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Kosten-Prognose für Hackenberg kaum mehr möglich

Das neue Sportzentrum Hackenberg wird deutlich teurer als bisher erwartet. Das geht aus dem aktuellen Sachstandsbericht der Verwaltung hervor, der am 21. November auf der Tagesordnung des Sportausschusses steht. Zitat: „Wenn man die Entwicklung der Kosten seit Beginn der Planung vergleicht, ist festzustellen, dass die Kostensteigerungen zwischen 2014 (10.605.836,28 €) und 2017 (10.825.067,29€) durchaus marktüblich und moderat sind. Dies ist insbesondere der veränderten Planung unter Berücksichtigung der möglichen Einsparpotenziale zu verdanken.“ Allerdings habe die aktuelle Baukostenentwicklung nunmehr zu Preissteigerungen geführt, „die nicht vorhersehbar waren. Die aktuelle Kostenschätzung (Stand 5. November) liegt bei 12.988.021,04 €.“ Ausschlaggebend dafür seien insbesondere die folgenden Positionen:

  • 520 befestigte Flächen (Steigerung rund zehn Prozent gegenüber 2017)
  • 530 Baukonstruktionen in Außenanlagen (Steigerung rund 40 Prozent gegenüber 2017)
  • 590 sonst. Maßnahmen in Außenanlagen (Steigerung rund 20 Prozent gegenüber 2017).

„Nach Aussage aller Fachleute sind die massiven Kostensteigerungen insbesondere in den Bereichen konjunkturell bedingt, eine seriöse Prognose über die weitere Entwicklung ist nicht möglich, ...sind somit weitere Kostensteigerungen bis zum tatsächlichen Baubeginn nicht auszuschließen.“ Dem Rat der Stadt will die Verwaltung zur Sitzung am 22. November die Einplanung der Gesamtkosten in Höhe von 13.100.000 € im Investitionsprogramm 2018-2023, als Änderung des Haushaltsplanentwurfs zur Entscheidung vorgelegt.

Ausführlich nimmt die aktuelle Vorlage zur Entwicklung der Baukosten Stellung: „Seit mehreren Jahren nimmt die Bautätigkeit in Deutschland wieder stetig zu. In der letzten Zeit ist in der Bauwirtschaft eine Dynamik zu beobachten, die als Überhitzung bezeichnet werden kann. Die Nachfrage nach Bauleistungen übersteigt die Kapazitäten der ausführenden Unternehmen. Der bei Ausschreibungen gewollte Preiswettbewerb fällt aus. Bauherren, Architekten und Ingenieure nehmen bei Submissionen, soweit sie überhaupt Angebote erhalten, Baupreissteigerungen in ungeahntem Maße wahr. Das Aufstellen von Kostenermittlungen und die Prognose zu erwartender Preissteigerungen werden immer schwieriger. (...)

Die allgemeine Konjunktur hatte in den vorangegangenen Jahren wenig Einfluss auf die Bauwirtschaft. Der Anstieg der Preise für Bauleistungen war im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten geringer. Mehrere Veränderungen politischer und allgemeinwirtschaftlicher Art haben zu einer unerwarteten Entwicklung geführt, die zahlreiche Ursachen hat und sich voraussichtlich noch einige Zeit in der Bauwirtschaft niederschlägt.Welche Ursachen und Bedingungen gehören dazu? Die folgenden Punkte sind ein Erklärungsversuch der Autoren. Wissenschaftliche Untersuchungen liegen im notwendigen Umfang nicht vor. Sie sind jedoch dringend erforderlich. Ursachen:

  • Der Kapitalmarkt ist zunehmend Gegenstand der Politik, die Geldmenge vergrößert sich.
  • Zinsen für Kredite, vor allem Baukredite sind so niedrig wie nie zuvor.
  • Die Kapitalflucht ausländischer Investoren führt zum Erwerb von Immobilien in Deutschland, auch ohne eigenen Bedarf oder angemessene Renditeerwartungen (Betongold).
  • Konjunkturprogramme zur energetischen Verbesserung von Bestandsbauten haben in den letzten Jahren Kapazitäten der Bauwirtschaft gebunden und binden sie weiterhin.
  • Konjunkturerwartungen lassen Investitionen in einem günstigen Licht erscheinen, besonders in Deutschland.

Der Wohnungsbau wird nach vielen Jahren wieder für Investoren interessant, die Wohnfläche pro Einwohner steigt weiter. Vor allem junge Menschen ziehen aus beruflichen und persönlichen Gründen verstärkt in die Großstädte und wirtschaftsstarke Ballungszentren, z. B. Rhein-Main-Gebiet, München, Stuttgart, Köln, Hamburg und seit einigen Jahren Berlin. Die große Zahl von Flüchtlingen erfordert schnelle Lösungen der Unterbringung vor allem durch Neubauten. Auswirkungen:

  • Die Kapazitäten der Bauwirtschaft sind in der Vergangenheit stetig geschrumpft.
  • Die Nachfrage nach Bauleistungen übertrifft die Leistungsfähigkeit der ausführenden Unternehmen inzwischen bei Weitem.
  • Tarifabschlüsse im Baugewerbe verursachten eine Erhöhung der Lohnkosten, zum Beispiel um 5,7% im Jahr 2018.
  • Der Markt für Bauleistungen ist aus dem Gleichgewicht gekommen.
  • Vermehrt erhalten Auftraggeber auf Ausschreibungen nicht einmal ein einziges Angebot.
  • Infolgedessen stiegen die Preise überdurchschnittlich und teilweise nicht nachvollziehbar.

Der Markt für Bauleistungen ist zurzeit schwer einschätzbar. Mit der Fortschreibung bisheriger Preisindices lässt sich dieses Phänomen nicht greifen. Es kommt hinzu, dass die benannten Ursachen regional unterschiedlich wirken. In einzelnen Zweigen der Bauwirtschaft, Regionen oder bei komplexen Bauvorhaben ist die Zahl der Angebote für einen Preiswettbewerb zu gering oder es geht kein Angebot ein.

Der Baupreisindex des Statistischen Bundesamtes kann diese Entwicklung nur bedingt abbilden. Grundlage der Statistik sind die Preise der Angebote von ausführenden Unternehmen, nicht die Preise der Bauverträge. Wurden vor einigen Jahren in der Privatwirtschaft spürbare Nachlässe im Rahmen von Vertragsverhandlungen vereinbart, so ist dies derzeit kaum möglich. Der Baukostenindex kann die ausbleibende Konkurrenzsituation und somit die teils zwingende Vergabe an hochpreisige Einzelangebote nicht berücksichtigen.“ (Quelle: Baukosteninformationszentrum (BKI), Deutscher Architektenkammern GmbH, Seelbergstr. 70372 Stuttgart)

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