Klimawandel beschlossen habe, die auch Teil der Stadtplanung sei. Der Waterbölles zitiert nachfolgend aus der Vorlage:

„Bei Starkregenereignissen entladen sich im Regelfall kleine, örtlich auf einen kleinen Raum begrenzte Gewitterzellen in kurzer Zeit und führen so zu einem ebenfalls örtlich begrenzten starken Oberflächenabfluss. Aufgrund der geringen räumlichen Ausdehnung sind diese Ereignisse im Regelfall nicht vorhersagbar. Sie treten weiterhin nur mit einer geringen Vorwarnzeit auf (weshalb man sich darauf auch nicht mit Sandsäcken vorbereiten könne, so Fischer) (...)

Remscheid war von solchen Ereignissen 2007, 2013 und zuletzt am 9/10. Juni betroffen. Das letzte Regenereignis wies insbesondere im Bereich Hasten/Innenstadt eine hohe Intensität auf. Mit einer Regenmenge von 72 mm in 60 Minuten an der Messstation Linkläuer Str. und  51 mm in 60 Minuten an der Messstation Nordstraße ist dieses Ereignis gemäß der Klassifizierung des Deutschen Wetterdienstes als „extremes Unwetter (Stufe 4)“ einzustufen.

Die öffentliche Kanalisation kann nicht so ausgebaut werden, dass Starkregenereignisse schadlos abgeführt werden können. Neben den nicht abzuschätzenden Investitionskosten, die notwendig sind, um die Kanäle auf alle denkbaren Starkregenereignisse hin zu dimensionieren, müssten zusätzlich die Straßeneinläufe und auch die Dachrinnen so gestaltet werden, dass der gesamte Abfluss in den Kanal gelangen könnte. Dies ist nicht leistbar. (...)

Um ... festzustellen, welche Fließwege das Regenwasser nimmt bzw. wo sich Wasseransammlungen in Mulden bilden, wurde ... auf wissenschaftlicher Basis eine Simulation ... erarbeitet. Mit den Karten, die im Geodatenportal vorhanden sind, können überflutungsgefährdete Gefahrengebiete erkannt und Grundstückseigentümer (privat und gewerblich) zielgerichtet informiert werden. Die Karten sind eine wichtige Grundlage für eine Sensibilisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit gegenüber dem Thema Starkregen. (http://geoportal.remscheid.de/mapbender3/application/vorsorgekarte_starkregen) Das Risiko- und Schadenspotenzial ist bis auf die Gebäudeebene kartiert, so dass eine wichtige Informationsquelle für Rettungsdienste, Fachbehörden, Gebäudebesitzer und Bürger vorliegt. Selbstverständlich können die Karten auch für Planungsprozesse genutzt werden. (...)

Der in Remscheid bereits vorliegende Leitfaden zum Klimaschutz wurde nach der aktuellen Erkenntnislage um Aspekte der Klimaanpassung ergänzt. Er dient dazu, die Anforderungen für die Bauleitplanung in Bezug auf Klimaschutz und Klimaanpassung zu konkretisieren. Somit stellt er eine umfängliche Informationsgrundlage und Arbeitshilfe für Planer (Stadtverwaltung und Externe) dar. Er wird in der Arbeit von Gutachtern und Planern eingesetzt.

Auch existiert ein Leitfaden zur Bauleitplanung: Im Zuge von Bauleitplanverfahren sollen die erfassten Fließwege zum schadlosen Abführen von Starkregenereignissen freigehalten werden. Des Weiteren wird die geplante Geländemodellierung und Topografie in Bebauungsplangebieten hinsichtlich potentiell gefährdeter Bereiche betrachtet. Bei konkreten Bauvorhaben wird den Bauherren empfohlen, die Überflutungssicherheit des Objekts anhand der bestehenden Fließwegemodelle und der beabsichtigten topografischen Planung zu prüfen.
Ein Einsatzplan „Hochwasser“ legt Regeln und Maßnahmen fest, nach denen auch in einer drohenden Starkregenlage zu verfahren ist. Im Internet gibt es für verschiedene Zielgruppen Informationen:

  • Allgemeine Informationen zum Klimawandel, den Remscheider Aktivitäten, Broschüren / Faltblätter, Informationskarten von Bund und Land und Verweise auf andere interessante Webportale sind hier zu finden: https://remscheid.de/leben/umwelt-und-natur/umweltschutz/146380100000116028.php
  • Informationen für Bürgerinnen und Bürger zum Thema Starkregen: https://remscheid.de/leben/umwelt-und-natur/umweltschutz/Starkregen.php
  • Informationen für Bürgerinnen und Bürger zum Thema Hitze und Gesundheit: https://remscheid.de/leben/umwelt-und-natur/umweltschutz/146380100000131665.php
  • Informationen für Gewerbebetriebe: https://remscheid.de/leben/umwelt-und-natur/umweltschutz/146380100000133395.php. Der Leitfaden „Gewerbeflächen im Klimawandel“ und ein Online-Anfälligkeits-Check helfen bei der Beurteilung der Klimaempfindlichkeit bzw. Wetterrobustheit von Standorten. Sie ermöglichen Gewerbetreibenden praxisnah eine erste Einschätzung ihrer Situation, zeigen auf, mit welchen Vorsorgemaßnahmen ihr Risiko reduziert werden kann und welche Chancen sich aus einer solchen Anpassung für die Unternehmen ergeben.
  • Aufgrund der 2007 in Kraft getretenen Hochwasserrisikomanagement (HWRM)-Richtlinie wurden von der Bezirksregierung Düsseldorf in 2012 und 2013 neue Überschwemmungsgebiete für Wupper, Eschbach und Lobach sowie Morsbach und Müggenbach festgesetzt. In diesem Zusammenhang wurden Überschwemmungsgebietskarten, HW-Gefahrenkarten (wo und wie kann Hochwasser auftreten) und HW-Risikokarten (was kann betroffen sein) veröffentlicht. Die betroffenen Grundstückseigentümer wurden bei einer Veranstaltung am 21.11.2012 gemeinsam mit der Stadt Wuppertal, dem FD 3.37, dem Wupperverband und der Bezirksregierung Düsseldorf zum Thema Hochwasser informiert. Dabei wurden ihnen verbunden mit einem Beratungsangebot grundstücksbezogene Steckbriefe mit Informationen zu möglichen Gefährdungen und Vorsorgemaßnahmen überreicht. Die Karten sind über diesen Link zu finden: https://remscheid.de/leben/umwelt-und-natur/umweltschutz/146380100000079850.php

In Remscheid wurden und werden mehrere Gewässer ausgebaut, um den Wasserabfluss zu verbessern:

  • Morsbach: Entfernung einer alten Brücke sowie von Uferverbau und Aufschüttungen,  Umgehung eines alten Stauwehres,  Schaffung von Retentionsraum  (natürliches Überschwemmungsgebiet, Aue),
  • Müggenbach:   Entfernung einer Fußgängerbrücke, Errichtung einer Hochwasserschutzmauer als Objektschutz, Bau einer Umflutungsmöglichkeit im Bereich einer im Hochwasserfall überstauten Brücke (Umsetzung 2019)
  • Eschbachtal: Derzeit läuft bei der Bezirksregierung Düsseldorf das Änderungsverfahren für die Entwässerung der A1 in den Eschbach für den Abschnitt Remscheid mittels eines Regenrückhaltebeckens. Der  Landesbetrieb Straßenbau NRW hat bestätigt, dass nach Vorlage der Genehmigung im Herbst mit Rodungsarbeiten begonnen werden kann. Dasa Becken werde allerdings bei Starkregenereignissen keine nachhaltige Wirkung entfalten.

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