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Niederschwelliger Artenschutz gegen Aussterben

Alles, was im bergischen Städtedreieck kreucht und fleucht, interessiert Dr. Jan Boomers, den Geschäftsführer der Biologischen Station Mittlere Wupper in Solingen. Dass in Remscheid, Solingen und Wuppertal seit mehreren Jahrzehnten ein kontinuierlicher Rückgang der Artenvielfalt zu beobachten sei, berichtete er am Dienstag dem Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung des Remscheider Stadtrates: „Rebhuhn, Gelbbauchunke oder Arnika gehören schon lange zu den bei uns ausgestorbenen Arten. Doch damit steht das Bergische Städtedreieck nicht alleine: 2011 standen bereits 45 Prozent aller erfassten Tier- und Pflanzenarten von Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste gefährdeter Arten!“ Seit ihrer Gründung vor 20 Jahren hat die Biologische Station große Mengen an Funddaten von Tier- und Pflanzenarten zusammengetragen Mitgebracht hatte Boomers den Kommunalpolitikern eine Dokumentation, die aufzeigt, welche aus Naturschutzsicht im besonderen Maße wertbestimmenden bzw. schutzbedürftigen Arten aktuell in den drei Stadtgebieten nachgewiesen sind. Und neu ist auch, dass nicht nur die „Standard-Artengruppen", wie beispielsweise Vögel und Blütenpflanzen berücksichtigt wurden, sondern alle, zu denen aktuelle Funddaten vorliegen, also auch weniger populäre Gruppen wie Wildbienen, Moose etc. Keine Dokumentation als Selbstzweck, so Boomers,  sondern mit dem Ziel, fachliche Grundlagen für ein gezieltes Management zugunsten der betreffenden Arten und ihrer Lebensräume zu schaffen. Die Datenaufbereitung und Ergebnispräsentation erfolgte in Abstimmung mit den drei Unteren Naturschutzbehörden; diese hätten viele inhaltliche Ideen mit eingebracht. Auf die vorliegende Broschüre soll 2019 eine umfangreichere Langversion folgen und im Internet unter www.bsmw.de zum Download bereitgestellt werden.

Auf besonderes Interesse der Kommunalpolitiker stieß die Nachricht des Naturschützers, dass die Verbesserung einzelner Lebensräume, die gezielte Förderung von Fortpflanzungsstätten und die selbstständige Wiederansiedlung einzelner Arten zur Bestandserholung oder Rückkehr mancher Tier- und Pflanzenart ins Bergische Städtedreieck geführt habe: „Uhu, Wanderfalke und Schwarzstorch sind hierfür prominente Beispiele. Auch die Rückkehr von Eisvogel und Lachs zur Wupper, die in den letzten Jahrzehnten wieder eine deutlich verbesserte Gewässerqualität aufweist, oder die Wiederausbreitung von Mittlerem Sonnentau und Sumpfbärlapp in der Ohligser Heide infolge langjähriger Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen belegen die Erfolgschancen konsequent durchgeführter Natur- und Artenschutzmaßnahmen.

Dr. Jan Boomers, den Geschäftsführer der Biologischen Station Mittlere Wupper.

Dass eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten ausgestorben oder deutlich zusammengeschmolzen sei, führte Dr. Jan Boomers auf folgende Faktoren zurück:

  • Verlust an Lebensräumen durch Bebauung und Siedlungsflächenerweiterung
  • Gefährdung der Reproduktion und des genetischen Austauschs durch zunehmende Zerschneidung der Landschaft und dadurch entstehen­der Wanderbarrieren
  • Anbau von Monokulturen unter Verlust artenreicher Kulturlandschaft
  • Verlust blütenreichen Grünlands durch Nährstoffanreicherung, Nutzungsintensivierung oder auch Nutzungsaufgabe
  • Gefährdung und Tötung von Insekten durch intensivierten Einsatz hochwirksamer Pflanzenschutzmittel und damit einhergehender Verlust an Nahrungsquellen für Amphibien, Vögel und Fiedertiere
  • Veränderte Lebensraumbedingungen und jahreszeitliche Abläufe durch den Klimawandel
  • Verdrängung heimischer Arten durch eingewanderte und eingeschleppte.

Dagegen könnten Schulen und Einzelpersonen durch eigene niederschwellige Artenschutzmaßnahmen auf Schulgelände oder im heimischen Garten etwas tun.

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