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Postkarten vom Beginn des 1. Weltkriegs waren lustig

Bild links: Musterung 2014 in Lennep im sog. Bezirkskommando im "Kölner Hof" bzw. im "König von Preußen". Bild rechts: Beiebt waren auch Postkarten aus dem Manöver.

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Iin diesen Tagen wird überall in Deutschland des 1. Weltkriegs, seines Beginns und Verlaufs und natürlich besonders seines Endes und der Folgen im Jahre 1918 und danach gedacht. Den jetzt lebenden Generationen ist dieser Weltkrieg beileibe nicht nur aus den Geschichtsbüchern, sondern auch aus den Erzählungen von Familienmitgliedern bekannt, und so manches Zeugnis dieser Zeit hat sich auch in den Lenneper Familien erhalten. Vor rund eineinhalb Jahrzehnten erwarb ich von einem inzwischen verstorbenen Lennep-Freund ein umfangreiches Konvolut von Materialien aus jener Zeit – von „Linnepensien“, wie man wissenschaftlich vornehm sagen könnte. Für ihn war nicht die historisch-wissenschaftliche Aus- und Bewertung und auch nicht der materielle Wert der gesammelten Stücke wichtig, für die er allerdings in mehreren Jahrzehnten eine Unmenge Geld ausgegeben hatte. Dies erkennt man u.a. an den von Händlern aufgebrachten Preisen an den erworbenen Postkarten, Fotos und anderen Materialien.

Darunter befinden auch eine Menge Zeugnisse aus der Zeit der 1. Weltkriegs, vor allem Briefe und Postkarten von Lennepern, die ihren Dienst als Soldaten an der so genannten Westfront versahen, aber es fanden sich im Material auch Zeugnisse aus der Lenneper Heimat. Im Dezember 2015 schrieb ich dazu im Waterbölles den Aufsatz „Ein Brotkarte aus dem Jahre 1915“ und im Dezember 2013 „Als es noch das Bezirkskommando und die Reserve gab“. Insbesondere im Ansichtskartenbereich existieren weitere Stückemit Bezügen zur Lenneper Heimat aufweisen, darunter zwei Ansichtskarten, die zeigen, wie es in Lennep bei der Musterung begann, im sog. Bezirkskommando im "Kölner Hof" bzw. im "König von Preußen" wurden nach dem Aufruf des Landrats regelmäßig Musterungen durchgeführt; wenn man als Soldat genommen wurde, schickte man, möglichst noch vor der üblicherweise ausufernden Nachfeier in den Lenneper Lokalen, an die Eltern und seine Liebste eine Erfolgsmeldung in Form einer vor Ort käuflichen Ansichtskarte, die man individuell ausfüllen konnte. Auch aus den späteren Manövern schickte man den Lieben daheim eine Ansichtskarte.

Die Soldaten der Ersatzkompanien aus dem Kreis Lennep ließen es sich im Krieg zunächst gut gehen. Mit Hurra-Rufen, Girlanden und Blumensträußen waren sie in der Heimat verabschiedet worden, in der Hoffnung oder sogar vermeintlichen Gewissheit, dass der Krieg nicht lange dauern würde. Die Gruppenaufnahmen gestalteten sich daher zunächst heiter bis witzig. Man hatte viel Spaß und präsentierte sich mit speziell angefertigten Regiments- oder Bataillonsversionen, die heutzutage auf dem Antiquitätenmarkt hohe Preise erzielen können.

Bezüglich des späteren Kriegsverlaufs findet man derartige Fotos nicht mehr. Am 11. November 1918 endete mit dem Inkrafttreten des Waffenstillstandes offiziell der Erste Weltkrieg; und aktuell gedenken wir des bitteren Kriegsendes. Für unsere historische Erinnerung ist es gut, dass lokale und regionale Zeitzeugnisse aus der Vergangenheit noch erhalten sind, weiter verwahrt werden und auch jederzeit präsentiert werden können, im Original im Remscheider Stadtarchiv und übrigens auch im Internet. Unter https://hds.hebis.de/ubffm/Record/HEB219765952 findet man die "Sammlung Lempe", neben über 700 anderen Lennep-Ansichtskarten enthält sie auch die hier herangezogenen Exemplare, die uns über unsere Vergangenheit vor Ort auch noch nach 100 Jahren und länger Auskunft geben können.

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