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Wasser in der Wohnung und kein neuer Kanal in Sicht

Zu den wenigen Zuhörern in der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lennep gehörten Achim und Petra Ufer, deren Wohnung am Stadtwald in Lennep bei dem Unwetter am 6. August ca. einen Meter voll Wasser gelaufen war. Deswegen hatten sie die BV angeschrieben und gebeten, gemeinsam mit den Remscheider Entsorgungsbetrieben (REB) über Lösungsmöglichkeiten für dieses Dauerproblem nachzudenken. Denn ihr Haus liegt etwa zwei Meter unterhalb der Straße, in der ein Mischwasserkanal verläuft. Und Roland Kirchner von der W.I.R., dessen Keller an jenem Abend ebenfalls voll Wasser gelaufen war und der sein Mitgefühl mit dem Ehepaar bekundete, folgerte haarscharf: „Das Problem ist der Mischwasserkanal. Die REB sollte Hausbesitzern die Versickerung von Regenwasser auf dem eigenen Gelände erlauben, wo immer das möglich ist!“ Von diesem Mitgefühl einmal abgesehen gingen Achim und Petra Ufer an diesem Abend ziemlich enttäuscht und ratlos nach Hause. Denn ihr Problem blieb ungelöst.

Und undiskutiert blieb, ob die Verwaltung es versäumt hatte, zu diesem Tagesordnungspunkt einen Vertreter der REB einzuladen. Erschienen war jedenfalls niemand. Und auch ein Telefonanruf von Hilmar Somborn (CDU) rief niemanden herbei. Deshalb blieb Sitzungsleiter Udo Hellmann (SPD) – Bezirksvorsteher Rohrweck war erkrankt – nichts anderes übrig, als diesen Tagesordnungspunkt auf die nächste Sitzung zu vertagen. Bis dahin hat die REB dann genug Zeit, um seine Frage nach der richtigen Dimensionierung der Abwasserkanale zu beantworten – „vor dem Hintergrund der absehbaren Klimaveränderungen“.

Vielleicht hatte die Verwaltung aber auch angenommen, eine schriftliche Stellungnahme der REB reiche aus. Darin heißt es: “Die Kanalisation Am Stadtwald ist hydraulisch für einen Regen der statistischen Wiederkehrzeit von einmal im Jahr bemessen.“ – Aha, sagt ein Laie in einem solchen Fall! Und weiter: „Für bestehende Kanalisationsnetze ist diese Leistungsfähigkeit gemäß einschlägiger Rechtssprechung ausreichend. Die Regenfälle, die zu den erwähnten Schäden geführt haben, lagen über diesem statistischen einjährigen Ereignis. (…) Daher wurde den Eheleuten Ufer mitgeteilt, dass das Kanalnetz ausreichend dimensioniert ist.“ (Anm.: Der Hinweis auf die - sich verändernde - Statistik war der Auslöser für Hellmanns Frage.)

Die Remscheider Entsorgungsbetriebe seien bemüht, schrieben sie weiter, durch geeignete Maßnahmen die Ableitung des Abwassers zu verbessern. Die erste hierfür vorgesehene Variante (Sicherung der Kanaltrasse) sei 2006 an einem Grundstückseigentümer gescheitert. Deshalb werde jetzt mit einem weiteren Grundstückseigentümer über die Inanspruchnahme seines Grundstückes für eine neue Kanaltrasse verhandelt. Sollte dieses Durchleitungsrecht erwirkt werden, könne mit dem Bau der Entlastungstrasse 2008 begonnen werden. Im Übrigen sei das Gebäude Am Stadtwald 75a wegen seiner Lage auch nach den geplanten Veränderungen am öffentlichen Kanalnetz gefährdet. Deshalb sei dem Ehepaar bei mehreren Ortsterminen und auch schriftlich nahegelegt worden, selbst für geeignete Schutzmaßnahmen zu sorgen.

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Kommentare

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Lothar Kaiser am :

In der heutigen Sitzung der Bezirksvertretung Lennep kam das Thema noch einmal zur Sprache, diesmal in Anwesenheit einer Vertreterin der Remscheider Entsorgungsbetriebe (REB): Atessa Sadrai. Sie hatte für Achim und Petra Ufer die gute Nachricht mitgebracht, dass für einen neuen Kanal mit Einverständnis (anderer) Grundstückseigentümer nunmehr eine Trasse gefunden worden sei. Baubeginn: 2008. Aber auch künftig werde die Familie für ihr Haus wegen seiner Muldenlage (= Wohnzimmer auf Keller-Niveau) bei Starkregen fürchten müssen. Sie solle deswegen ihr Haus am besten „einhausen“ (= Mauer drum herum ziehen). 2001 hatte die Stadt der Familie einen Hausanbau ohne Auflagen genehmigt. Es sei Sache des Architekten gewesen, die Familie damals auf die ungünstige Lage hinzuweisen, erfuhren Achim und Petra Ufer heute. Sie hatten sich eine Schutzmauer auf Kosten der Stadt gewünscht. Die wird es wohl nicht geben. Atessa Sadrai machte klar, dass die REB ihre Kanäle nicht auf Naturkatastrophen hin dimensionieren könne wie zum Beispiel den „statistisch 100-jährigen Regen“ am 6. August dieses Jahres. Wohl aber müsse ein Kanal für „jährlichen Regen“ (= maximale Regenmenge innerhalb eines Jahres) ausgelegt sein. Die Frage, ob die Versickerung von Regenwasser eine Lösung sei, verneinte die REB-Sprecherin. Das sei wie bei einem Schwamm. Die Versickerungsanlagen auf den Privaqtgrundstücken würden bei Starkregen viel früher versagen als das Kanalnetz.

Chronist am :

Inzwischen ist die Abhilfe in Form eines neuen Kanals doch in Sicht. Wie die Mitglieder der Bezirksvertretung Lennep gestern erfuhren, wollen die Remscheider Entsorgungsbetriebe (REB) nach erfolgreichen Verhandlungen mit privaten Grundstücksbesitzers in dem betroffenen Gebiet zusätzlich zu den bestehenden, zu kleinen Abwasserrohren einen neuen, autarken „Transportsammler“ verlegen. Dessen Rohre haben einen Durchmesser von 1,20 Metern und liegen in einer Tiefe von bis zu neun Metern. In diesem Monat soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Fertigstellung im Herbst nächsten Jahres. Baukosten: 21,7 Millionen Euro. Achim und Petra Ufer, deren Wohnung am Stadtwald in Lennep bei dem Unwetter am 6. August 2008 ca. einen Meter voll Wasser gelaufen war, dürften sich über die Nachricht freuen.

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