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Auf der Alleestraße muss alles beginnen!

Viele Stühle blieben gestern Abend bei der Mitgliederversammlung im Konferenzraum der Stadtsparkasse Remscheid an der Alleestraße leer: Nur etwa 30 Bürgerinnen und Bürger, darunter Jochen Rohr und andere Immobilienbesitzer von der „Allee“, die beiden Kommunalpolitikerinnen Christine Krupp (SPD) und Rosemarie Stippekohl (CDU), Philipp Roth vom Vorstand des neuen MyViertel-Vereins (Alte Bismarckstraße) und Joachim Karp von der Wirtschaftsförderung der Stadt Remscheid, waren der Einladung zur Mitgliederversammlung der „ISG-Alleestraße“ gefolgt. ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber, Vorsitzender der Marketingrates Innenstadt, hatte dazu als Referenten ein zweites Mal (nach einem Jahr und einem Tag) Edgar Neufeld eingeladen, Stadt- und Immobilienentwickler aus Bochum. Er machte seinen Zuhörern gleich zu Beginn ein nettes Kompliment: „So hochmotivierte Bürger wie Remscheid, was die Stadtplanung angeht, habe ich noch in keiner Stadt im  Ruhrgebiet erlebt!“ Und das trotz einer denkbar schlechten Ausgangslage. Da helfe nur eines: „Nehmen Sie diese Dinger weg und es kann losgehen. Wenn nicht, wird nichts passieren!“

Mit den "Dingern" waren die Verkaufspavillons der GEWAG in der Fußgängerzone gemeint. Dass er diese für ein großes Problem hält, sagte er dem Waterbölles bereits vor einem Jahr in einem Video-Interview („Pavillons sind Hemmschuhe für die Alleestraße“). Und vor wenigen Tagen hielt er auch in einem anderthalbstündigen Gespräch mit  GEWAG-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt, das er zusammen mit Ralf Wiener führte, mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Und war überrascht zu hören, dass sich Behrendt deren Abbruch durchaus vorstellen könne, „wenn das neue Konzept für die Alleestraße besser ist als der Ist-Zustand“, wie Neufeld seinen Zuhörern gestern berichtete.

„Ein privater Investor kauft die Pavillons nicht!“, betonte der Immobilienentwickler. Sie seien das Symbol für die viele Arbeit, die auf der Alleestraße auf die unterschiedlichen Akteure warte. Aber auch Neufeld weiß, dass der Rat der Stadt das (noch) anders sieht. Seit dem 18. Juni 2015 gibt es den Ratsbeschluss, dass die beiden oberen Pavillons nicht abgerissen werden sollen. Beantragt hatte das die SPD-Fraktion – aufgeschreckt durch Bürger-Plädoyers für den Erhalt der Häuschen und mögliche Abbruchkosten von rund 800.000 Euro. „Möglichst fraktionsübergreifend muss die Politik eingetretene Wege verlassen und den Weg frei machen für den Rückbau der Pavillons!“ Denn so sei die Alleestraße für die Bürger / Kunden nicht in ihrer vollen Länge sichtbar /erfahrbar. Es fehle der "Tiefenblick". Nachteile habe die Alleestraße ohnehin schon genug: Das Gefälle von 360 auf 320 Meter von der Fastenrathstraße bis zum Markt. Und dann der viele Regen in Remscheid. Beides sollte (gegenüber der Bezirksregierung) als Grund für eine Landesförderung geltend gemacht werden.

Mit ihrem Revitalisierungskonzept hängt die Stadt längst am Fördert(r)opf des Landes. Außen vor bleiben in der Kostenaufstellung der Stadt Remscheid der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB), den Stadtwerke-Chef Prof. Thomas Hoffmann allein wegen der Schäden im Unterbau des Platzes für erforderlich hält, bedingt durch die jahrelange Belastung durch die Busse. Der neue ZOB auf dem Friedrich-Ebert-Platz ist mit 5,2 Millionen Euro veranschlagt, von denen der Verkehrs-Verein Rhein-Ruhr 90 Prozent übernimmt.  Ein neues Gebäude für die Leitstelle, Sanitärräume und einen Kiosk würde für die Stadtwerke mit weiteren 1,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Macht 6,7 Millionen. Für den neuen „Platz mit Aufenthaltsqualität“ zwischen ZOB und Konrad-Adenauer-Straße sind 7.947.000 € verplant. Gesamtkosten des Platzes somit bislang: 14.647.000 Euro.

Was er davon halte, fragte der Waterbölles gestern Edgar Neufeld. Die klare Antwort: „Auf der Alleestraße muss alles beginnen. D i e braucht mehr Aufenthaltsqualität. Dort sollte mit Investitionen begonnen werden. Dort fehlt eine bürgerschaftliche Mitte, zum Beispiel ein Tödder-Platz, wo jetzt neben dem Woolworth noch ein Pavillon steht.“ Geld wäre insbesondere im mittleren und unteren Teil der Alleestraße benötigt. Der obere Teil, die so genannte A-Lage, könne dank angrenzender potenzieller Immobilienbesitzer einen Selbstheilungsprozess bestehen. Weiter unten sehe das leider anders aus. Und vor allem dort müsse viel geschehen. Edgar Neufeld hat da auch schon ein paar Ideen: Räume für stundenweise Kinderbetreuung, eine Mall mit Freizeitangeboten, ,mehr Gastronomie auf der Südseite, ein Fachmärktezentrum nahe Markt, die Öffnung für Pkw als Maßnahme gegen Leerstände. Ralf Wieber ergänzend: Das sei eine längere Testphase wert bis zur nächsten Kommunalwahl in anderthalb Jahren. Da hielten sich die beiden Kommunalpolitikerinnen lieber bedeckt.

Die Mitgliederversammlung war noch nicht zu Ende, da sagte Ralf Wieber zwei Sätze, die auch das Schlusswort hätten sein können: „Irgendetwas stimmt hier nicht. Wir drehen uns im Kreis!“ Wie war das noch mit den eingetretenen Wegen, die man verlassen müsse? Nur Mut, Rat und Verwaltung!!

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