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Arbeitsüberlastung am Beispiel „Bauleitplanung Wohnen“

Im Etat der Stadt Remscheid steht das Geld bereit, das aus so mancher Holperstrecke wieder eine glatte Fahrbahn machen soll. Doch noch fehlt das Personal, das diese Bauaufträge ausarbeiten und später dann kontrollieren könnte. Einstimmig bewilligte der Rat der Stadt im September den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) zwar drei neue Planstellen (einen Bauleiter, einen Bauingenieur und einen Bautechniker). Doch wann die Stellen besetzt werden können, ist noch unklar. Es heißt, bis Ende des Jahres seien die Stellenausschreibungen auf der Homepage der TBR zu finden. Das heißt aber noch lange nicht, dass darauf sofort qualifizierte Bewerber/innen melden werden. Denn die Auftragslage in Baugewerbe ist gut (siehe aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes im Kasten unten rechts), und deshalb suchen viele Firmen nach weiteren Mitarbeitern. Vor allem Bauingenieure sind dem Stellenmarkt rar.

„Viele deutsche Kommunen haben in der Vergangenheit Personal abgebaut. Das rächt sich nun. Denn diese Stellen fehlen jetzt im Bauboom. Die dünne Personaldecke in Deutschlands Planungs-, und Bauämtern lässt sich kaum mehr verleugnen“, schreibt Matthias zu Eicken, Referent für Wohnungs- und Städtebaupolitik beim Zentralverband Haus & Grund Deutschland, in „HausundGrund Rheinland“ (8/2018). „Zu wenig Personal und ein zu hoher Bürokratieaufwand hindern Städte, Kreise und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen daran, sämtliche zur Verfügung stehenden Gelder für die Städtebauförderung abzurufen.“ Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (difu) offenbare, dass es auch beim Erstellen von Bebauungsplänen für den Wohnungsbau oder bei der Erhaltung der übrigen kommunalen Infrastrukturen nicht vorangehe. Die Ämter seien zu einem Flaschenhals geworden, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Es hat herausgefunden, dass die Zahl der mit Baufragen befassten Angestellten in den Kommunalverwaltungen zwischen 1991 und 2010 um etwa 35 Prozent gesunken ist. Matthias zu Eicken: „Zu den Versuchen, die Haushalte durch Personalabbau zu sanieren, kommt noch ein weiteres Problem: Mehr als ein Viertel der baunahen Ingenieure hat die 55 Jahre bereits überschritten. Die Bauämter stehen vor einer umfassenden Pensionierungswelle. Der öffentlichen Hand fehlt dann praktisch eine ganze Nachwuchsgeneration an Ingenieuren.“

Der neue Bauleiter der TBR soll sich um die Asphaltsanierung der städtischen Straßen kümmern, der neue Bauingenieur und der neue Bautechniker um den Breitbandausbau. Da steht die Verlegung von 200 Kilometern neuen Leitungen an. Und das eine wie das andere ist ein wichtiger Teil der Infrastruktur des Wirtschafts- und Wohnstandorts Remscheid, den es zu bewahren und weiter auszubauen gilt. TBR-Chef Michael Zirngiebl gibt sich da zuversichtlich: Im kommenden Jahr will er die drei neuen Stellen besetzt und die Maßnahmen gestartet sehen. Das klingt wie das Pfeifen im düsteren Wald. Denn der Arbeitsmarkt der Bauingenieure ist wegen des Wohnungsbaubooms der vergangenen Jahre so gut wie leergefegt. Und wer seine Stelle verloren hat oder wechseln möchte, wechselt, so Matthias zu Eicken, lieber in die Privatwirtschaft als in den Öffentlichen Dienst.

Von Sabine Strüwe-Rosenbaum, Leiterin der Abteilung „Bauleitplanung Wohnen“ im Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft und Liegenschaften, erfuhren die Remscheider Kommunalpolitiker kürzlich, dass ihrem kleinen Team die Arbeit über den Kopf steigt. Denn es besteht neben ihr als Diplom-Ingenieurin lediglich aus einer weiteren  Ingenieurin auf einer Teilzeitstelle,  zwei Technischen Zeichnerinnen in Teilzeit und einer Verwaltungsmitarbeiterin für die Verfahrenssteuerung und das Controlling, ebenfalls in Teilzeit.  Dem stehen folgende laufenden Bebauungsplanverfahren auf städtischen vermarktungsfähigen Grundstücken gegenüber:

Das nordrhein-westfälische Bauhauptgewerbe hat im August 5,7 Prozent mehr produziert als im Vergleichsmonat 2017.  Jahr. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt  gestern mitteilt, lag die Produktion sowohl im Hochbau (+7,5 Prozent) deutlich über dem im Tiefbau (+3,8 Prozent).
Im  Hochbaus erzielte den größten Zuwachs erzielte der Wohnungsbau (+17,1 Prozent), gefolgt vom öffentlichen Hochbau. (+4,7 Prozent). Im gewerblichen und industriellen Hochbau war die Bauproduktion dagegen niedriger (-0,7 Prozent) als im August 2017. Das kumulierte Ergebnis der Bauproduktion für die ersten acht Monate des Jahres 2018 war um 7,1 Prozent höher als im entsprechenden Vergleichszeitraum des Jahres 2017.
  • Bebauungsplan (BP) 668 Am Schützenplatz (58 Wohneinheiten [WE])
  • BP 137  4. Änderung Hindemithstraße (2 WE)
  • BP 671 Am Sieper Park (4 WE)
  • WE auf städtischen Flächen

sowie folgende laufenden Bebauungsplanverfahren für Investoren:

  • BP 667 nördlich Königstraße, südlich Stadtpark (38 WE)
  • BP 166  1, Änderung Gesundheitshaus – Hastener Straße (Wohnen
  • 13 WE und Gewerbe Bäckereiimbiss)
  • BP 651 Röntgenstr., Teichstr., Am Weyerhofsfeld (35 WE)
  • BP 495  5. Änderung nördlich Schwarzer Weg (20 WE).
  • 106 WE.

Hinzu kommen als vorbereitende Maßnahmen zur Steuerung des Einzelhandels:

  • BP 176 Teilaufhebungsverfahren zwischen Haddenbacher Str., Ulmenstr. (Vorbereitung für BP 674 Kipper)
  • BP 196 Teilaufhebungsverfahren Umgebung Unterführung (Vorbereitung für BP 674 Kipper)
  • BP 166  1, Änderung Gesundheitshaus – Hastener Straße Wohnen (13 WE und Gewerbe Bäckereiimbiss)
  • BP 665 zwischen Kipperstraße, Nordstraße, Dorfmühler Straße und Haddenbacher Straße
  • BP 290  2. Änderung Wörthstraße

Sowie folgende weitere Projekte, die sich aus dem kommunalen Wohnbauflächenatlas ergeben:

  • BP 475 Ringstraße, Knusthöhe (230 WE gesamt städtisch 110 WE)
  • Bauleitplanung Düppelstraße (Sportplatz 35 WE städtisch)
  • BP 492 Julius-Leber-Straße (50 WE)
  • Bauleitplanung Hastener Straße (ehemaliges Gesundheitshaus 30 WE städtisch)

und weitere elf städtische Flächen, die über eine Bauleitplanung zum Wohnstandort entwickelt werden können (kleiner als 30 WE gesamt 149 WE).

Aus all diesen Aufgaben hat Sabine Strüwe-Rosenbaum für ihr Team für das zweite Halbjahr 2018 4.500 Arbeitsstunden errechnet. Aus der Zahl der vorhandenen Planstellen ergeben sich für diese sechs Monate jedoch lediglich ca. 3.000 Arbeitsstunden.  Das ruft nach einem neuen Personalkonzept, wie inzwisch3en Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weist und der Technische Beigeordnete Peter Heinze bestätigten. Denn von der Idee, Aufgaben der Verwaltung auf Firmen aus der Privatwirtschaft zu übertragen, hält man im Rathaus wenig. Sabine Strüwe-Rosenbaum sagte es so: „Alles, was ein externes Unternehmen für uns erledigt, müssen wir letztlich Schritt für Schritt kontrollieren. Dann können wir es auch gleich selber machen!“

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Kommentare

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Gerd Rothbrust am :

Hallo Herr Kaiser, in Ihrem Beitrag (fehlendes Personal) haben Sie ausschließlich die männliche Ausdrucksform verwendet :-). Ganz im Gegensatz zur Realität: Leitende Diplom-Ingenieurin, Ingenieurin auf einer Teilzeitstelle, zwei Technischen Zeichnerinnen in Teilzeit und eine Verwaltungsmitarbeiterin ebenfalls in Teilzeit! Somit eine komplett weibliche Abteilung! Entspringt die männliche Form einem Wunschdenken - neue Männer braucht das Land…? ;-)

Lothar Kaiser am :

Antwort: Nein!

Gerd Rothbrust am :

Schade Herr Kaiser: Männliche Präsens in vielen öffentlichen Bereichen, z.B: Grundschule, Kindergärten, Krankhäuser (Krankenschwester), Pflegedienst, etc., wäre doch wünschenswert? Diese Berufe, mit viel Verantwortung, Einsatzbereitschaft und schlechter Bezahlung, werden von Männern gemieden! Sollte da nicht ein Umdenken und bessere Bezahlung gefördert/gewünscht werden?

Lothar Kaiser am :

Unbedingt! (Schauen Sie sich bitte noch einmal Ihre Frage und meine Antwort an!)

Gerd Rothbrust am :

Ok, ist angekommen: Zwei Fragen in einem Satz sind oft mehrdeutig!

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