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Landwirt vom Nagelsberg setzt auf "Pferde-Pension"

Oberhalb des Lennepebachtals und der B229 zwischen Lennep und der Wuppertalsperre liegt die kleine Hofschaft Nagelsberg. Politische Gremien der Stadt haben sich damit in den vergangenen 30 Jahren kein einziges Mal beschäftigen müssen, wage ich zu behaupten. In diesem Monat geschieht das gleich zweimal. Der Bezirksvertretung Lennep (17.10.) folgt heute der Bauausschuss. Anlass ist die Bauvoranfrage des Ehepaars Kempe auf Neubau einer Reithalle mit zwölf Pferdeboxen und angrenzenden Ausläufen für die Pferde, so genannten Paddocks. Die Bezirksvertretung hat das Vorhaben abgenickt, und damit ist auch im Bauausschuss zu rechnen. Denn die Landwirtschaftskammer hat dazu eine positive Stellungnahme abgegeben. Kein Grund also, darüber zu berichtet. Stimmt – wäre da nicht der Brief des Landwirts, der am Einzelbeispiel deutlich macht, wie sich Landwirtschaft im Bergischen Land verändert.

Das Ehepaar Kempe bewirtschaftet am Nagelsberg einen landwirtschaftlichen Vollerwerbebetrieb mit insgesamt 28 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Auf 14,5 Hektar werden Getreide und Feldfutter angebaut, 13,5 Hektar sind Grünland, u.a. Futterfläche für die zurzeit 29 Pferde, die den Kempes „in Pension“ gegeben worden sind. Die Tierhaltung wurde vor einigen Jahren auf Pensionspferde umgestellt. Nun soll eine Reithalle mit Aufenthaltsraum hinzu kommen und Stallungen für weitere zwölf Pferde. Landwirt Kempe schrieb dazu an die Stadt Remscheid:

Der Betrieb Nagelsberg wird zurzeit von mir in der 3. Generation als landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetrieb geführt und in zwei Jahren an meinen Sohn übergeben, der ihn im auch im Haupterwerb führen wird. In den nunmehr nahezu 100 Jahren konnte der Hof durch Modernisierung, Erweiterung und Aufbau neuer Betriebszweige wirtschaftlich erfolgreich bearbeitet und betrieben werden. Mein Sohn, der von Kindesalter an - jetzt die 4. Generation - mit dem Hof fest verwurzelt ist, absolviert zurzeit ein landwirtschaftliches Studium an der Fachhochschule Soest (…).  Die Pferdehaltung (hat sich) neben dem Getreideanbau zum Hauptbetriebszweig entwickelt, da die Rindviehhaltung aufgrund der ungünstigen Lage des Geländes und der begrenzten Betriebsfläche von rund 30 Hektar nicht in erforderlichem Maße aufgestockt werden konnte. Die seinerzeit erfolgte Bruteierproduktion für einen Geflügelzüchter reduzierte sich von Jahr zu Jahr, so dass die Gebäude nicht mehr rentabel genutzt werden konnten. So entwickelte sich nach und nach die Haltung von Pensionspferden, da sich die betrieblichen Bedingungen dafür am besten eigneten; das Grünland wird als Weide genutzt und das gesamte Winterfutter auf den betriebseigenen Grünlandflächen produziert. Der Getreideanbau liefert das erforderliche Stroh für die Boxeneinstreu sowie Futtergetreide. Die Dungausbringung erfolgt ausschließlich auf der bewirtschafteten Fläche. Somit gliedert sich die Pensionspferdehaltung in den Nährstoffkreislauf der Feldbewirtschaftung ein. Eine künftig gesicherte nachhaltige Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen und eine Pflege der Kulturlandschaft ist das Ziel unseres Betriebes.

Wegen der landwirtschaftlichen und artgerechten Pferdehaltung besteht kontinuierlich eine große Nachfrage nach Pferdeboxen auf meinem Betrieb. Auch sind die außerbetrieblichen Bedingungen günstig, da der Hof direkt ans bestehende Reitwegenetz angebunden ist. Zu den heutigen Anforderungen an einen Pensionspferdebetrieb in dieser Größe gehört eine Reithalle ebenso wie die artgerechte Unterbringung der Pferde in Paddock-Boxen. Die Halle ermöglicht eine artgerechte Bewegung der Pferde, so dass bei nasser Witterung Trittschäden auf den Weiden vermieden werden und das Ausreitgelände geschont wird. Zurzeit befinden sich 29 Pferde in meinem Betrieb. Wegen der ständig steigenden Wirtschaftskosten würde eine Stagnation der betrieblichen Weiterentwicklung den Fortbestand des Betriebs in Gefahr bringen.

Die qualitative Erweiterung des Betriebes durch die Reithalle und die weiteren 12 Boxen steigern das Einkommen, damit auch in Zukunft der Betrieb als landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetrieb geführt werden kann. Nach Hofübergabe an meinen Sohn in zwei Jahren muss der Betrieb in der Lage sein, sowohl mich und meine Frau als Altenteiler sowie meinen Sohn als Betriebsleiter finanziell zu versorgen und die Existenzgrundlage zu sichern. Es würde also eine nicht beabsichtigte Härte für uns darstellen, wenn dem Hof die Erweiterungsmöglichkeit verweigert wird. Die Befreiung der Hof- und Gebäudefläche aus dem Landschaftsschutz ist für die o. g. Vorhaben daher unerlässlich und ist mit oben stehenden Ausführungen begründet und hiermit beantragt.“

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